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Drahtlos auf hoher See WLAN auf Kreuzfahrtschiffen ist teuer

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So lange das Schiff im Hafen liegt, haben die Passagiere keine Probleme mit der Internetverbindung.

dpa

In Hotels zählt kostenloses WLAN inzwischen zur Standardausstattung - doch in der Kreuzfahrtbranche ist dieser Service noch nicht angekommen. Die Luxusliner sind zwar groß wie Kleinstädte, doch Internet ist ein heikles Thema. Woran liegt das eigentlich?

Auf den Sieben Weltmeeren gemütlich im Liegestuhl liegen, die Sonne genießen, den Horizont fest im Blick - Kreuzfahrten liegen nicht nur im Trend, sie bieten auch viel Luxus. Doch will man die Urlaubsmomente mit seinen Liebsten zu Hause teilen, zum Beispiel per E-Mail oder Whatsapp, wird es richtig schwer: Reedereien haben heutzutage ihre Kreuzfahrtschiffe zwar alle mit Internet ausgestattet, doch der Empfang funktioniert nur über Satellitenverbindungen.

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Das Benutzen von Handy und Internet kann auf einer Kreuzfahrt ganz schön teuer werden.

(Foto: reuters)

Und genau das ist das Problem: Die Verbindungen sind oft langsam und vor allem sehr teuer. Bis zu 70 Cent pro Minute kostet das Surfen auf hoher See. Auch wenn man gleich ganze Minuten- oder Datenpakete bucht, wird es nicht wirklich günstig. Für die hohen Preise gibt es zwei Ursachen, so Franz Neumeier, Journalist und Kreuzfahrt-Experte. Die Schiffe bewegen sich zum Einen fernab der Zivilisation in absoluter Abgeschiedenheit auf hoher See. Satellitentechnik ist daher nötig, um das Internet an Bord zu bringen - die kostet.

Hinter den hohen Preisen steckt Kalkül

Zum anderen sind der Bandbreite des Netzes auf dem offenen Meer enge Grenzen gesetzt, denn wenn zu viele Menschen gleichzeitig online sind, wird die Verbindung extrem langsam."Die Preise haben damit auch einen gewissen prohibitorischen Zweck." Soll heißen: Reisende sollen von vornerein von übermäßiger Nutzung abgehalten werden. Damit wollen die Veranstalter verhindern, dass die Leitung überlastet ist.

Reisende, die sich entscheiden, minutenweise abzurechnen, anstatt bestimmte Datenmengen oder -pakete zu zahlen, profitieren nur dann, wenn die Leitungen schnell sind. Das bedeutet, sie sollten das Internet immer dann benutzen, wenn möglichst wenig andere Passagiere online sind: "Dann gehen mehr Daten durch die Leitung und man nutzt die Surfzeit effektiver", so Neumeier.

Früh am Morgen ist zum Beispiel ein guter Zeitpunkt. Viele Passagiere schlafen dann noch oder bereiten sich aufs Frühstück vor. Später am Vormittag oder am frühen Abend ist hingegen eine Stoßzeit fürs Internet an Bord.

Eine Alternative ist, mit dem Gang ins Netz bis zum nächsten Hafen zu warten. Dort gibt es die Möglichkeit, kostenlose WLAN-Hotspots vom Hafenbetreiber selbst oder in umliegenden Cafés zu nutzen.

Trendwende in Sicht?

Was die hohen Preise für die Internetnutzung betrifft, könnte es jedoch bald eine Änderung geben, denn den Kreuzfahrtkunden sind sie auf Dauer nicht zu vermitteln. Reedereien wie Aida Cruises, Costa und Royal Caribbean International seien auf den Trend bereits aufgesprungen, so Neumeier.

Auch Celebrity Criuses kündigte jüngst an, flottenweit Highspeed-Internet anzubieten. Vielleicht wird das Internet auf Kreuzfahrtschiffen also bald erschwinglicher, Reisende sollten aber vor allem nicht vergessen, ihre Zeit an Bord zu genießen - ohne permanent online zu sein.

Quelle: n-tv.de, lvb/dpa

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