Formel1

Schnellster in Monaco Hamilton holt wichtigste Pole des F1-Jahres

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Lewis Hamilton war wieder einmal der Schnellste - und freut sich unbändig.

(Foto: dpa)

Im engen Kurs von Monaco ist Überholen besonders schwer. Umso wichtiger ist der Start von der Pole Position. Den sichert sich Lewis Hamilton, der seinen Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas sowie Max Verstappen im Red Bull hinter sich lässt. Sebastian Vettel wird dagegen immer mehr zum Nebendarsteller.

Weltmeister Lewis Hamilton hat den Kampf um die wichtigste Pole Position des Jahres gewonnen, Sebastian Vettel wird immer mehr zum Formel-1-Nebendarsteller: Mercedes-Pilot Hamilton geht beim Großen Preis von Monaco am Sonntag (15.10 Uhr im Liveticker bei n-tv.de sowie bei RTL) nach einer wahren Zauberrunde zum 85. Mal in seiner Karriere von Startplatz eins ins Rennen und darf auf seinen dritten Sieg im Fürstentum hoffen.

Der WM-Spitzenreiter aus England presste eine Wunderrunde aus seinem Silberpfeil heraus und distanzierte seinen finnischen Teamkollegen Valtteri Bottas um 0,086 Sekunden. Ferrari-Pilot Vettel kam dagegen erneut nicht einmal annähernd an die Silberpfeile heran, die beste Chancen haben, ihrem am Montag verstorbenen Team-Aufsichtsratschef Niki Lauda mit dem historischen sechsten Doppelsieg nacheinander zu huldigen.

"Beste Pole"

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Sucht fast schon göttlichen Beistand: Sebastian Vettel.

(Foto: imago images / HochZwei)

Vettel war fast acht Zehntelsekunden langsamer als Hamilton und startet nur von Platz vier hinter dem Niederländer Max Verstappen im Red Bull. Weil man in den verwinkelten Straßen Monte Carlos kaum überholen kann, ist ein gutes Qualifying mehr als die halbe Miete: In den vergangenen 33 Jahren ging der spätere Monaco-Sieger 26-mal aus der ersten Startreihe ins Rennen. Seit 2009 war die Pole Position siebenmal das Fundament für den Prestigesieg im Fürstentum.

"Das ist die beste Pole, an die ich mich erinnern kann. Und das in so einer schwierigen Woche - für das Team und für mich", sagte Hamilton, der dem dreimaligen Champion Lauda sehr nahe gestanden hatte: "Aber wir sind Profis und ziehen das durch. Das ist das, was Niki mir auch immer gesagt hat. Wir wollen morgen noch einmal etwas Besonderes schaffen." Ohnehin habe er Lauda viel zu verdanken: "Niki hat mein Leben verändert. Ohne ihn wäre ich heute vielleicht nur Weltmeister und nicht fünffacher Champion." Sechs Doppelsiege in Folge durch ein Team hat es in der 70-jährigen Formel-1-Geschichte noch nicht gegeben. Nico Hülkenberg (Renault) startet in seiner Wahlheimat aus der sechsten Reihe von Position elf. Umgerechnet fehlten ihm 2,9 Zentimeter zum Einzug in den letzten Qualifying-Abschnitt.

Leclerc ist völlig ratlos

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Vettels Teamkollege Charles Leclerc erlebte bei seinem Heimspiel dagegen ein regelrechtes Debakel. Der gebürtige Monegasse schied bereits im ersten Qualifying-Abschnitt aus und geht nur von Rang 16 ins Rennen. Ferraris Strategieabteilung hatte gepokert und den 21-Jährigen nicht mehr auf die Strecke geschickt, in der Annahme, seine Zeit würde für den Einzug ins Q2 reichen - ein gewaltiger Trugschluss. Im Abschlusstraining wenige Stunden zuvor hatte Leclerc noch die Bestzeit gesetzt. "Ich weiß nicht, warum sie mich nicht nochmal rausgelassen haben. Ich verstehe es nicht und kann es mir nicht erklären", sagte der fassungslose Youngster bei RTL.

Dabei begann der Tag zunächst für Vettel katastrophal: Der Heppenheimer crashte im dritten freien Training in die Streckenbegrenzung. Die linke Vorderradaufhängung an seinem SF90 brach ebenso wie der Frontflügel. Seine Mechaniker hatten alle Hände voll zu tun, den Boliden bis zum Qualifying zu reparieren. Vettel steht vor dem sechsten Saisonrennen unter immensem Druck. Der viermalige Formel-1-Weltmeister liegt als Vierter der Fahrer-WM bereits 48 Punkte hinter dem fünfmaligen Champion Hamilton. Vettel ist seit knapp neun Monaten sieglos.

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Quelle: n-tv.de, Marco Heibel, sid

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