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Nicht immer sorgt nur das Wetter für schlechte Sicht.
Nicht immer sorgt nur das Wetter für schlechte Sicht.(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 13. November 2017

Laubbläser vor Gericht : Wenn Laub die Sicht nimmt

Laubbläser sorgen nicht nur für Lärm, sondern auch für ordentlich Wind. Letzteres ist ja auch Sinn der Geräte. Doch wenn es allzu heftig bläst, kann dies zum Sicherheitsrisiko werden. Das moniert zumindest eine Autofahrerin, die wegen einer Laubwolke einen Unfall baut.

Dass Laubbläser - genau wie Rasenmäher - oftmals in der Nachbarschaft für Verdruss sorgen, ist bekannt. Aber nicht nur auf dem privaten Rasen kommen die Geräte zum Einsatz. Nein, auch die Mitarbeiter von Städten und Gemeinden nutzen diese, um beispielsweise Gehwege von Herbstlaub zu befreien. Was nicht nur für Lärm sorgen, sondern auch zu Unfällen führen kann, wie zumindest in einem vor dem Landgereicht (LG) Nürnberg-Fürth verhandelten Fall behauptet wurde (Az.: 4 O 6465/15).

Hier war die Ehefrau des späteren Klägers mit dessen Auto unterwegs. In Höhe einer an der Straße gelegenen Bushaltestelle waren Mitarbeiter der Stadt damit beschäftigt, die Gehwegfläche vom Herbstlaub zu reinigen. Dabei verwendete einer der Männer einen Laubbläser und ein weiterer Mitarbeiter eine Fahrbahnkehrmaschine.

Der Kläger behauptete, der Mitarbeiter der Stadt hätte derart eine "Laubwolke" vor die Windschutzscheibe des Wagens geblasen und seine Ehefrau sei dadurch so erschrocken, dass sie die Lenkung verrissen habe und auf ein geparktes Fahrzeug aufgefahren sei. Deshalb verlangte er von der Stadt Fürth Schadensersatz in Höhe von 4364,63 Euro. Denn der Unfall sei auf die durchgeführten Reinigungsarbeiten zurückzuführen. 

Was aber laut dem LG nicht bewiesen werden konnte. Demnach konnte nicht festgestellt werden, dass eine Laubwolke für das Unfallgeschehen ursächlich war. Ungeachtet dessen stellte das Gericht aber auch fest, dass die Verkehrssicherungspflicht im Rahmen der durchgeführten Reinigungsarbeiten verletzt worden ist. Die Mitarbeiter der Stadt hätten demnach Vorkehrungen treffen müssen, um Gefahren für Dritte möglichst zu vermeiden. So sei der Abstand zwischen dem Laubbläser und der diesem nachfolgenden Kehrmaschine zu groß gewesen. Auch seien keine Schilder oder Warntafeln aufgestellt gewesen. 

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Quelle: n-tv.de

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