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Immobilienstreit auf Rügen Bürgerentscheid über Wohnturm bei Prora

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Das moderne Hochhaus würde Binz überragen - mit 104 Metern.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Gemeinde Binz diskutiert immer wieder über das Bauprojekt Prora. Nun steht die nächste umstrittene Entscheidung im Ort an: Ein Investor plant den Bau eines 104 Meter hohen Turms, der das Bild von Binz verändern würde. Nun soll ein Bürgerentscheid her.

Ein Turm höher als der Bahntower am Potsdamer Platz könnte bald auf Rügen stehen - wenn die Bürger von Binz sich für den Bau entscheiden. Die Gemeinde soll über den Bau des Wohnturms abstimmen, der hinter der monumentalen früheren NS-Immobilie Prora entstehen soll. Die Gemeindevertretung stimmte am mit 16 Ja- und einer Nein-Stimme für den Bürgerentscheid, der am 4. September parallel zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern stattfinden soll.

Investor Jürgen Breuer hatte im Januar angekündigt, ein 104 Meter hohes Hochhaus hinter der NS-Hinterlassenschaft in Prora errichten zu wollen. Er knüpfte die Investitionsentscheidung an ein positives Votum der Gemeinde. Rechtsverbindlich ist ein solcher Bürgerentscheid allerdings nicht. Darauf verweist der Landrat des Kreises, Ralf Drescher (CDU).

Online-Petition gegen den Bauturm

Laut Kommunalverfassung sind Bauplanungen von einem Bürgerentscheid ausgenommen. Der Kreis-Chef sieht das Vorhaben skeptisch, ebenso 1750 Bürger, die sich in einer Online-Petition gegen den Wohnturm ausgesprochen haben. Auch gegen den vom Landkreis geplanten Verkauf des Blocks 5 der Anlage, die von den Nazis als "Kraft durch Freude"-Seebad geplant war, regt sich Widerstand. Mehr als knapp 13.000 Menschen unterschrieben bis Donnerstagabend eine entsprechende Online-Petition. Die alten Blöcke der Anlage werden zurzeit zu Ferienwohnungen und Hotels umgebaut. Der Bürgerentscheid über den hohen Turm ist weiterer Diskussionsstoff für die Bürger von Binz.

Quelle: n-tv.de, sgu/dpa