Ratgeber

Darf man eigentlich ... ... den Weihnachtsbaum vom Balkon werfen?

imago79604357h (1).jpg

Die Feiertage sind vorbei, nun ist es an der Zeit sich auch von entsprechenden Symbolen zu trennen.

(Foto: imago/Westend61)

Zum neuen Jahr möchten viele Menschen alten Ballast einfach hinter sich lassen. Und fangen gleich mal mit dem Christbaum an. Der segelt dann nicht selten vom Balkon, was durchaus seine Risiken birgt. Das sollten Anwender der Radikalmethode wissen.

Neues Jahr, neues Glück. Damit das gelingt, gilt es ein paar Vorsätze umzusetzen. Endlich mehr Sport machen, mit dem Rauchen aufhören oder einfach auch das eigene Leben entschlacken. Anfangen kann man zum Beispiel mit der eigenen Wohnung. Schließlich steht bei vielen auch noch im Januar der Weihnachtsbaum in der Wohnstube. Doch so langsam erinnert das Szenario an das einst viel beschworene Waldsterben. Außerdem soll mit der Besinnlichkeit ja nun Schluss sein. Also weg damit.

Gut, dass die Städte und Gemeinden ab Anfang/Mitte Januar Sammeltermine für die ausgedienten Christbäume bieten. Dann können diese einfach an den Straßenrand gelegt werden - sie werden von der Müllabfuhr entsorgt. Ganz umsonst. Vorausgesetzt sie sind nicht länger als 2,50 Meter und komplett abgeschmückt.  

Nur, wie kommen die Bäume da hin? Eine Möglichkeit wäre es, sie einfach zu den entsprechenden Terminen an den Straßenrand zu tragen. Wer die verpasst, kann den Weihnachtsbaum auch selber zu einem Recyclinghof bringen. Wer dafür zu faul ist und deshalb meint, den nadelnden Weihnachtsbegleiter einfach in einem Wald oder Park abzulegen, kann wegen illegaler Müllentsorgung zur Kasse gebeten werden. Wer dabei ertappt wird, muss je nach Bundesland mit einem Bußgeld zwischen 5 und 300 Euro rechnen.

Straftatbestand der gefährlichen Körperverletzung möglich 

Besonders für Bewohner oberer Stockwerke bietet sich eine verlockende andere Möglichkeit. Nämlich jene, den Baum einfach von Balkon oder Fenster zu werfen. Das erspart nicht nur die lästige Schlepperei, vielmehr lässt sich mit dieser Methode auch die anschließende Reinigung des Treppenhauses von heruntergerieselten Nadeln vermeiden. Zudem wäre es ein schlechtes Signal an das neue Jahr, dieses gebückt und mit dem Kehrblech ausgestattet auf dem Treppenabsatz zu starten. Dann lieber doch kraftvoll und entschlossen die Altlast vom Balkon pfeffern. Schließlich ist dies nicht ausdrücklich verboten. Wer erinnert sich hier nicht an den passenden Ikea-Werbespot? Und genau wie in dem Reklame-Filmchen wird schon nichts schiefgehen. 

Und wenn doch? Kann es gehörigen Ärger geben, wie das Rechtsportal anwaltauskunft.de weiß. Denn wird Fenster oder Balkon als Abwurfstelle genutzt und der Baum trifft so beispielsweise ein Auto oder einen Fußgänger, haftet der Baumwerfer. Geschieht die schnelle Entsorgung allzu sorglos, und wird dabei ein Passant verletzt, erfüllt dies den Straftatbestand der fahrlässigen Körperverletzung. Wurde die Gefahr erkannt und eine Verletzung billigend in Kauf genommen, liegt sogar eine vorsätzliche gefährliche Körperverletzung vor. Und hierfür können auch Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren verhängt werden.

Glück im Unglück haben jene, die anstelle eines Personen- nur einen Sachschaden verursachen. Sei es an anderen Balkonen, auf dem Gehweg oder im Hof stehenden Fahrrädern oder sonstigen Gegenständen. Dabei dürfte es sich um eine fahrlässige Sachbeschädigung handeln, die nicht strafbar ist. Fällt die Fahrlässigkeit weg, droht bei Anzeige durch den Geschädigten durchaus eine Strafe. In jedem Fall muss der unbedachte Werfer für die entstandenen Schäden aufkommen. Ob die Haftpflichtversicherung für so viel Ungeschick geradesteht, dürfte äußerst fraglich sein.

Deshalb ist - wie immer im Leben - gesunder Menschenverstand gefragt. Derzeit aber besonders bei der Weihnachtsbaumentsorgung.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema