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Heiterer Kinderspaß? Warnung vor "Furzschleim"

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Bei Kindern sorgen Körpergeräusche gerne mal für Heiterkeit.

(Foto: imago/Geisser)

Spielschleim steht bei Kindern hoch im Kurs. Besonders wenn der nicht nur glibbert, sondern auch noch lustige Pupsgeräusche macht. Doch leider ist das für Eltern fragwürdige Vergnügen nicht ganz ungefährlich, wie das europäische Schnellwarnsystem Rapex warnt.

Vor gerade einmal zwei Wochen fand die Stiftung Warentest kein gutes Haar an fünf getesteten Spielschleimen. Vielmehr fanden die Tester deutlich zu viel Borsäure in der Glibberware. In größerer Konzentration ist Borsäure aber gesundheitsschädlich, die Ware hätte demnach so nicht verkauft werden dürfen, auch wenn die Tester keine akute Gefahr durch die untersuchten Produkte ausmachen konnten.

Nun zieht auch das europäische Schnellwarnsystem Rapex nach und informiert über die gesundheitsgefährdenden Schadstoffe in "Furzschleim" vom Coppenrath Verlag. Und richtig, den kann man nicht nur durch die Hände glibbern lassen und dann schillernde Fäden ziehen, sondern auch noch Pupsgeräusche erzeugen. Doch leider ist auch der Bor-Messwert höher, als laut Spielzeugrichtlinie erlaubt.

Dosen über 100 mg/Tag können Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Die US-amerikanische Behörde EPA gibt einen täglichen Grenzwert (RfD – Reference Dose) von 0,2 mg pro Kilogramm Körpergewicht für Bor und Borate an, geht jedoch nicht von einer Karzinogenität aus. Gelangt aber zu viel von dem Spurenelement in den Körper, kann es akut etwa Irritationen, Durchfall, Erbrechen und Krämpfe hervorrufen. Außerdem werden Bortrioxid, Borsäure und Borate in der Europäischen Union seit 2009 als fortpflanzungsgefährdend eingestuft. Bei Borsäure und Borax wurde dieser Effekt bislang jedoch lediglich bei der Verabreichung von höheren Dosen an Mäuse beobachtet. Einige Borverbindungen wie die Borane (Borwasserstoffverbindungen) sind hochgradig toxisch und müssen mit größter Sorgfalt gehandhabt werden.

Rapex empfiehlt dringend, entsprechende Produkte zu entsorgen, beziehungsweise mit Verweis auf die Meldung dem Handel zurück zu bringen. Betroffen ist nur die Artikelnummer 14109 (unten auf dem Aufkleber ablesbar). Verbraucher, die ein solches Produkt besitzen, können dieses in den jeweiligen Verkaufsstellen beziehungsweise bei den Händlern gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgeben.

Auf der entsprechenden Seite der Stiftung Warentest findet sich eine Anleitung dafür, wie gesundheitlich unbedenklicher Knetschleim selbst herzustellen ist. Und dies mit nur drei Zutaten.

Quelle: n-tv.de, awi

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