Sport

Einladung statt Startrecht Whistleblowerin bezichtigt IOC der Lüge

ce9e6cdfee08296f12cfb7ab2de868bd.jpg

Julia Stepanowa - aufgedeckt und nun belogen?

(Foto: dpa)

Julia Stepanowa hat maßgeblich dabei geholfen, das russische Staatsdoping-System aufzudecken. Das IOC ist ihr dafür sehr dankbar, verweigert aber das Startrecht für die Olympischen Spiele. Die Whistleblowerin ist sauer und erhebt schwere Vorwürfe.

Doping-Whistleblowerin Julia Stepanowa erhebt schwere Vorwürfe gegen das Internationale Olympische Komitee (IOC). Nach ihrem bestätigten Ausschluss von den Olympischen Spielen in Rio den Janeiro vom 5. bis zum 21. August bezichtigt sie das Komitee der Lüge.

"Vor unseren Enthüllungen hat mich das IOC gefragt ob ich einverstanden wäre unter russischer Flagge an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Ich habe gesagt: 'Ja, ich wäre sehr glücklich darüber'. Und nach meinen Veröffentlichungen hieß es dann, dass ich nicht für Russland starten wollen würde", sagte die Russin in einem Interview mit Sky Sport News HD. "Das stimmt nicht."

Falschmeldung des IOC?

Stattdessen hätten die russischen Leichtathleten "nicht mit mir in einer Mannschaft antreten" wollen", sagte Stepanowa, die mit ihrem Mann Witali den Dopingskandal in ihrer Heimat ins Rollen gebracht hatte: "So ist es gewesen. Was das IOC jetzt verbreitet, ist, dass ich nicht für Russland auflaufen wollte."

Das IOC hatte Stepanowa die Teilnahme in Rio de Janeiro als "neutrale Athletin" untersagt. Zwar begrüßte die Ethikkommission Stepanowas Beitrag zum Anti-Doping-Kampf, da sie aber selbst mindestens fünf Jahre Teil des Systems gewesen sei, würde sie nicht die ethischen Anforderungen an einen olympischen Athleten erfüllen.

Stattdessen lud das IOC Stepanowa und ihren Ehemann Stepanow als Gäste nach Brasilien ein. "Wir haben die Einladung abgelehnt. Hätte Julia nicht die Wahrheit erzählt, wäre sie als Athletin dabei gewesen. Aber so ist alles anders gekommen", sagte Witali Stepanow: "Wenn das IOC über eine Null-Toleranz-Politik in puncto Doping spricht, ist es nicht mehr als ein Lippenbekenntnis für die Öffentlichkeit."

Quelle: n-tv.de, tno/sid

Mehr zum Thema