Formel1

Silberne Diva vs rote Göttin Formel-1-Giganten enthüllen neue Boliden

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Der neue Mercedes W09 zickte bei seiner Jungfernfahrt, spulte dann aber doch einige Kilometer ab.

(Foto: Action Images via Reuters)

Mit Mercedes und Ferrari stellen die großen WM-Favoriten ihre Autos für die Formel-1-Saison 2018 vor. Weltmeister Lewis Hamilton und Ferrari-Rivale Sebastian Vettel sind begeistert von ihren neuen Dienstwagen - auch wenn ein Bolide bei der Premiere leicht zickt.

Im schicken dunklen Anzug genoss Sebastian Vettel den Anblick seiner neuen Roten Göttin. Zwei Stunden nachdem Lewis Hamilton im weißen Rennoverall seinen neuen Silberpfeil bewundert hatte, lüftete Ferrari als letztes der drei Top-Teams der Formel 1 das Geheimnis um den neuen Rennwagen. "Das Auto ist ein großer Schritt zum vergangenen Jahr", sagte Vettel: "Du willst rein und auf die Strecke." Leichter Schneefall in Maranello lud indes wenig zu einer ersten Probefahrt ein.

Die ersten Kilometer hatte der neue Mercedes da schon hinter sich. Am Vormittag durfte Hamiltons finnischer Teamkollege Valtteri Bottas ans Steuer des neuen Silberpfeils, der bei der Jungfernfahrt aber zunächst nur wenige Meter weit kam. Erst im zweiten Anlauf kam der W09 EQ Power+ auf Touren und legte auf dem Traditionskurs von Silverstone seine ersten Runden zurück. Am Nachmittag kam Hamiltons Zeit. "Ich bin heiß darauf, mit dem Auto rauszufahren und seine Grenzen auszutesten", sagte der 32 Jahre alte, viermalige Weltmeister aus Großbritannien.

Vorerst sind es aber nur Runden für Filmaufnahmen. Vom kommenden Montag an beginnt das Kräftemessen bei den offiziellen Testfahrten auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona. Beide Autos, der W09 von Mercedes und der SF71H von Ferrari, dem Vettel in den Tagen vor dem Saisonauftakt in Melbourne am 25. März auch noch einen Kosenamen verpassen wird, bauen auf den Vorgängermodellen auf. Bei beiden fallen daher zunächst vor allem die regelbedingten Veränderungen auf, insbesondere der Cockpitschutz Halo.

Stolz und Vorfreude

Beim Silberpfeil ist er in schwarz gehalten. Teamchef Toto Wolff ist vom Anblick des vorgeschriebenen Sicherheitssystems alles andere als begeistert. "Wenn man mir eine Kettensäge geben würde, würde ich ihn entfernen", sagte der Österreicher. Dennoch herrschte sowohl in England, unweit der Mercedes-Formel-1-Schmiede in Brackley , Stolz und Vorfreude. "Das ist ein sehr spezieller Moment", betonte Wolff, nachdem der Silberpfeil mit Lichtershow auf die Bühne gerollt war.

Es sei immer ein besonderer Tag in der Automobilwelt, wenn ein neuer Ferrari vorgestellt werde, so Scuderia-Teamchef Maurizio Arrivabene. Seit 1950 ist Ferrari ununterbrochen in der Formel 1, so lange wie kein anderes Team. Seit dem Titel von Kimi Räikkönen 2007 warten die stolzen Italiener aber auf einen WM-Triumph. Vettel will es in seinem vierten Ferrari-Jahr schaffen. Neben einer verbesserten Zuverlässigkeit wird er aber auch noch mehr Motorpower brauchen. Denn seit der Rückkehr der Turbotriebwerke bestimmt Mercedes das Tempo, gewann seit 2014 63 von 79 Rennen.

Hoffen auf eine gute Diva

Auch der Wagen des vergangenen Jahres war der Schnellste. Weil er aber auch mal zickte, nannte Wolff ihn rasch eine Diva. "Wir hoffen, dass wir die guten Charakterzüge der Diva behalten haben", sagte der Teamchef nun. Die erfolgreiche DNA habe man behalten, sagte Hamilton. "Es ist besser als das Auto im vergangenen Jahr in jedem Aspekt." Ähnliches erhoffen sich die Ferrari-Verantwortlichen von ihrem neuen Wagen. "Wir haben versucht, die Stärken beizubehalten und die Schwächen vor allem auf schnellen Strecken abzustellen", sagte Technikchef Mattia Binotto. "Jedes Details zählt und kann den Unterschied ausmachen", betonte Vettel.

Der gebürtige Heppenheimer erholte sich in der Winterpause in seiner Schweizer Wahlheimat von der vergangenen Saison mit dem zweiten Gesamtrang und bereitete sich dort auch auf die kommenden 21 Grand Prix vor. "Wir wollen auf der Strecke sehen, was das Auto kann", sagte er, während sein Wagen vor einer Treppe im Präsentationssaal geparkt war, die in den italienischen Farben gestrichen war.

Quelle: n-tv.de, cwo/dpa

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