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Ausnahmezustand in der Türkei Was das für Urlauber bedeutet

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Erdogan-Anhänger feiern in Istanbul die Verhängung des Ausnahmezustands.

(Foto: dpa)

In der Türkei gilt der Ausnahmezustand. Nach dem Putschversuch dürfte die Verunsicherung vieler Touristen nun noch größer werden. Aber wie sieht es reiserechtlich aus: Können sie ihren Urlaub kostenlos stornieren?

Der Ausnahmezustand in der Türkei berechtigt Reisende nicht grundsätzlich dazu, kostenlos von gebuchten Reisen in das Land zurückzutreten. Es sei allgemein kein Umstand höherer Gewalt, sagt der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover. Er bezieht sich dabei vor allem auf die Badeorte der Türkei.

Laut Auswärtigem Amt können aufgrund des Ausnahmezustands kurzfristig überall Ausgangssperren verhängt und auch Personenkontrollen durchgeführt werden. Es empfiehlt Reisenden, immer einen gültigen Ausweis dabeizuhaben. In Istanbul und Ankara rät das Amt Reisenden nach dem Putschversuch außerdem zu äußerster Vorsicht: Im Zweifelsfall sollen sie in ihre Hotels zurückkehren.

Für diese Städte schätzt auch Reiserechtler Degott die Lage anders ein: Hier gehe er schon davon aus, dass man Städtereisen etwa nach Istanbul nun wegen höherer Gewalt absagen könne.

Die großen Reiseveranstalter wie Tui und Thomas Cook hatten ohnehin schon vor der Bekanntgabe des Ausnahmezustands Reisenden die Möglichkeit eingeräumt, Städtereisen nach Istanbul für Abreisen bis zum 31. Juli kostenfrei umzubuchen oder zu stornieren.

Ausnahmezustand seit Nacht zu Donnerstag in Kraft

Der Ausnahmezustand, mit dem die türkische Führung fünf Tage nach der Niederschlagung des Putschversuches von Teilen der Militärs reagiert hat, war in der Nacht zum Donnerstag in Kraft getreten. Erdogan hatte als Begründung angegeben, effektiver gegen Anhänger des Predigers Fethullah Gülen im Staatsdienst vorgehen zu können, den er für den Drahtzieher des am Samstag niedergeschlagenen Umsturzversuches hält.

Vize-Ministerpräsident Kurtulmus sicherte zu: "Dass Versammlungen und Demonstrationen verboten werden und Menschen nachts nicht auf die Straße gehen dürfen oder dergleichen, wird es niemals geben. Das kann ich für die gesamte Türkei sagen." Die Grundrechte blieben gewahrt. Erdogan wandte sich noch in der Nacht ans Volk. "Habt keine Sorge", sagt er. "Es wird im Ausnahmezustand definitiv keine Einschränkungen geben. Dafür garantieren wir." Er fügt hinzu: "Wir werden von der Demokratie keinen Schritt abweichen."

Quelle: n-tv.de, abe/dpa

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