Ratgeber

Was ändert sich 2021 … … bei Kommunikation und Reise?

imago91556588h.jpg

Bei Briefen kann voraussichtlich im Frühjahr 2021 mit individuellem Code der Laufweg der Sendung nachvollzogen werden.

(Foto: imago images / photothek)

Man braucht nicht unbedingt eine Glaskugel, um in die Zukunft zu schauen. Viele Neuerungen und Gesetze, die 2020 kommen werden, stehen schon fest. Diese Änderungen werden für Kommunikation und Reise wichtig, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen informiert.

Deutsche Bahn bereits mit Winterfahrplan am Start

Bereits seit dem 13. Dezember gilt bei der Deutschen Bahn ein neuer Fahrplan. Dieser Winter-Fahrplan 2020/21 ist dann bis zum 12. Juni 2021 gültig. Die Tickets wurden im Fernverkehr mit dem neuen Fahrplan um durchschnittlich ein Prozent teurer. Sie liegen damit aber weiterhin unter dem Vorjahresniveau. Denn zum 1. Januar 2020 wurden die Preise wegen der Mehrwertsteuersenkung für Fernverkehrstickets um rund zehn Prozent gesenkt.

Flexpreis-Tickets wurden zum 13. Dezember um durchschnittlich 1,5 Prozent teurer. Die Bahncard 100 kostet seitdem rund 1,9 Prozent mehr. Bei den Sparpreisen und Bahncard 25/50 blieben die Preise hingegen stabil.

Bereits seit dem 27. November gilt, dass Fahrgäste nur noch einen Sitzplatz pro Doppelsitz reservieren können. An den Tischen lassen sich zwei schräg gegenüberliegende Plätze reservieren. Für gemeinsam reisende Familien und Paare stehen eigene Bereiche zur Verfügung, in denen sich Plätze auch nebeneinander buchen lassen. Insgesamt sind nur bis zu 60 Prozent der Sitzplätze in einem Zug reservierbar. Es ist aber nach wie vor möglich, auch ohne Reservierung mit dem Zug zu fahren.

Neue Briefmarken verfolgt Sendungen via Code

Bei Briefen kann voraussichtlich im Frühjahr 2021 mit individuellem Code der Laufweg der Sendung nachvollzogen werden. Seitlich auf jeder Briefmarke soll dann ein Data-Matrix-Codes angebracht werden. Damit der QR-Code zur kostenlosen Sendungsverfolgung funktioniert, werden die Briefe in den Sortierzentren künftig am Abgangs- und Empfängerort erfasst. Briefkunden können dann über den Code per App nachverfolgen, wo sich das Poststück gerade befindet. Auch die Deutsche Post kann Verlustreklamationen damit schneller recherchieren und herausfinden, wo der Brief festhängt oder ob er noch in der Zustellung ist. Bisher müssen mindestens sieben Tage ab Einlieferung verstrichen sein, um beim Briefversand eine klassische Nachforschung zu veranlassen.

Der Matrix-Code enthält Informationen über die Portohöhe, die Versandart (Brief national/international) und das Motiv der Briefmarke. Die neuen Briefmarken werden nicht mehr abgestempelt, sondern gescannt. Durch den seitlichen Code kann zudem schnell festgestellt werden, ob das Porto noch gültig ist - damit wird illegalen Tricks zur Wiederverwertung bereits genutzter Briefmarken entgegengewirkt.

Die klassische Briefmarke wird es für eine längere Übergangszeit weiterhin geben. Es werden aber auch Aufkleber ergänzend zu haben sein, auf denen nur ein Data-Matrix-Code aufgedruckt ist. Diesen kleben Kunden dann neben die "alten Marken" rechts oben auf den Umschlag - und die Sendungen gehen dann mit Nachverfolgungsoption ab in die Post. Im Verlustfall gibt es bei Briefsendungen aber weiterhin keinen Schadenersatzanspruch gegen die Deutsche Post. Geplant ist zukünftig auch, dass Kunden per Push-Benachrichtigung über die erfolgreiche Zustellung informiert werden, wenn die Post mit QR-Code abging.

Neuer Personalausweis kostet 8,20 Euro mehr

Wer ab 1. Januar 2021 einen neuen Personalausweis beantragt, muss statt 28,80 Euro nun 37 Euro berappen. Im Gegenzug sollen allerdings keine zusätzlichen Kosten mehr für eine nachträgliche Aktivierung der Onlinefunktionen oder die Entsperrung des elektronischen Identitätsnachweises anfallen. Bislang werden hierfür jeweils 6 Euro verlangt.

Menschen im Alter ab 24 Jahren müssen in der Regel alle zehn Jahre einen neuen Personalausweis beantragen. Eine Verlängerung des abgelaufenen Dokuments ist laut Personalausweisgesetz nicht möglich. Spätestens wenn die Gültigkeit des Dokuments abgelaufen ist, muss ein neuer Ausweis beantragt werden. Neu ist auch, dass der Kinderausweis nur noch ein Jahr gültig ist. Eltern können alternativ den biometriefähigen Reisepass für ihren Nachwuchs beantragen. Dieser gilt dann sechs Jahre.

Außerdem: Wer ab 2. August 2021 einen neuen Personalausweis beantragt, muss zunächst beide Zeigefinger einscannen lassen, damit sie danach digital auf der Ausweiskarte gespeichert werden können. Bis dahin ist die Speicherung der Fingerabdrücke freiwillig.

Künftig ist es auch nicht mehr möglich, Lichtbilder für den Personalausweis mitzubringen, weil ausgedruckte Bilder nicht mehr den aktuellen Sicherheitsanforderungen entsprechen. Stattdessen wird es die Möglichkeit geben, digitale Bilder gegen eine Gebühr von 6 Euro vor Ort in der Passbehörde zu erstellen - zahlreiche Bürgerämter bieten diesen Service schon in den Behörden an. Alternativ können Verbraucher weiterhin zu einem Fotografen gehen. Dieser darf die Bilder dann jedoch ausschließlich digital an die kommunalen Ämter über einen gesicherten Übermittlungsweg bereitstellen. Papierbasierte Passbilder sollen im Antragsprozess spätestens zum 1. Mai 2025 entfallen.

Quelle: ntv.de, awi