Reise

Mit Aphrodite-Saga gesegnet Paphos wird eine antike Kulturhauptstadt

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Der Aphrodite-Felsen nahe Paphos.

(Foto: imago/robertharding)

Die Liebesgöttin Aphrodite soll ganz in der Nähe von Paphos aus dem Meer gestiegen sein. Mehr Mythologie geht nicht - und mit so viel Sagen und antiker Geschichte will der zyprische Ort als Europäische Kulturhauptstadt punkten.

Die Vorbereitungen sind fast vollendet: Monatelang waren Straßen und Plätze aufgerissen und wurden neu asphaltiert, Gebäude wurden renoviert und neue Straßenschilder aufgestellt. Paphos, die Touristenstadt im Südwesten der Mittelmeerinsel Zypern, scheint bereit zu sein für den - wie es in den zyprischen Medien heißt - "kulturellen Höhepunkt ihrer jüngsten Geschichte": In diesem Jahr wird sie - neben dem dänischen Aarhus - die Kulturhauptstadt Europas sein. Die offiziellen Eröffnungsfeierlichkeiten sollen am 28. Januar rund um den Zentralen Platz der Stadt stattfinden. Es ist das erste Mal, dass eine Region der Republik Zypern diese Aufgabe übernimmt. Das ganze Projekt drohte wegen der schweren Finanzkrise zu scheitern. Doch die Zyprer haben es geschafft. Die Inselrepublik kommt aus der Krise heraus und schaut optimistisch in die Zukunft. 

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Die antiken Stätten sind die Highlights der Stadt.

(Foto: imago/robertharding)

Paphos wird 2017 ein multidimensionales Programm anbieten. "Die Völker, die als Reisende, Eroberer oder Händler hier waren, haben ihre Spuren hinterlassen, und die sind sichtbar", sagt der Chef des Organisationskomitees "Pafos2017", Christos Patsalides. Das Programm wird ein "Mosaik dieser Kulturen" und eine "Brücke zwischen den Kulturen" sein, fügt er hinzu. Die Touristen-Hafenstadt ist der perfekte Ort für diese Bestrebungen.

Aphrodite soll begeistern

Nur 15 Kilometer östlich der Stadt soll der Mythologie nach die Liebesgöttin Aphrodite aus dem Schaum des Meeres gestiegen sein. In der Nähe des Hafens soll Apostel Paulus gepredigt haben. Griechen, Perser, Araber, Kreuzritter, Osmanen und Briten, alle kamen auf die Insel als Eroberer oder Siedler und hinterließen ihre Bauten. Gräber, Burgen, Häfen und Tempel sind überall in und um Paphos zu sehen. "Wir sind hier im äußersten Südosten Europas die Drehscheibe der Kulturen", sagt die in Paphos geborene Rechtsanwältin Elena Taliotou. Sie sei stolz, dass ihre Geburtsstadt am Rande Europas ihre Kultur und die Kultur Zyperns dem breiteren Publikum zeigen wird.

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Maritimes Flair im Hafen von Paphos.

(Foto: imago/robertharding)

Paphos verfügt über einen großen Flughafen und kann mit Charterflügen aus vielen Staaten Europas erreicht werden. Es sind mehr als 350 Veranstaltungen vorgesehen. Vielfalt ist das Stichwort: Neben vielen lokalen Künstlern werden die Berliner Philharmoniker ihr Europakonzert 2017 (am 1. Mai) in Paphos geben. Sängerin Ute Lemper wird mit Werken von Kurt Weill und Bertolt Brecht in Paphos performen. Doch auch der Osten des Mittelmeeres mit einem musikalischen Ensemble aus dem benachbarten syrischen Aleppo steht auf dem Programm.      

Sommernächte in antiker Kulisse

Die meisten Veranstaltungen werden im Freien stattfinden. Die Kulisse ist malerisch: In Paphos gibt es einen Bilderbuch-Hafen und mehrere antike Stätten aus der hellenistischen und römischen Zeit. Im Sommer will sich Paphos von seiner modernen Seite präsentieren. Eine spektakuläre Sommernachtsfeier soll im Hafen am 1. Juli steigen. Die Veranstalter wollen überraschen und halten sich beim Programm bedeckt. "Es wird eine Open-Air-Veranstaltung der Superlative sein. Das kann ich verraten", sagt eine Mitarbeiterin des Organisationskomitees. Es gibt aber auch Schattenseiten: Das Archäologische Museum der Stadt wird wegen Renovierungsarbeiten bis November 2017 geschlossen bleiben.

Es gibt wohl auch zahlreiche organisatorische Probleme. Das zeigt die Tatsache, dass zwei Monate vor dem Auftakt ein neuer Verwaltungs-Manager gesucht wurde. Für einen Erfolg sind die Voraussetzungen dennoch gut: In Paphos herrscht mediterranes Klima. Selbst im tiefsten Winter sind es um die Mittagszeit 17 bis 20 Grad. Von April bis Ende Oktober herrschen sommerliche Verhältnisse. Da kann kein organisatorisches Problem die gute Laune verderben: "Bei uns wird der Besucher - egal zu welcher Jahreszeit er kommen wird - ein reiches Programm mit 1200 Künstlern genießen", sagt der Chef des Organisationskomitees, Patsalides. Und die Zyprer sind sich sicher - überall auf den Straßen von Paphos hängen Schilder mit dem Spruch: "Wir werden es schaffen."

Quelle: ntv.de, Takis Tsafos, dpa