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"Die Bedingungen sind verrückt" Tennis-Neustart, der nach hinten losgeht?

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Simona Halep würde ja gerne, aber ...

(Foto: imago images/Kyodo News)

Seit Monaten wartet die Tennis-Tour auf ihren Neustart. Jetzt soll es bald weitergehen, doch die Stars der Szene sind skeptisch. Vor allem, was die US Open Ende August betrifft. Schließlich gibt es nicht nur Beschränkungen im internationalen Reiseverkehr.

Gewiss freut sich auch Simona Halep sehnlichst darauf, wieder auf der Tour aufzuschlagen. Die Zwangspause durch die Corona-Krise war lang, seit März schon steht der internationale Tenniszirkus auf Stand-by, doch am kommenden Montag geht es für die Damen in Palermo endlich wieder los. Auch Wimbledon-Siegerin Halep hatte die Reise nach Sizilien eigentlich fest eingeplant - aber eine Rückkehr um jeden Preis will die Rumänin in Zeiten einer Pandemie dann doch nicht.

So zog sie ihre Teilnahme beim Wiederbeginn nicht nur wegen "des jüngsten Anstiegs der Covid-19-Fälle" in ihrer Heimat zurück, wie die Weltranglisten-Zweite bei Twitter schrieb, sondern auch aufgrund ihrer "Besorgnis über den internationalen Flugverkehr". Und unweigerlich führt das zum Dauerthema des Tenniszirkus, den US Open. Denn wer Angst hat, in ein Flugzeug zu steigen, für den fällt auch eine Reise nach New York flach.

Das Grand-Slam-Turnier in den vom Coronavirus besonders geplagten USA, das vom 31. August bis 13. September im Big Apple ohne Zuschauer und unter strengsten Hygiene- und Isolationsmaßnahmen stattfinden soll, spaltet die Tenniswelt. Mit ihren Sorgen ist Halep nicht allein.

"Ich werde spielen, weil ich muss, es ist mein Job", sagte der argentinische Spitzenspieler Diego Schwartzman, Nummer 13 der Welt, dem Sender FM Milenium: "Aber die Bedingungen sind verrückt." Bis spätestens 3. August soll dem Vernehmen nach eine endgültige Entscheidung bezüglich der US Open fallen. Nicht nur der gesundheitliche Schutz aller Beteiligten gestaltet sich zur großen Hürde, sondern vor allem auch Beschränkungen im internationalen Reiseverkehr. Zwar sollen offenbar sämtliche Spieler ohne anschließende Quarantäne nach New York reisen dürfen.

Anderes Land, andere Regeln

Wie dies allerdings nach der Weiterreise nach Europa aussieht, wo direkt im Anschluss Sandplatzturniere in Madrid, Rom und auch die French Open (ab 27. September) anstehen, ist noch nicht geklärt. Schon in Palermo wurde Halep mit solchen Problemen konfrontiert. Einreisende aus Rumänien nach Italien müssen nach derzeitigem Stand in 14-tägige Quarantäne.

Zwar sicherten die Veranstalter Halep eine Ausnahmegenehmigung zu, der 28-Jährigen war dies aber doch zu heikel. Und während in Palermo nur die Einreisesituation von 32 Spielerinnen geklärt werden muss, sind es bei den Grand-Slam-Turnieren in New York und Paris allein im Einzel 256 Profis aus aller Welt.

Durchaus möglich, dass viele Topspieler die Reise in die USA gar nicht erst antreten. Deutschlands Nummer eins Angelique Kerber hatte kürzlich ihre massiven Sicherheitsbedenken geäußert, auch die Superstars Rafael Nadal und Novak Djokovic hatten noch Fragezeichen hinter einem Start in Flushing Meadows gelassen. Während Djokovic und auch der deutsche Spitzenspieler Alexander Zverev zuletzt immerhin auf Hartplatz trainierten, waren Nadal oder auch der dreimalige Grand-Slam-Champion Stan Wawrinka bei Übungseinheiten auf Sand zu sehen.

Es sind schwere Zeiten, durch die auch der Tennissport gehen muss - und ein Ende ist nicht in Sicht. Australien vermeldete am Montag die höchsten Corona-Ansteckungsraten seit Beginn der Pandemie. Die meisten der Infizierten kommen aus dem Bundesstaat Victoria mit der Metropole Melbourne. Dort sollen im Januar die Australian Open steigen.

Quelle: ntv.de, Tobias Schwyter, sid