Fußball-WM 2019

"Wir werden für Maro spielen" Geschocktes DFB-Team leidet mit Marozsán

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Trotz Zehenbruch spielt Marozsán das Spiel gegen China noch zu Ende.

(Foto: imago images / Xinhua)

Sie träumt vom Finale in ihrer Wahlheimat Lyon, doch nun muss Dzsenifer Marozsán erst einmal einen Schock verkraften: Die Regisseurin der DFB-Elf bricht sich im Auftaktspiel der Fußball-Weltmeisterschaft einen Zeh. Es ist nicht der erste bittere Rückschlag für die 27-Jährige.

Pünktlich zur Hiobsbotschaft ziehen Wolken am zuvor sonnigen Himmel über dem nordfranzösischen Valenciennes auf. Es ist eine Schocknachricht, die das deutsche Fußball-Nationalteam der Frauen verkünden muss: Starspielerin Dzsenifer Marozsán fällt aus. Die Regisseurin der DFB-Elf erlitt im WM-Auftaktspiel gegen China einen Zehenbruch.

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"Es war ein Schock", sagt Martina Voss-Tecklenburg. Schon in der Anfangsphase sei es passiert, aber die Offensivspielerin habe "im wahrsten Sinne des Wortes auf die Zähne gebissen". "Sie hat damit noch 75 Minuten gespielt und sich in den Dienst der Mannschaft gestellt", erklärt die Bundestrainerin bei der Pressekonferenz vor dem zweiten Spiel der Gruppe B gegen Spanien (Mittwoch, 18 Uhr bei ZDF und im Liveticker bei n-tv.de).

"Der Ausfall tut weh. Auch persönlich, weil es ein besonderes Turnier für Dzseni ist", so Voss-Tecklenburg weiter. Die Weltmeisterschaft findet in Marozsáns Wahlheimat Frankreich statt, wo sie beim Champions-League-Sieger Olympique Lyon spielt. Die Spielerin des Jahres in Frankreich träumt von den Halbfinals und dem Finale im eigenen Stadion in Lyon. Doch bis dahin ist es nun für sie wohl vor allem ein schmerzhafter Weg. In der Vorrunde wird die 27-Jährige definitiv nicht mehr spielen können. Doch die medizinische Abteilung werde laut Voss-Tecklenburg alles versuchen, dass sie noch während der WM wieder zum Einsatz kommen kann. 

"Maro kann man nicht ersetzen"

Wer die Regisseurin ersetzt, will die Bundestrainerin noch nicht verraten. "Ich möchte dazu vorher nichts sagen, damit wir Spanien vielleicht überraschen können." Nur eins sei klar: "Maro kann man nicht ersetzen." Wie wichtig Marozsán für das Team ist, zeigt auch die Reaktion ihrer Mitspielerinnen. "Wir waren alle geschockt und traurig", so Leonie Maier. Dennoch ist sie überzeugt: "Wir können das als Kollektiv kompensieren." Und ein Ziel treibt das Team nun an: "Wir werden für Maro spielen."

Ohne die begnadete Fußballerin Marozsán komme es laut Voss-Tecklenburg gegen Spanien nun auf Kleinigkeiten an. "Jedes Spiel ist ein Endspiel und eine große Herausforderung." Nur wer 100 Prozent gebe und gehe, könne am Ende triumphieren. Eine Devise, die nicht nur für die anstehende Partie gegen Spanien gilt. Trotz aller Durchhalteparolen wirkt es, als bringe die Verletzung von Marozsán alles durcheinander.

Für Marozsán ist es nicht der erste bittere Ausfall bei einem Turnier. Vor der WM 2011 in Deutschland riss sie sich das Innenband im Knie und konnte gar nicht erst teilnehmen. Bei der WM 2015 knickte sie vor dem ersten Spiel auf dem Kunstrasen in Kanada um - und schleppte sich mühsam durchs Turnier. Anschließend fiel sie wegen einer Operation am Sprunggelenk monatelang aus. Erst vor elf Monaten hatte eine beidseitige Lungenembolie beinahe ihre Karriere zerstört. Und jetzt der Zeh - bitter.

Quelle: n-tv.de

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