Fußball-WM 2019

Nicht ideal, aber "überkritisch" DFB-Elf im "Kampfmodus" mag nicht rechnen

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Voll dabei: Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg.

(Foto: dpa)

Das deutsche Team steht bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich bereits sicher im Achtelfinale. Gegen Südafrika soll der Gruppensieg her, damit der nächste Gegner nicht USA heißt. Dafür gönnt die Bundestrainerin ihren Spielerinnen auch einen Nachmittag am Strand.

Auf Rechenspielchen hat die DFB-Elf bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich mal so gar keine Lust. Und quartiert Torfrau Almuth Schult aus. "Almuth hatte deshalb jetzt ja auch ein Einzelzimmer", sagt Linda Dallmann auf die Frage, ob das Team denn die Konstellationen in der Vorrundengruppe B kenne. Gelächter bei der Pressekonferenz, Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg klatscht auf dem Podium mit Dallmann ab. Der Hintergrund: Schult hatte bei der WM vor vier Jahren in Kanada einen Plan und ihre damalige Zimmerkollegin Tabea Kemme mit ihrem Fachwissen genervt.

Diesmal kennt das Team nur einen Plan: "Ganz klar ist unser Ziel, mit drei Punkten und einem Sieg vom Platz zu gehen", sagt Voss-Tecklenburg. Im dritten und letzten Gruppenspiel gegen Südafrika an diesem Montag (ab 18 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) geht es um den Gruppensieg, der Einzug ins Achtelfinale ist nach 1:0-Siegen gegen China und Spanien sicher.

Doch nur als Gruppenerster würde das DFB-Team dem haushohen Favoriten USA aus dem Weg gehen. Eine machbare Aufgabe, ein Remis reicht, um nach Grenoble und nicht nach Reims weiterzureisen. Die Bundestrainerin sagt: "Wir haben eine sehr gute Ausgangslage für den ersten Platz. Dafür müssen wir den entscheidenden Schritt machen." Auf Unentschieden aber will keiner spielen. Das könnte gegen Südafrika auch heikel werden. Das Team von Trainerin Desiree Ellis muss gewinnen, um überhaupt noch die Möglichkeit zu haben, weiter mitspielen zu dürfen.

"Egal, wer startet"

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Linda Dallmann darf sich auf einen Einsatz gegen Südafrika Hoffnung machen.

(Foto: imago images / Hartenfelser)

Dallmann, die nach dem Turnier von der SGS Essen zum FC Bayern wechselt, sagt über Banyana Banyana: "Das ist ein Gegner, der uns die drei Punkte nicht schenkt. Sie spielen mit viel Leidenschaft und werden alles raushauen." Auch Schult ist sicher, dass die Südafrikanerinnen kämpfen und hart spielen werden, darauf sei das Team eingestellt. Vollgas also, vermutlich mit einer erneut veränderten Startelf. "Natürlich gibt es diese Überlegungen. Wir werden viele Faktoren mit einfließen lassen", sagt Voss-Tecklenburg. "Für uns ist es mehrheitlich egal, wer startet. Weil wir den Spielerinnen, die starten, und denen, die auf der Bank sitzen, vertrauen."

Die Belastungssteuerung und taktische Erwägungen spielen eine Rolle. Mehr verraten will sie wie vor dem Spiel gegen Spanien aber nicht. Profitieren könnte dieses Mal die 24 Jahre alte Dallmann, die noch nicht zum Einsatz kam. Die Mittelfeldspielerin sieht sich und ihre Kolleginnen aber nicht als Ersatz- sondern vielmehr als Ergänzungsspielerin. "Es gibt ganz viele Sachen, mit denen wir die Mannschaft unterstützen können." Und: "Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst." Gerade weil das Team sich in den bisherigen Spielen noch nicht in Titelform gezeigt hat, können Dallmann und Co. hoffen.

Spielerinnen sind "überkritisch"

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Kritik müssen sich dagegen Alexandra Popp und Lena Goeßling gefallen lassen. Ex-Nationalspielerin Inka Grings hatte ihre Führungsschwäche bemängelt. Voss-Tecklenburg ist wenig amüsiert: "Ich werde nichts extern über einzelne Spielerinnen erzählen." Nur so viel: "Ich habe noch keine Spielerin in diesem Turnier erlebt, die gesagt hat: Ich bin zufrieden mit mir. Im Gegenteil. Manchmal sind sie sogar überkritisch." Auch um negative Gedanken auszuschalten, hat sich das deutsche Team in den vergangenen Tagen in Montpellier kleine Auszeiten gegönnt.

Einen Nachmittag verbrachte die gesamte Delegation am Strand. Ziel war die Beach-Bar Paillote Bambou in La Grande-Motte, etwas außerhalb der Stadt. In ein paar freien Stunden bummelten die Spielerinnen zudem durch die historische Altstadt. "Wir brauchen diese Balance aus intensiver Arbeit auf und neben dem Platz und den Räumen, wo gelacht wird und die Anspannung, die in den Spielen zu spüren war, beiseite gelegt wird und der Kopf frei  ist", sagt Voss-Tecklenburg. Aber: "Im Training ist immer Kampfmodus." Und so soll es auch im Spiel gegen Südafrika sein.

Quelle: n-tv.de

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