Ratgeber

Branchenindex 2020 Wo wird am besten bezahlt?

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Ein Branchenwechsel von einer kapitalschwachen in eine kapitalstarke Branche lohnt sich selbst bei gleichbleibender Position.

(Foto: imago/RelaXimages)

Wer nicht nur aus Jux und Tollerei zur Arbeit geht, sondern es auf ein hohes Einkommen abgesehen hat, sollte sich gut überlegen, in welcher Branche er anheuert. Denn in manchen Geschäftszweigen gibt es deutlich mehr Geld als in anderen, wie eine Untersuchung zeigt.

Schon klar, nicht jeder bekommt, was er verdient. Was nicht immer gerecht ist. Doch Arbeitnehmer können auch Einfluss auf ihr Gehalt nehmen. Zum Beispiel dadurch, dass sie sich in Schule, Ausbildung und Studium richtig ins Zeug legen. Und natürlich dadurch, dass sie sich bei ihrer Berufswahl auch für die richtige Branche entscheiden.

Denn je nachdem, wo gearbeitet wird, lässt sich mehr oder weniger Geld verdienen, wie erneut eine Analyse des Beratungsunternehmens Compensation Partner zeigt. Hierfür haben die Experten 132.218 Gehaltsdaten aus 17 branchenübergreifenden Berufsgruppen untersucht.

Biotechnologie, Halbleiter, Maschinenbau

Laut den Ergebnissen der Untersuchung liegt das Durchschnittsgehalt in Deutschland über alle Beschäftigten und Branchen hinweg bei rund 45.000 Euro. Arbeitgeber aus den Bereichen Biotechnologie (38,9 Prozent höheres Gehalt als der Durchschnitt), Halbleiter (plus 30,4 Prozent) und Maschinenbau (plus 26,3 Prozent) bekommen über alle Branchen hinweg die höchsten Gehälter. Die Einkommen im Bankwesen und in der Softwarebranche liegen mit rund 24 beziehungsweise 23 Prozent knapp dahinter. "Der Maschinenbau- und die Halbleiterindustrie gehören traditionell zu den Top-Branchen in Deutschland, vor allem aufgrund der starken Automobilindustrie", so Philip Bierbach, Geschäftsführer von Compensation Partner.

Beschäftigte in IT-Systemhäusern (plus 1,4 Prozent) und in der Immobilienbranche (minus 0,7 Prozent) befinden sich im Mittelfeld der Erhebung. Auch die Lebensmittelindustrie (minus 0,8 Prozent), Werbung und PR (plus 1,6 Prozent) und die Textilbranche (plus 1,6 Prozent) zahlen marktübliche Gehälter. Der Einfluss dieser Branchen ist im Vergleich zum Durchschnitt über alle Branchen hinweg nur sehr gering.

Fachkräftemangel kein Garant für hohes Einkommen

Fachkräfte in der Dienstleistungsbranche und in Krankenhäusern erhalten im Vergleich zum Branchenschnitt deutlich weniger Gehalt (minus 16 Prozent). In Zeitarbeitsfirmen liegen die Gehälter rund 20 Prozent unter dem durchschnittlichen Niveau. Beschäftigte in Call Centern verdienen im branchenübergreifenden Vergleich am wenigsten. Die Einkommen liegen hier rund 31 Prozent unter dem marktüblichen Durchschnitt. "Fachkräftemangel ist kein Garant für ein hohes Einkommen. Krankenhäuser haben seit Jahren mit einem Mangel an Arbeitskräften zu kämpfen, jedoch bleibt das Gehaltsniveau in dieser Branche vergleichsweise niedrig", so Bierbach weiter.

Was hilft? Mut zum Jobwechsel - wenn möglich. Ein Branchenwechsel von einer kapitalschwachen in eine kapitalstarke Branche lohnt sich selbst bei gleichbleibender Position. Der Wechsel von einer Zeitarbeitsfirma in die Maschinenbaubranche kann beispielsweise einen Gehaltssprung von rund 46 Prozent bedeuten. "Die lukrativen Branchen verfügen über hohe Budgets für ihr Personal, jedoch herrschen dort auch anspruchsvollere Einstellungskriterien", so Bierbach abschließend.

Quelle: ntv.de, awi