Reise

Offensive gegen schlechten Ruf Marokko kämpft um seine Touristen

Wer sich im Sommer einmal Marrakesch ansehen will, der kann sich das Angebot von FTI ansehen. Der Veranstalter baut sein Marokko-Programm aus.jpg

Marrakesch ist ein Schmelztiegel der Kulturen.

(Foto: dpa)

Die nordafrikanischen Staaten haben es in Zeiten des Terrors nicht leicht, Touristen anzulocken. Marokko beispielsweise bietet mit Marrakesch den klassischen Traum aus tausendundeiner Nacht, muss sich aber gegen Unkenrufe behaupten.

Abdelhakim Mrabet, Reiseleiter und Fremdenführer, fühlt sich an der Ehre gepackt. Seine Aufgabe ist es eigentlich, Besuchern die schönen Seiten seines Landes zu zeigen. Doch immer wieder ist er damit beschäftigt, Bedenken auszuräumen. Deshalb wehrt er sich dagegen, dass sein Heimatland Marokko unter Generalverdacht gestellt wird.

Marokko leidet darunter, dass es als nordafrikanisches Land mit Unruhen und islamistischer Gefahr gleichgesetzt wird. Manche machen eben keinen Unterschied zwischen dem westlichsten der Maghrebstaaten und dessen Nachbarn. Dabei "ist es ein politisch stabiles Land mit guter touristischer und sicherheitspolitischer Infrastruktur", wie das Auswärtige Amt auf seiner Homepage meldet. Für Mrabet sind das gute Nachrichten, die seiner Überzeugung recht geben. Er sagt, die Marokkaner liebten vor allem ihren König. "Mohammed VI. hat viele Reformen angestoßen. In Marokko gibt es Evolution statt Revolution!"

Zu sehen und erst recht zu erleben ist das in Marrakesch. Die knapp eine Million Einwohner zählende "Perle des Südens" bietet einen Schmelztiegel der Kulturen und atemberaubende Gegensätze. Luxusherbergen sind in der Boomtown des Landes aus dem Boden geschossen. Ein ehrwürdiges Luxushaus ist das Royal Mansour Marrakesch. Es ist teilweise in die alte Stadtmauer integriert. Darüberhinaus gibt es eine Besonderheit: Das Hotel ist ein Projekt des Königs von Marokko. Das Spa des Hauses ist 2500 Quadratmeter groß und äußerst luxuriös.

Traditioneller Souk

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Markt in Marrakesch.

(Foto: imago/Karlheinz Pawlik)

Rollt eine große Karosse langsam die ausladende Hotelauffahrt herunter, muss der Fahrer aufpassen, nicht mit einem Ochsenkarren zu kollidieren. Innerhalb der 19 Kilometer langen roten Stadtmauern wirkt die Altstadt von Marrakesch, als stecke sie noch immer im Mittelalter. Nur Kamele, Ochsen oder Esel ziehen nicht mehr durch das Labyrinth der Souks, in denen Stoffe noch immer nach uralten Methoden gefärbt oder Möbel und Schmuck in langwieriger Handarbeit gefertigt werden.

Ein "ruhiges" Marokko existiert hier auf den ersten Blick nicht. Im Gewusel zwischen Antiquitätenläden, traditionellen Gold- und Silberschmieden und zahlreichen Gewürzhändlern muss der Besucher froh sein, nicht die Orientierung zu verlieren. "Hier sollen auch schon Menschen verloren gegangen sein", scherzt Mrabet und deutet auf den Ausgang. Der führt direkt auf den "Platz der Geköpften", wo es früher Hinrichtungen gab und die abgeschlagenen Köpfe ausgestellt wurden.

Vieles zu teuer, manches gewöhnungsbedürftig

Heute wird der Gauklerplatz Djemaa El Fna zur Dämmerung am späten Nachmittag von Akrobaten, Tänzern, Märchenerzählern, Zahnziehern und Schlangenbeschwörern beherrscht. Überall stapeln sich die Waren. Vieles ist zu teuer, manches gewöhnungsbedürftig, wie etwa die abgetrennten Schafsköpfe. Auf dem Djemaa El Fna lebt der Orient wie sonst nirgendwo auf der Welt. Viele Europäer sind seinem Zauber verfallen, mehr als 10.000 Zugereiste haben sich in Marrakesch niedergelassen.

Reine Erholung kann man auch in diesem Land bekommen: Marokko ist auch in unruhigen Zeiten um das Land herum wie gemalt dafür. Mit seinen 300 Sonnentagen bietet es nicht nur Orient pur in Marrakesch, es ist auch die Alternative zu den im Sommer bereits überbuchten Kanarischen Inseln für einen Strandurlaub. Die kilometerlangen Sandstrände rund um Agadir oder das malerische Küstenstädtchen Essaouira, die "Perle des Atlantiks", sind in nur wenigen Stunden erreichbar.

Quelle: ntv.de, sgu/spot