Formel1

Dreikampf macht Saison spannend Formel 1 sucht in Kanada ihren Favoriten

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Drei im Kampf um die Krone: Daniel Ricciardo, Sebastian Vettel und Lewis Hamilton (v.l.) schenken sich nichts.

(Foto: imago/Motorsport Images)

Dieser Formel-1-Saison fehlt bislang jede Tendenz: Wer wird denn nun Weltmeister? Der Dreikampf zwischen Titelverteidiger Lewis Hamilton, Ferrari-Dauerkonkurrent Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo im Red Bull ist enger als erwartet. Auch in Kanada?

Das erste Drittel dieses Formel-1-Jahres endet am Sonntag, und nicht nur Ferrari-Star Sebastian Vettel ist bereits in so manche Rolle geschlüpft. Schon jetzt liefert die Saison reichlich Geschichten über Helden, Pechvögel und über Deppen der Rennstrecke - nur einen echten Titel-Favoriten, den gibt es vor dem Großen Preis von Kanada (Sonntag, 20.10 Uhr MEZ auf RTL und im n-tv.de Liveticker) noch immer nicht. Der Kampf um die Weltmeisterschaft werde "viel härter geführt" als noch im vergangenen Jahr, stellt auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff fest: "Mit Ferrari, Red Bull und uns kämpfen an jedem Wochenende drei Teams um den Sieg. Es gibt keine Zeit, um sich auszuruhen."

Nach sechs Rennen des Jahres führt Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes das Klassement an. 14 Punkte trennen ihn von Vettel, Daniel Ricciardo im Red Bull ist Dritter. Es geht enger zu als erwartet und das liegt zweifellos auch daran, dass jedes Team seine individuellen Stärken einbringt. Die WM ist aktuell ein Mehrkampf mit unterschiedlichen Waffen: Ferrari hat das stärkste Gesamtpaket, Mercedes den besten Motor, und Red Bull punktet vor allem mit überlegener Aerodynamik.

Zuletzt in Monaco hängte Ricciardo die Konkurrenz daher über weite Teile des Wochenendes ab, siegte im Rennen dann trotz eines technischen Defekts und fehlender Leistung. Die Probleme mit der Energierückgewinnungseinheit MGU-K haben nun aber wohl ernsthafte Auswirkungen auf das anstehende Rennen, ein Umbau und die damit obligatorische Startplatzstrafe dürften Ricciardo von vornherein der Chancen berauben.

"Qualitätsproblem" verärgert Mercedes

Ohnehin kommt die Charakteristik des Circuit Gilles Villeneuve aber vor allem Mercedes entgegen, der Hochgeschwindigkeits-Kurs bietet lange Geraden und harte Bremszonen. Allerdings wird Hamilton anders als geplant dabei nicht auf eine neue Power Unit bauen können. Das Upgrade für alle Mercedes-Antriebe verzögert sich wegen eines nicht näher definierten "Qualitätsproblems", wie die Silberpfeile mitteilten. Erst beim nächsten Rennen in Frankreich ist nun damit zu rechnen.

Dennoch steigt Hamilton in der Provinz Quebec als erster Sieganwärter ins Auto, das ergibt sich schon aus der Geschichte: Sechsmal hat der Engländer in Montreal gewonnen, zuletzt dreimal in Serie, auf keinem anderen Kurs war er so erfolgreich. Mit einem weiteren Sieg würde Hamilton den Streckenrekord von Michael Schumacher erreichen. "Aber vergangene Leistungen sind keine Garantie für Erfolge in diesem Jahr", mahnt Wolff und legt den Finger in die in diesem Jahr klaffende Mercedes-Wunde: "Wenn wir ganz vorne landen möchten, müssen wir sicherstellen, dass wir aus allen Reifenmischungen das Beste herausholen."

Genau das schaffte Mercedes in diesem Jahr regelmäßig nicht, damit bieten die langjährigen Dominatoren eine ungewöhnlich große Angriffsfläche. Vettel und Ferrari allerdings konnten diese bislang viel zu selten nutzen. Auch deshalb gibt es noch immer keinen Favoriten im Formel-1-Jahr 2018.

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Quelle: n-tv.de, Thomas Weitekamp, sid

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