Sport

Jugendeishockey-Team gedopt Russland tauscht Nationalmannschaft aus

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Der russische Eishockey-Nachwuchs ist wegen verbreitetem Meldonium-Missbrauchs angezählt.

Der Doping-Geschichte im russischen Sport droht ein neues Kapitel: Mindestens die Hälfte aller Spieler der U18-Nationalmannschaft soll vor der WM positiv getestet worden sein - der Eishockey-Verband reagiert mit einer ungewöhnlichen Maßnahme.

Der Dopingskandal im russischen Sport geht offenbar in ein neues Kapitel: Denn jetzt droht auch der Volkssport Eishockey vom Missbrauch illegaler Substanzen erschüttert zu werden. Wie der kanadische Fernsehsender TSN unter Berufung auf russische Quellen berichtet, sei über die Hälfte der russischen U18-Nationalspieler im Vorfeld der Weltmeisterschaft im amerikanischen Grand Forks vom 14. bis 24. April offenbar positiv auf Meldonium getestet worden.

Statt der U18 wird nun die U17 bei der WM in North Dakota antreten. Die russische Mannschaft wollte eigentlich am Donnerstag in die USA fliegen. Der Kader, der sich zum Zeitpunkt der Enthüllungen im Trainingslager befand, muss bis spätestens zum 13. April bekannt gegeben werden. "Ja, wir fliegen dahin", bestätigte U17-Coach Igor Snarok, Bruder des A-Nationaltrainers Oleg Snarok, russischen Medien: "Und wir werden Medaillen holen."

27 positive Dopingtests allein in Russland

Ende März hatte der russische Sportminister Witali Mutko erklärt, dass seit Jahresbeginn insgesamt 27 Sportler des Landes positiv auf den verbotenen Wirkstoff getestet worden seien. Dazu gehörten unter anderem Tennis-Superstar Maria Scharapowa, die bei einer Pressekonferenz unter Tränen die Einnahme von Meldonium gestand, Schwimm-Weltmeisterin Julija Jefimowa und der mehrmalige Eisschnelllauf-Weltmeister Pawel Kulischnikow.

Eine sehr hohe Fallzahl beim Nachweis von Meldonium im vergangenen Jahr hatte dazu geführt, dass der Wirkstoff von der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada ab dem 1. Januar 2016 auf die Verbotsliste gesetzt wurde. Die vor allem in den baltischen Staaten und Russland vertriebene Substanz soll die Durchblutung fördern und wird als Medikament bei Herzerkrankungen eingesetzt.

Russland ist indes nicht das einzige Land, das seit dem Verbot von Meldonium mit Missbrauchsenthüllungen zu kämpfen hat. Wie Mitte März bekannt wurde, habe es bei den Europa-Spielen in Baku im vergangenen Sommer 490 Meldonium-Verdachtsfälle gegeben, davon 13 bei Medaillengewinnern. Dies ging aus einer Untersuchung des britischen Journals Sports Medicine hervor. Aufgetaucht sei das Mittel in 15 von 21 Sportarten.

Quelle: ntv.de, tno/sid

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