Ratgeber

Anbieter nicht zuständig? Wenn die Mobilfunkrechnung nicht stimmt

Die Rechnung für das Smartphone ist ein Schock. Vor allem deshalb, weil diese durch angebliche Leistungen Dritter in die Höhe getrieben wird. Doch der Anbieter lehnt jede Verantwortung ab und besteht auf Bezahlung. Verbraucherschützern reicht es. Sie klagen.

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Mobilfunkanbieter dürfen sich bei umstrittenen Rechnungen nicht aus der Verantwortung stehlen.

(Foto: imago stock&people)

Am besten, man sorgt jeglichem Ärger vor und lässt sich bei den Mobilfunkanbietern sogenannte Drittanbietersperren einrichten. Denn immer wieder sorgen auf den Mobilfunkrechnungen auftauchende Posten für Leistungen Dritter für Irritationen. Insbesondere dann, wenn diese weder bestellt noch genutzt wurden. Oft handelt es sich um Abonnements von Info- und Unterhaltungsdiensten oder kostenpflichtige Serviceleistungen, Hotlines und Ansagedienste.

Viele Verbraucher wenden sich selbstverständlich an den Rechnungsteller, den Mobilfunkanbieter, um die Rechnung zu reklamieren und die Erstattung des zu Unrecht für den Drittanbieter eingezogenen Betrags zu verlangen.

Allerdings fühlt man sich dort für die Sorgen der verärgerten Reaktionen der Kundschaft nicht zuständig, wie die Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) bemängelt. Lediglich die Begleichung der vollen Rechnung wird verlangt. Gerne auch mit Verweis auf die Sperrung der SIM-Karte bei mangelnder Kooperation. Darüber hinaus argumentieren die Mobilfunkanbieter, dass sie gesetzlich oder auch von der Bundesnetzagentur verpflichtet seien, die Forderungen einzuziehen. Aus diesem Grund soll der Kunde zahlen und dann zusehen, ob er sich sein Geld von dem Drittanbieter wieder zurückholen kann, berichten die Verbraucherschützer.

Rechnungssteller in der Pflicht

Nach Meinung der vzhh ist diese Haltung bestenfalls irreführend. Denn wer eine Zahlung verlangt, muss auch erklären wofür und kann nicht auf einen Dritten verweisen. Eine gesetzliche Verpflichtung oder Anweisung der Bundesnetzagentur, bestrittene Drittanbieterforderungen einzuziehen, gibt es demnach nicht. Aus diesem Grund hat die Verbraucherzentrale E-Plus (BASE) verklagt (Az.: 179/14/02). Das Unternehmen hatte bei einer Kundin eine Zahlung von über 200 Euro angemahnt.

Die Klage hatte Erfolg. Das Landgericht Potsdam untersagte es E-Plus, Verbrauchern gegenüber zu behaupten, dass sie sich für eine Gutschrift an den Drittanbieter wenden müssen. In seinem Urteil stellt das Gericht klar, dass sich der Verbraucher mit seinen Beanstandungen nicht an den Drittanbieter wenden muss, sondern diese gegenüber dem Mobilfunkanbieter geltend machen kann.

Laut vzhh sollten in Folge dessen Beschwerden wegen solcher Abrechnungen unter Verweis auf das Urteil an den Mobilfunkanbieter gerichtet werden - solange dieser eine entsprechende Zahlung verlangt. Die Beschwerde sollte schriftlich, am besten per Einschreiben mit Rückschein, vorgebracht werden. Darüber hinaus ist es möglich, die Forderungen von der Bank zurückbuchen lassen oder die Rechnung von vornherein nur im berechtigten Umfang zu bezahlen. Schließlich gilt doch: Was man nicht bestellt hat, muss man auch nicht bezahlen. 

Daneben ist in manchen Fällen auch eine Anzeige bei der Bundesnetzagentur möglich. Denn ist die Drittanbieterforderung bestritten, darf der Zugang zum Telefondienst nicht wegen Zahlungsverzugs gesperrt werden.

Quelle: n-tv.de, awi