Ratgeber

"Der lebt gefährlich" Wenn dem Chef mit Gewalt gedroht wird

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Jetzt heißt es, sich besser auf die Zunge zu beißen ....

(Foto: imago/Westend61)

Das Arbeiten unter dem Vorgesetzten mag nicht immer die reine Freude, ja mitunter sogar auch ziemlich unerfreulich sein. Dennoch sind Mitarbeiter gut beraten, sich mit bedrohlichen Äußerungen zurückzuhalten, wie das Urteil eines Arbeitsgerichtes einmal mehr zeigt.

Wer seinem Vorgesetzten gegenüber Drohungen ausstößt, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen. Selbst dann, wenn die Äußerungen nur indirekt über Dritte den Adressaten erreichen. Dies hat das Arbeitsgericht (AG) Siegburg entschieden (Az.: 5 Ca 254/21). Hier hatte ein Arbeitnehmer gegenüber einer Kollegin glaubhaft angekündigt, er beabsichtige seinen Vorgesetzten aus dem Fenster zu schmeißen und er sei kurz vor einem Amoklauf.

In dem verhandelten Fall war der spätere Kläger seit über 13 Jahren bei der Stadt in der Buchhaltung beschäftigt. Der Mann äußerte gegenüber seiner Kollegin nach einer Auseinandersetzung mit seinem Vorgesetzten über diesen: "Diesen kleinen Wicht schmeiße ich aus dem Fenster. Ich lasse mir das nicht länger gefallen. Ich bin kurz vorm Amoklauf. Ich sage dir, bald passiert was. Der lebt gefährlich, sehr gefährlich." Der Mitarbeiter erhielt am 28.12.2020 deswegen eine fristlose und hilfsweise fristgerechte Kündigung zum 30.06.2021. Hiergegen erhob er Kündigungsschutzklage.

Gefahr von Leib und Leben des Vorgesetzten

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Allerdings ohne Erfolg. Mit seinem Urteil wies das Arbeitsgericht Siegburg die Klage ab. Nach Vernehmung der Kollegin als Zeugin hielt das AG die fristlose Kündigung für gerechtfertigt. Der wichtige Kündigungsgrund lag nach Auffassung des Gerichts darin, dass der Kläger in ernstzunehmender Art und Weise gegenüber seiner Kollegin Äußerungen getätigt habe, die sowohl die Ankündigung für eine Gefahr von Leib und Leben des Vorgesetzten als auch die Ankündigung eines Amoklaufs beinhaltet hätten. Der Mitarbeiter habe die Drohung nach Überzeugung des Gerichts absolut ernst gemeint.

Eine vorherige Abmahnung sei in diesem Fall deshalb auch entbehrlich. Eine Weiterbeschäftigung des Buchhalters bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist sei dem Arbeitgeber nicht zuzumuten. Die Entscheidung des AG ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: ntv.de, awi

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