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Liverpool soll Double gewinnen Klopp trotzt Fans und will maximalen Erfolg

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Jürgen Klopps "Mentalitätsbestien" um Virgil van Dijk (Mitte) können in den nächsten Wochen viel gewinnen - oder am Ende einer langen Saison mit leeren Händen dastehen.

(Foto: imago images / AFLOSPORT)

Das Viertelfinale gegen den FC Porto soll für Jürgen Klopps FC Liverpool in der Champions League nur Durchgangsstation sein. Das erklärte Ziel: Das Endspiel am 1. Juni in Madrid. Dorthin will es auch Manchester City mit den Nationalspielern Leroy Sané und Ilkay Gündogan schaffen.

Die Liverpool-Fans, sagt Jürgen Klopp, würden für die erste englische Fußballmeisterschaft seit 29 Jahren "aus dem 16. Stock springen" - und dafür sogar die Champions League "abschenken". Doch Klopp selbst will davon nichts wissen, er strebt nach maximalem Erfolg. "Warum nicht beides?", fragt er, Premier-League-Pokal und Henkelpott. Die nächste Königsklassen-Hürde FC Porto soll für den Bayern-Bezwinger auf dem Weg ins Finale nach Madrid zur Durchgangsstation werden.

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An den 14. Februar 2018 "werden sie sich bestimmt noch erinnern" - Roberto Firmino und Mohamed Salah trafen beim 5:0 jeweils einmal, Sadio Mané dreimal.

(Foto: imago/PA Images)

Während Titel-Rivale Manchester City an diesem Dienstag im Viertelfinale zum aufreibenden Premier-League-Duell bei Tottenham Hotspur antritt (beide Spiele ab 21 Uhr im Liveticker auf n-tv.de), haben Klopps Reds zur gleichen Zeit ein vermeintlich leichtes Spiel. "Wir wissen, dass viele Leute sagen, Porto sei das leichteste Los", sagt Klopp, und fügt mahnend an: "Das ist Quatsch. Leute, die wirklich Ahnung von Fußball haben, wollen Porto nicht als Gegner haben. Das ist ein richtiges Brett." In der vergangenen Saison gewann Liverpool jedoch auf dem Weg ins Endspiel im Achtelfinale sogar in Porto 5:0.

"Mentalitätsbestien" vor der Unsterblichkeit

Doch dieser Coup könnte sich nun als Hypothek erweisen. "Bei der Auslosung habe ich gedacht: Oha, in Porto werden sie sich bestimmt noch an dieses Spiel erinnern", sagt er. Entsprechend forsch erwartet Klopp den portugiesischen Meister. "Wir müssen auf alles gefasst sein", betont er. Dass seine Jungs mit Druck umgehen können, bewiesen sie nicht erst in der ersten K.-o.-Runde beim beeindruckenden 3:1 in München - sondern auch Woche für Woche in der Liga. "Sie sind Mentalitätsbestien", sagt Klopp über Mohamed Salah und dessen Kollegen.

Das "Liverpool Echo" sieht für Klopp und seine Mannschaft "noch fünf Spiele bis zur Unsterblichkeit" - und zwar in der Liga und Europa. Porto ist trotz Klopps Warnung der dankbarste Gegner. Zwar tönt Verteidiger Pepe: "Ich habe die Champions League schon dreimal gewonnen (Anm.d.Red. mit Real Madrid), und diese Saison wird, so Gott will, das vierte Mal folgen." Doch der Klub um Star-Torwart Iker Casillas hat keines seiner 18 Spiele auf der Insel gewonnen und in den jüngsten sechs nicht mal getroffen.

"Jeder hat ein Stadion, jeder hat Fans"

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Mit Leroy Sané (l.) und Kevin de Bruyne kommt mit viel Tempo viel Arbeit auf die Tottenham Hotspurs zu.

(Foto: imago/Action Plus)

Pepe und Mittelfeldmann Hector Herrera sind ebenso wie Liverpools Andy Robertson gesperrt. Während Klopp noch auf das "Double" hofft, strebt Kollege Pep Guardiola mit City dem "Quadruple" entgegen. Der Ligapokalsieg ist schon fix, im FA Cup steht Manchester mit den Nationalspielern Leroy Sané und Ilkay Gündogan im Finale. "Es ist unglaublich, was die Spieler leisten", sagt Guardiola, "dass wir überhaupt noch die Möglichkeit haben, alles zu gewinnen, ist ein Wunder. Wir versuchen es durchzuziehen."

Dass seine viel belasteten Stars nur zweieinhalb Tage nach dem FA-Cup-Halbfinale gegen Brighton (1:0) zu den Spurs müssen, darf laut Guardiola kein Faktor sein. "Große Klubs" suchten nicht nach Ausreden, sagt er. Tottenham setzt vor der internationalen Premiere seiner neuen Prunk-Arena auch auf den Heimvorteil, doch Kevin De Bruyne meint: "Mir ist das Stadion wurscht. Alle reden davon, als wäre es etwas Besonderes. Jeder hat ein Stadion, jeder hat Fans."

Quelle: n-tv.de, Marco Mader, sid

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