Formel1

Comeback schnell wieder vorbei Formel-1-Elite feiert "Rentner" Hülkenberg

Nico Hülkenberg begeistert die Formel 1: Der RTL-Experte wird kurzfristig an die Strecke gerufen, schon in seinem zweiten Qualifying fährt der Deutsche bis auf Startplatz drei. Das nötigt Kollegen und Verantwortlichen eine Menge Respekt ab. Kurzfristig wird "Hulk" die Leistung aber nicht helfen.

Nico Hülkenberg konnte sich vor Gratulanten kaum retten. Red-Bull-Star Max Verstappen und sein früherer Renault-Teamkollege Daniel Riccardo stürmten regelrecht zum Racing Point mit der Startnummer 27. Die Corona-Vertretung des Mexikaners Sergio Perez sicherte sich mit einem Husarenritt Startplatz drei beim Jubiläums-Grand-Prix der Formel 1 in Silverstone (Sonntag, 15.10 Uhr/RTL und Sky). Damit könnte sich der 32-Jährige im 178. Anlauf endlich den Traum vom ersten Podium erfüllen.

Eine bessere Werbung in eigener Sache könnte es kaum geben: Der Deutsche steht nach seinem erzwungenen Formel-1-Abschied nach der letzten Saison für 2021 noch ohne Cockpit da. In die laufende Saison war der Emmericher als RTL-Experte gestartet, bevor er zum vierten Rennen kurzfristig statt ins Studio nach Köln an die Rennstrecke von Silverstone eilen musste. Jetzt überschlägt sich das Fahrerlager mit Lobeshymnen auf den Ersatzmann.

Weltmeister Lewis Hamilton gratulierte dem Ersatzmann der Pink Panther frech: "Nicht schlecht für einen Rentner." Und Verstappen denkt sogar schon weiter: "Ich hoffe, dass ihm das was bringt für nächstes Jahr." Für Riccardo hat Hülkenberg "einen tollen Job gemacht, einen großartigen Job". Startplatz 3 "freut mich ganz besonders für ihn", sagt Mercedes-Sportchef Toto Wolff, "weil das eine wirkliche Leistung ist". Und Pole-Setter Valtteri Bottas fürchtet den direkt hinter ihm startenden Deutschen: "Er ist ein sehr erfahrener Fahrer. Natürlich wird er eine Attacke starten, wenn es die Chance dazu gibt."

Darauf dürfen sich die Mercedes-Piloten Bottas und Hamilton verlassen. Hülkenberg, der an diesem Wochenende erstmals in eigens auf seine Maße angepassten Arbeitsmaterialien unterwegs ist, lachte ins RTL-Mikro, er wolle "die Kiste hier auf Anhieb gewinnen, ganz klar". Ernst gemeint war das freilich nicht, zu neu ist für ihn nach zehn Tagen noch das Auto. "Aber ich werde natürlich alles reinlegen, was ich habe."

Hülkenbergs Aus ist "zu 99 Prozent sicher"

Kurzfristig wird ihm seine Galavorstellung im Qualifying jedoch über das Rennen hinaus nichts nützen: Sein Gastspiel bei Racing Point ist am Sonntag laut Teamchef Otmar Szafnauer schon wieder beendet, wenn alles nach Plan läuft. "Checos Quarantäne ist vorbei", deutete Szafnauer am Samstag nach dem Qualifying eine schnelle Rückkehr von Stammpilot Sergio Pérez an. "Er wurde gestern getestet und es sieht so aus, als ob die Menge des Virus von Test zu Test deutlich sinkt. Er wurde heute noch mal getestet, diese Ergebnisse sollten wir morgen haben." Er gehe davon aus, dass das Virus schon dann aus dem Körper des Mexikaners verschwunden ist, sagte der Teamchef.

Für Nico Hülkenberg würde die schnelle Genesung von Pérez das Aus bedeuten. "Ich denke, dass er [Pérez] wieder im Auto sitzt, wenn wir nach Barcelona kommen", so Szafnauer: "Ich versuche hier die Zukunft vorauszusagen, also verurteilt mich nicht, falls es nicht so kommt. Aber wenn ich mir ansehe, wie schnell das Virus aus seinem Körper verschwindet, sollte er bis Barcelona okay sein."

Sollte Pérez bis zum kommenden Wochenende hingegen nicht fit werden, darf Hülkenberg wieder ran. "Wenn er [Pérez] nicht im Auto sitzt, wird Nico im Auto sitzen. Aber so wie ich zu 99 Prozent sicher war, dass Nico an beiden Silverstone-Wochenenden fährt, bin ich mir jetzt zu 99 Prozent sicher, dass Checo in Spanien im Auto sitzen wird", zerstörte Szafnauer allzu große deutsche Hoffnungen auf eine Fortsetzung der märchenhaften Geschichte des Nico Hülkenberg.

Quelle: ntv.de, ter/dpa