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Türsteher darf Ü-40 abweisen Wenn du zu alt für die Techno-Party bist

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Zu alt für den Klub?

(Foto: picture alliance / Sophia Kembow)

Alles hat seine Zeit? Und das in Zeiten, wo 50 die neue 30 sein soll? Aber ja doch. Zumindest laut einem Urteil aus München, wo einem amüsierwilligen über 40-Jährigen der Einlass für eine "Disco-Veranstaltung" verwehrt wurde - trotz deutlich jüngerer Freundin.

Das Amtsgericht (AG) München hat die Klage eines 45-jährigen Selbstständigen gegen eine Eventfirma auf eine Entschädigung wegen Altersdiskriminierung in Höhe von 1000 Euro abgewiesen (Az.: 122 C 5020/18).

Was war passiert? Der damals 44-jährige Kläger wollte mit zwei Freunden im August 2018 das Techno-Event "Isarrauschen" auf der Praterinsel besuchen. Doch dem Amüsierwilligen wurde mit Hinweis auf sein Alter der Einlass verwehrt.

Seine Empörung darüber verknüpfte der Mann mit einer Entschädigungsforderung wegen Altersdiskriminierung in Höhe von 1000 Euro. Welche der Veranstalter aber mit dem Hinweis verweigerte, dass man aufgrund beschränkter Kapazitäten des Veranstaltungsbereichs das Personal am Einlass angewiesen habe, nicht passende Gäste abzuweisen. Es habe kein generelles Einlassverbot für Personen ab 35 Jahren bestanden, die Zielgruppe der Veranstaltung seien jedoch Personen zwischen 18 und 28 Jahren gewesen. Daher würden Gäste älteren Semesters, gerade auch in Gruppen, wohl auch künftig abgewiesen werden. Die Kapazität auf der Praterinsel war auf 1500 Gäste beschränkt.

Abweisung besonders kränkend

Daraufhin erhob der Abgewiesene wegen eines Verstoßes gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) Klage vor dem AG München. Er begründete dies damit, dass er die Abweisung als besonders kränkend empfunden habe. Zudem sehe er auch nicht so alt aus und bot zum Beweis dafür seine deutlich jüngere Partnerin an, die bestimmt nicht mit ihm zusammen wäre, wenn er wie ihr Vater aussähe. Auch rechtfertige das geltend gemachte spezielle Veranstaltungskonzept ja auch nicht beispielsweise Muslime, Frauen, Behinderte oder Homosexuelle auszuschließen.

Der Veranstalter trug vor dem AG vor, dass eine Entscheidung über den Einlass nach dem äußeren Eindruck der Gäste erfolge, diese würden nicht nach ihrem Alter gefragt. Um eine homogene Gruppe zu erhalten, würden die Gäste nach einer bestimmten Zielgruppe ausgesucht. Diese solle vom Aussehen her passend gekleidet, vom Alter her optisch in die Zielgruppe passen und auch nicht alkoholisiert oder anderweitig berauscht sein. Der Kläger und seine Freunde hätten optisch aber nicht in diese Zielgruppe gepasst, was auch an deren optischen Alter gelegen haben mag.

Nicht allein die Musik steht im Vordergrund

So sah es dann auch die zuständige Richterin und befand, dass "bei derartigen Disco-Veranstaltungen nicht allein die Musik im Vordergrund steht, sondern das gemeinsame Feiern. Das Gelingen einer solchen Veranstaltung hängt damit entscheidend von einer gelingenden Interaktion unter den Gästen ab." Von daher sei eine Auswahl der Gäste, um einen gelungenen Abend zu gestalten, vernünftig, um den Interessen der Gäste und des Veranstalters gerecht zu werden.

Da dem Mann in München viele weitere ähnliche Veranstaltungen, zur Verfügung stünden, bei denen nicht eine bestimmte jüngere Zielgruppe angesprochen werden soll, ist die vorliegende Benachteiligung auch hinnehmbar. Das Urteil ist auch trotz Zurückweisung der Berufung durch das Landgericht München aufgrund der Revision des Mannes beim Bundesgerichtshof noch nicht rechtskräftig.

Quelle: ntv.de, awi