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Mogelpackung des Monats Wer erhöht den Preis um 115 Prozent?

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Der Möhrensaft ist jetzt mehr als doppelt so teuer.

(Foto: Verbraucherzentrale)

Normalerweise funktioniert das Mogelpackungsprinzip wie folgt: Während der Preis gleich bleibt, reduziert sich der Inhalt. Doch es gibt auch Hersteller, die zudem auch mehr Geld für weniger Produkt verlangen, wie die Verbraucherzentrale Hamburg erstaunt feststellt.

Es ist eine der höchsten Preiserhöhungen in der fast 15-jährigen Geschichte der Veröffentlichungen zu Mogelpackungen, stellt die Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) einigermaßen konsterniert fest und kürt den Bio-Karottensaft von Hipp zur Mogelpackung des Monats. Warum? Die Flasche ist kleiner und der Preis dennoch höher.

Bisher war der Möhrensaft von Hipp in einer 500-Milliliter-Glasflasche im Handel erhältlich. Das Produkt ist besonders bei jungen Eltern beliebt, die es für ihre Babys oder Kleinkinder kaufen. Seit einigen Wochen bietet der bekannte Babynahrungshersteller seinen "100 % Bio Direktsaft Karotte" in kleineren Flaschen mit 330 Milliliter Inhalt an.

Doppelte Preiserhöhung

Für den halben Liter des Getränks mussten Verbraucher beispielsweise bei der Drogeriekette Budni in Hamburg 1,05 Euro bezahlen, wie die Verbraucherschützer berichten. Was einem Grundpreis von 2,10 Euro pro Liter entspricht. Die neue 330-Milliliter-Flasche kostet beim selben Händler jetzt 1,49 Euro und damit 4,52 Euro pro Liter. Der Saft ist also mehr als doppelt so teuer. Die Preiserhöhung liegt hier bei 115 Prozent. Eine kurze Recherche hat ergeben, dass das Produkt auch bei den Drogeriemärkten DM und Rossmann für deutlich mehr Geld zu haben ist (1,35 Euro beziehungsweise 1,49 Euro).

Normalerweise greifen Hersteller bei der Mogelpackungsmasche zu subtileren Methoden. Dann ist auf den ersten Blick die Änderung kaum zu erkennen, doch bei genauem Hinsehen wird klar: Hier gibt es weniger Inhalt zum gleichen Preis. Hipp langt hingegen - vielleicht um mit dem einen vom anderen abzulenken - gleich doppelt hin.

Auf Anfrage der Verbraucherzentrale erklärte laut vzhh Hersteller Hipp, dass Verbraucher die Füllmenge von 500 Millilitern für einen Baby- beziehungsweise Kindersaft als zu groß empfunden hätten. Demnach muss der Saft innerhalb von drei Tagen nach dem Öffnen aufgebraucht werden.

Grundsätzlich bietet die vzhh die Möglichkeit, auf Produkte, mit denen Kunden besonders durch versteckte Preiserhöhungen (weniger Inhalt bei gleichem Preis) getäuscht werden, aufmerksam zu machen. Die Verbraucherschützer machen diese Produkte dann öffentlich und küren sie zur Mogelpackung des Jahres.

Quelle: n-tv.de, awi

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