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Sechs Titel und ein Gold-König Deutsche Rekord-WM berauscht den DSV

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Markus Eisenbichler nimmt gleich dreimal WM-Gold mit heim aus Seefeld, Katharina Althaus belohnt sich mit zwei Titeln und einmal Silber.

(Foto: www.imago-images.de)

Mit sechs Goldmedaillen stellt der Deutsche Skiverband bei der Nordischen WM sein Rekordergebnis ein. Überragend: Die Kombinierer und Skispringer Markus Eisenbichler als dreifacher Weltmeister. Entsprechend positiv fällt das deutsche Fazit, trotz des WM-Dopingskandals.

Markus Eisenbichler der "König der WM", Oldie Eric Frenzel und die junge Katharina Althaus sind Medaillen-Garanten, insgesamt gibt es sechsmal Gold: Als das deutsche WM-Team nach elf rauschenden Tagen in Seefeld die Koffer packte, herrschte passend zum Wetter eitel Sonnenschein mit nur wenigen Wolken. "Ich kann ein überaus positives Fazit ziehen", sagte DSV-Präsident Franz Steinle. Einzig der Dopingskandal trübte den Gesamteindruck, auch wenn der DSV nach jetzigem Stand nicht betroffen ist. Zum Abschluss gab es am Samstag noch einmal Skisprung-Gold im Mixed und Kombinations-Silber mit der Staffel.

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Mit insgesamt sechs Goldmedaillen stellte das DSV-Team den Rekord von 2017 ein - ohne das Wetterchaos beim Skispringen der Männer von der Normalschanze am Freitag wäre wohl noch mehr möglich gewesen. "Die Messlatte war hoch, aber wir haben die Erwartungen voll erfüllt", sagte Steinle. Und schließlich müsse für die Heim-WM in Oberstdorf 2021 ja noch Luft nach oben bleiben. Vor allem auf der Schanze glänzte das DSV-Team, in sechs Wettbewerben gab es viermal Gold.

Eisenbichler war gleich an drei Titeln beteiligt, vor ihm war das in der WM-Geschichte nur den Österreichern Gregor Schlierenzauer und Thomas Morgenstern gelungen. "Was Markus hier geleistet hat, war fantastisch", sagte Werner Schuster nach dem abschließenden Sieg im Mixed, das gleichzeitig sein letzter WM-Wettkampf als Bundestrainer war. Weil auch die erfolgreichste Springerin der WM (Althaus) und der beste Kombinierer (Frenzel) aus Deutschland kamen, sprach auch Horst Hüttel von "zwei grandiosen Wochen in Innsbruck und Seefeld". Dem DSV-Team sei es "wieder einmal gelungen, aus allen Athleten zum richtigen Zeitpunkt das Beste herauszuholen", sagte der Sportliche Leiter für Skisprung und Kombination: "Wir fahren alle mit einem ganz tollen Gefühl nach Hause."

Dopingskandal trübt die WM

Für einen schalen Beigeschmack sorgte der längst nicht aufgearbeitete Dopingskandal, dessen Dimensionen sich noch gar nicht abschätzen lassen. Steinle betonte erneut, dass kein DSV-Athlet mit dem Erfurter Mediziner Mark S. zusammengearbeitet habe. "Uns tut es weh und verärgert es, dass man nicht zwischen dem Netzwerk von Ärzten und dem Sport als solchem differenziert. Wir haben mehrfach betont, dass nach unseren Recherchen kein DSV-Athlet durch den Arzt betreut wurde", sagte Steinle, sagte aber auch: "Natürlich trübt das eine WM."

Die Skilangläufer blieben wie erwartet zum vierten Mal in Folge ohne Medaille, zeigten aber aufsteigende Tendenz. "Insgesamt waren wir erfolgreicher als erhofft. Vor allem die Mädels waren auf den Punkt topfit. Die Medaillen heben wir uns für Oberstdorf auf", sagte Bundestrainer Peter Schlickenrieder, der mit Kritik an Norwegens vorbelasteter Langlauf-Dominatorin Therese Johaug für Aufsehen gesorgt hatte. Mit Rang vier in der Frauen-Staffel und Platz fünf durch Victoria Carl im Sprint durfte das deutsche Loipen-Team zumindest am Podest schnuppern.

Am Schlusstag übergab Seefeld dann auch offiziell den Staffelstab an Oberstdorf. "Wir freuen uns ungeheuerlich auf die WM 2021. Die Messlatte liegt jetzt hoch. Wir werden versuchen, diese Vorgabe zu erfüllen, in allen Disziplinen", sagte Steinle. Das nächste Wintermärchen kann kommen.

Quelle: n-tv.de, Erik Roos/Christoph Leuchtenberg, sid