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Tenhagens Tipps Wie lässt sich beim Tanken sparen?

Tanken ohne bezahlen: Da können hohe Nachforderungen auf einen zukommen. (Bild: dpa)

Ein Großteil des Benzinpreises besteht aus staatlichen Abgaben, nämlich aus Mineral- und Mehrwertsteuer.

Die Spritpreise treiben die Menschen ähnlich um wie das Wetter. Nach einer durchaus moderaten Phase steigen sie nun wieder. Finanztip-Chef Tenhagen verrät, wie Autofahrer für ihr Fortkommen dennoch weniger bezahlen müssen.

n-tv.de: Wie lässt sich denn beim Tanken sparen?

Hermann-Josef Tenhagen: Man kann entweder am Verbrauch sparen oder beim Einkaufen, also am Preis. Wenn Letzterer steigt, gilt es den günstigsten Anbieter zu finden. Das klappt mit den sogenannten Tank-Apps auch ganz gut. Mit denen kann man schauen, wo beispielsweise im Umkreis von zwei Kilometern die günstigste Tankstelle ist. Oder die App wird so eingestellt, dass die günstigste Tankstelle auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsplatz zu finden ist.

Welche Tank-Apps können Sie empfehlen?

Das sind beispielsweise "clever-tanken.de", "richtig-tanken.de" und "mehr-tanken.de".

Spielt die Tageszeit beim Tanken eine Rolle?

Ja, abends ist das Tanken meistens preiswerter, ab circa 20 Uhr. Die Erfahrung in Großstädten zeigt aber, dass die Anbieter mit den Preisen im Laufe des Tages gleich mehrfach jonglieren. So ist er in der Mittagszeit, wenn die Menschen Pause machen, eher höher. Das Preisjojo zeigt auch das Bundeskartellamt in seinem neuesten Bericht zum Thema. Meine Prognose: Dies ist eine Entwicklung, die sich bald auch im Einzelhandel etablieren wird – beim Kauf von Computern oder Waschmaschinen.

Gibt es ansonsten auch Anbieter, bei denen Autofahrer eigentlich immer einen guten Schnitt machen?

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Früher war das so, dass es sich eher gelohnt hat, bei Jet oder Hem ranzufahren, als bei Shell. Das kann ich im Augenblick so nicht erkennen. In der letzten Woche gehörten Markentankstellen mal zu den teureren Anbietern und dann auch wieder zu den günstigsten, sodass eine pauschale Aussage dazu schwerfällt. Aber hier helfen ja die Tank-Apps weiter.

Abgesehen davon bestimmt in der Regel auch nicht der Tankstellenpächter selbst die Preise, sondern die Konzerne. Wenn Sie drei Tankstellen in einer Straße finden, haben diese dann meist auch den gleichen Preis.

Der Ölpreis ist deutlich gestiegen, Benzin wird folgerichtig auch teurer. Aber wieso steigt der Spritpreis weniger drastisch?

Das liegt daran, dass ein Großteil des Benzinpreises ja aus staatlichen Abgaben besteht, nämlich aus Mineral- und Mehrwertsteuer. Zudem ist auch entscheidend, wann der jeweilige Ölkonzern gekauft hat. Die Preisgestaltung ist nicht nur abhängig von dem aktuellen Brennpreis, sondern die Unternehmen haben alle ihre Ölkontingente zu bestimmten Preisen eingekauft – in aller Regel kaufen die Konzerne ja nicht auf dem Spotmarkt.

Stimmt es eigentlich, dass Benzin – unabhängig vom Ölpreis – immer zur Urlaubszeit steigt?

Man kann davon ausgehen, dass der Benzinpreis immer dann steigt, wenn mehr gebraucht wird und wenn die Leute weniger Zeit haben, sich nach dem günstigsten Anbieter umzuschauen, beispielsweise dann, wenn quengelnde Kinder mit an Bord sind.

Und, fahren Sie auch Auto?

Ja, tue ich und vergleiche auch per App. Aber abgesehen davon lässt sich vor allem am Verbrauch sparen, wenn der Wagen einfach mal stehengelassen wird. Fast die Hälfte aller in Deutschland zurückgelegten Wege ist kürzer als fünf Kilometer. Dabei ist der Motor erst nach etwa vier Kilometern auf Betriebstemperatur; bis dahin ist der Verbrauch deutlich erhöht.

Mit Hermann-Josef Tenhagen sprach Axel Witte

Quelle: n-tv.de

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