Ratgeber

Aufpassen beim Datum Warum 2020 nie abgekürzt werden sollte

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(Foto: imago images / Panthermedia)

Gerade hat man sich an die neue Jahreszahl gewöhnt, da neigt man auch schon dazu, das Datum abzukürzen. Doch wer 20 statt 2020 schreibt, macht es Betrügern leicht, Fristen in Verträgen zu manipulieren.

Das neue Jahrzehnt ist gerade mal ein paar Tage alt, schon lauern die ersten Fallstricke. Denn die Schreibweise des aktuellen Jahres weist so ihre Tücken auf. Denn wer, ob aus Gewohnheit, Faulheit oder Effizienz, auch 2020 so weiter machen möchte wie 2019 und das Datum beim Schriftverkehr auf die letzten beiden Ziffern reduziert, begibt sich in Gefahr. Dies gilt besonders, wenn Verträge oder Kündigungen derart datiert werden.

So warnen beispielsweise mehrere Verbraucherbehörden und die Polizei in den USA davor, 2020 mit 20 abzukürzen, denn dann haben Betrüger leichtes Spiel. Denn dieses Jahrtausend geht noch ziemlich lang, und genau aus diesem Grund sollte die aktuelle Jahreszahl immer ausgeschrieben werden. Denn aus einer abgekürzten 20 kann leicht ein völlig anderes Jahr gemacht werden. Zum Beispiel kann so durch Hinzufügen von zwei Ziffern das Jahr 2001, 2019, 2021, 2050 gemacht werden.

Vorsicht bei Verträgen

Warum das für Ärger sorgen könnte, erklärt Ira Rheingold, Geschäftsführerin des Verbands der Verbraucherrechtsanwälte in den USA: "Sagen wir, Sie haben einer Zahlung ab dem 15.1.20 zugestimmt. Der Übeltäter könnte es theoretisch so drehen, dass Sie seit dem 15.1.2019 dazu verpflichtet sind und versuchen, das zusätzliche Geld einzutreiben", erklärt sie in "USA Today".

Auch mit Schecks kann derart Schindluder getrieben werden. Denn ist die Frist verstrichen, um ihn einzulösen, könnte die Jahreszahl "20" schnell zu "2021" gemacht werden – und schon wäre er wieder gültig. Gleiches gelte laut Rheingold für bereits verjährte Schulden.

Egal ob Mietverträge, Quittungen, Gutscheine, Kündigungen oder Widerrufe – mit ein bisschen Kreativität gäbe es jede Menge Einsatzorte, um mit diesem Datumstrick Ärger zu verursachen und sich einen Vorteil zu verschaffen. Theoretisch.

Noch keine Betrugsfälle bekannt

Denn bisher sind weder in den USA noch hierzulande derartige Betrugsfälle bekannt. Dennoch warnt auch die Verbraucherzentrale Brandenburg vor einer leichtfertigen Abkürzung des neuen Jahrzehnts aus den genannten Gründen. Ähnlich sieht das der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität e. V., allerdings erklärt der auf RTL-Anfrage, dass er eine Notwendigkeit für eine Warnung erst sähe, wenn sich entsprechende Betrugsfälle häufen.

Wer es gar nicht auf etwaigen Ärger ankommen lassen möchte, schreibt aber dennoch besser die 2020 aus. Nicht zuletzt auch deshalb, um sich im Streitfall die Kosten für ein teures Schriftgutachten zu sparen, welches die Manipulation des Datums dann vielleicht nachweisen kann.  

Quelle: ntv.de, awi