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Leverkusen zeigt Königsklasse Klatsche für Kovac, Köln und HSV punktlos

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Niko Kovac und Eintracht Frankfurt drohen nach der Klatsche in Leverkusen unruhige Tage.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Nach dem unerfreulichen Durchsickern des Kovac-Wechsels kassiert Frankfurt in Leverkusen den nächsten Stimmungsdämpfer. Das CL-Duell am 30. Bundesliga-Spieltag endet mit einer Klatsche. Auch Köln und der HSV verlieren - und zwar neben Punkten die Hoffnung.

Bayer Leverkusen - Eintracht Frankfurt 4:1 (1:1)

Der künftige Bayern-Trainer Niko Kovac verliert mit Eintracht Frankfurt die Champions-League-Qualifikation aus den Augen. Der 46-Jährige, dessen Wechsel zum deutschen Rekordmeister FC Bayern am Vortag offiziell bestätigt worden war und für viel Unmut in Frankfurt gesorgt hatte, unterlag mit den Hessen beim direkten Konkurrenten Bayer Leverkusen verdient 1:4 (1:1). Die Eintracht fiel durch ihre fünfte Auswärtsniederlage in Serie auf Rang sechs zurück und könnte sogar aus den Europaliga-Rängen rutschen.

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Kevin Volland wurde mit drei Toren zum Frankfurt-Schreck.

(Foto: imago/Uwe Kraft)

Bayer festigte hingegen Rang vier und feierte zudem eine gelungene Generalprobe für das Halbfinale im DFB-Pokal gegen die Bayern am Dienstag. Torjäger Kevin Volland mit einem Hattrick (71., 77. und 88.) sowie Julian Brandt (20.) trafen für die Werkself, die fünf Tage nach ihrem 4:1 bei Vizemeister RB Leipzig einen weiteren Kontrahenten im Kampf um ein Königsklassen-Ticket deklassierten. Der mexikanische Nationalspieler Marco Fabian (23.) hatte mit seinem ersten Saisontreffer für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt.

Hertha BSC - 1. FC Köln 2:1 (0:1)

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Davie Selke schoss Hertha zum ersten Heimsieg 2018 - und Schlusslicht Köln ein Stückchen näher Richtung Abstieg.

(Foto: imago/Bernd König)

Die Kölner Hoffnung lebte genau 48 Minuten - dann beendete Herthas Davie Selke mit einem Tore-Doppelpack wohl die letzten Erstliga-Träume des FC. Ein Treffer von Leonarde Bittencourt in der 29. Minute hatte im Berliner Olympiastadion kurzzeitig für neue Spannung im Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga gesorgt. Doch nach dem 2:1 (0:1)-Sieg der Hertha besteht für den 1. FC Köln nur noch eine theoretische Chance auf die Rettung. Mit 21 Zählern fehlen dem Tabellenletzten vier Spieltage vor der großen Abrechnung weiter sechs Punkte auf Abstiegs-Relegationsrang 16. Mainz (27) kann am Montag zum Abschluss der 30. Liga-Runde gegen den SC Freiburg (30) sogar noch weiter davonziehen.

Die Berliner sind mit 39 Punkten Zehnte. Hertha versöhnte in der zweiten Halbzeit und mit dem ersten Heimsieg im Jahr 2018 vor allem die eigenen Fans, die das Team noch mit gellenden Pfiffen in die Halbzeitpause geschickt hatten. Nicht nur die Mannschaft, sondern auch der Hertha-Vorstand mussten heftige Unmutsbekundungen einstecken. Aber dann beendete Selke nach 350 Minuten die Berliner Torflaute im eigenen Stadion (49.) vor 49 253 Zuschauern mit einem präzisen Schrägschuss. Kurz darauf nutzte er eine flache Hereingabe von Nationalspieler Marvin Plattenhardt zum Siegtreffer - es war das 1000. Bundesliga-Heimspieltor der Berliner.

1899 Hoffenheim - Hamburger SV 2:0 (2:0)

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Mit schweren Abwehrpatzern lud der HSV die Hoffenheimer zu zwei Treffern ein.

(Foto: imago/DeFodi)

Für den Hamburger SV kommt nach dem 0:2 (0:2) bei 1899 Hoffenheim der erste Abstieg aus der Fußball-Bundesliga immer näher. Eine Woche nach dem Sieg gegen Schalke 04 (3:2) ist die Hoffnung des Tabellenvorletzten auf ein Fußball-Wunder wieder gesunken. Vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena festigten dagegen die Kraichgauer durch die Tore von Serge Gnabry (18. Minute) und Adam Szalai (24.) ihren Europacup-Platz. Es war bereits die siebte Partie ohne Niederlage und zugleich der dritte Heimsieg ohne Gegentor.  Die Gastgeber waren von Anfang an die dominierende und stark kombinierende Kraft und ließen den Hanseaten kaum Raum zur Entfaltung. 1899-Cheftrainer Julian Nagelsmann schickte in Andrej Karmaric, Szalai und Gnabry gleich drei Stürmer auf den Platz.  Für die erste Chance sorgte jedoch Innenverteidiger Benjamin Hübner (9.), der aus 20 Metern ins untere rechte Toreck des HSV traf. Doch Referee Harm Osmers erkannte den Treffer nach Videobeweis wegen einer Abseitsstellung zurecht nicht an. Sieben Minuten später gingen die Hoffenheimer regulär durch Gnabry in Führung, der sich gegen Rick van Drongelen durchsetzte und aus kurzer Distanz einschoss. Für den Ende der Saison zum FC Bayern zurückkehrenden Angreifer war es der sechste Treffer im sechsten Spiel hintereinander.

VfB Stuttgart - Hannover 96 1:1 (0:0)

Der VfB Stuttgart und Hannover 96 nähern sich in kleinen Schritten dem Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga. Die Schwaben und Niedersachsen trennten sich im Aufsteiger-Duell am 30. Spieltag auf überschaubarem Niveau 1:1 (0:0) und vergrößerten den Punkteabstand auf den Tabellenkeller zumindest vorübergehend. Stuttgart (39 Punkte) durfte nach Erik Thommys sehenswertem Schlenzer zur Führung (53.) vom erlösenden Sieg träumen. Doch Niclas Füllkrug rettete den weitgehend harmlosen Gästen (36) in der  Nachspielzeit mit seinem zwölften Saisontreffer (90.+1) noch ein schmeichelhaftes Unentschieden. Dennoch erwartet Hannover am Donnerstag eine turbulente Mitgliederversammlung, in der es laut  Präsident Martin Kind wegen dessen Zwist mit Teilen der Fans um die Zukunft des Klubs geht. Die VfB-Ultras unter den 57.131 Zuschauern solidarisierten sich mit den Gäste-Fans: "Volkssport Fußball  jetzt KINDersicher machen - 50+1 bleibt!", stand auf einem rund 50 Meter langen Spruchband vor der Cannstatter Kurve, dazu gab es Sprechchöre gegen den 96-Boss.

Quelle: ntv.de, cwo/dpa/sid