Ratgeber

Hilfe im Katastrophenfall Wie transparent sind Spendenbündnisse?

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Im Oktober 2018 kam es auf Sulawesi zu einem schweren Erdbeben.

(Foto: dpa)

Im Katastrophenfall kann Geld auch an Spendenbündnisse überwiesen werden, die um Hilfe für die Opfer werben. Finanztest hat überprüft, ob die Gelder dort mutmaßlich gut aufgehoben sind.

Zuletzt war bedauerlicherweise die finanzielle Hilfsbereitschaft der Deutschen im Oktober gefragt. Auf der indonesischen Insel Sulawesi bebte die Erde. Mit verheerenden Folgen für die Bewohner. Hilfe war dringend und umgehend erforderlich. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD und ZDF blendeten wie immer im Katastrophenfall in ihrem Programm Kontonummern von Spendenbünd­nissen ein. Wie gut und schnell ein Bündnis tatsächlich helfen kann, hängt von vielen Faktoren ab, nicht zuletzt von den Bedingungen im Katastrophengebiet. Darüber hinaus stellt sich natürlich auch die Frage der Transparenz. ­Finanztest ist letzterem nachgegangen.

"Die Bündnisse verteilen das Geld der Spender zunächst an ihre Mitgliedsorganisationen, die es dann an ihre Partnerorganisationen vor Ort weitergeben, die bereits im Katastrophengebiet arbeiten", sagt Ariane Lauenburg von Finanztest. "Spender, die ein Mitglied des Spendenbündnisses gut kennen und auf dessen Arbeit vertrauen, sollten direkt an diese Organisation spenden".

Wer keine Organisation kennt, aber helfen möchte, wenn er im Fernsehen von einer Katastrophe hört, kann sein Geld auf ein von der ARD oder dem ZDF angegebenen Nothilfekonten ­über­weisen. Bei der ARD geht das Spendergeld an zwei Bünd­nisse: an "Aktion Deutschland ­Hilft" und das "Bündnis Entwick­lung Hilft". Beim ZDF wird das Geld für das "Aktions­bündnis Katastrophen­hilfe" einge­sammelt. In den drei Bünd­nissen hat sich ein Groß­teil der Katastrophen­hilfe­organisationen Deutsch­lands zusammen­geschlossen, um nach Krisen gemein­sam um Spenden zu werben. Das ist kostenlos und effizienter, da die einzelnen Mitglieder Werbeausgaben sparen.

Nicht alle sind transparent

Alle Mitglieder von "Bündnis Entwicklung Hilft" und "Aktionsbündnis Katastrophenhilfe" und die hier einzeln versammelten Organisationen selbst haben das Spendensiegel vom Deutschen Institut für soziale Fragen (DZI), das eine transparente und effiziente Verwendung der Spendengelder belegt. Grundsätzlich müssen gemeinnützige Hilfswerke mindestens 25.000 Euro Spenden sammeln, bevor sie das Spendensiegel des DZI erhalten. Zudem muss jede Hilfs­organisation nach­weisen, dass sie Spenden zweck­gebunden, spar­sam und wirt­schaftlich verwendet. Dazu müssen alle Einnahmen und Ausgaben für Verwaltung und Werbung offengelegt werden.

Zwar hat das Bündniss "Aktion Deutschland Hilft" ebenfalls das Spendensiegel des DZI. Von 13 Vollmitgliedern lassen aber nur 4 überprüfen, wie sie mit den erhaltenen Spenden tatsächlich umgehen, wie Finanztest berichtet. Infolge dessen haben bekannte Organisationen wie beispielsweise der Arbeiter-Samariter-Bund, der Malteser Hilfsdienst oder auch der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband kein DZI-Spendensiegel. In diesen Fällen ist laut der Tester nicht ausreichend klar, wohin die Spendengelder fließen. Was per se kein Beleg für Fehlverhalten der Organisationen ist, aber eben auch nicht dazu dient die Transparenz für Hilfsbereite zu erhöhen. 

Quelle: n-tv.de, awi

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