Sport

Sänger auf dem Fußball-Platz Die Wunsch-Elf des Popstars Falco

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Sänger Falco tauschte für ein Fußball-Training den Anzug gegen den Jogginganzug.

(Foto: imago stock&people)

Musiker Falco war nicht gerade für seine Sportlichkeit bekannt. 19 Jahre ist der österreichische Sänger nun schon tot. Musik und Exzentrik aber sind unvergessen. Wie etwa ein PR-Auftritt im Jogginganzug.

Im Mai 1987 nahm Popstar Falco - mit einer grauen Schlabberbuchse und einer roten Adidas-Jacke ausstaffiert - an einer Trainingseinheit des 1. FC Nürnberg teil. Zusammen mit Dieter Eckstein, Stefan Reuter und einem Heer an Fotografen und Kamerateams hechtete der Österreicher zu PR-Zwecken dem Ball hinterher, wiewohl "die etwas zu üppig ausgefallenen Regionen um den Bauchnabel" und der langjährige Zigaretten-Konsum das Laufen etwas erschwerten. Zudem musste der Musiker - als er zum wiederholten Male beim Elfmeterschießen das runde Leder vor seinen Beinen verfehlte - kleinlaut eingestehen, dass er in seinem Leben leider Fußball noch "nie gespielt" habe.

Auf die Frage nach seiner liebsten Leibesübung antwortete der "Plattenmillionär" aus den Bergen nicht gänzlich unerwartet: "Dreimal dürfen Sie raten, Sie kommen gewiss drauf."

Vorbilder: Elton John und Rod Stewart

Zu gerne hätte der erfolgreiche Sänger, der ein Jahr zuvor mit seinem Hit "Rock Me Amadeus" drei Wochen lang Platz 1 in den US-amerikanischen Billboard-Charts einnahm, damals einen Teil seiner üppigen Erlöse in den Ballsport gesteckt: "Einen Fußballverein würde ich gern finanzieren, so wie der Elton John. Oder Rod Stewart mit der schottischen Nationalmannschaft."

Eine kickende Wunschelf mit "Flair" hatte der österreichische Popstar auch schon klar vor Augen, wie er dem Reporter des "Fussball-Magazins" in seinen "heiteren" Ausführungen anvertraute: "Im Tor müsste ein Dicker stehen. Am besten Fats Domino. Alice Cooper spielt Stopper. Der schaut so gruselig aus, an dem traut sich keiner vorbei. Libero spiele ich selbst. Ich bin immer gerne libero. Als Mittelstürmer wäre Peter Maffay ideal. Der hat viel Power. Linksaußen müsste der Konstantin Wecker spielen. Rechtsaußen der Jörg Haider."

Beim Thema Ersatzbank zögerte Falco kurz, wischte sich mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn, fand aber schließlich doch noch einen Wunschkandidaten für sein Team: "Ich kenne im Showbusiness keine richtigen Arschlöcher, die ich auf die Ersatzbank setzen würde. Höchstens den Roy Black, aber nur, weil er im Augenblick nicht so richtig fit ist."

Als Coach nahm der Popstar, der im wahren Leben Hans Hölzel hieß, Frank Sinatra ("Der hat mit Abstand die meiste Erfahrung") mit in seinen virtuellen Wunschkader auf und bestimmte als Mann in Schwarz spontan den damaligen CSU-Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß.

Und auf die Frage, was es denn bei Siegesfeiern geben solle, antwortete der Musiker, der 1995 mit dem Hit "Mutter, der Mann mit dem Koks ist da" Erfolge feierte, breit grinsend: "Nur Alkohol."

Quelle: ntv.de