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Zufrieden mit seinem Auto: Lewis Hamilton.
Zufrieden mit seinem Auto: Lewis Hamilton.(Foto: imago/Fotoarena)
Montag, 12. November 2018

Formel-1-Lehren aus Brasilien: Mercedes krönt sich, Verstappen rastet aus

In diesem Rennen in Brasilien steckte durchaus Zündstoff. Lewis Hamilton schleppte sich im Formel-1-Krimi von Interlagos zum Sieg und beschert Mercedes den fünften Konstrukteurstitel hintereinander. Der Brite verdankte den 72. Rennsieg seiner Karriere auch einem Crash zwischen Red-Bull-Pilot Max Verstappen und Esteban Ocon im Force India an diesem Sonntag. Der französische Pilot bekam es beim Wiegen mit einem wutentbrannten Verstappen zu tun, der den Erfolg in São Paulo schon vor Augen hatte und stattdessen bestraft wurde.

Hamilton ist ein wahrer Weltmeister: Er zeigte einmal mehr, warum er der Weltmeister in der Königsklasse des Motorsports ist. Zum wiederholten Male gewann Hamilton ein Rennen, in dem nicht besonders viel für ihn sprach. Natürlich profitierte er vom Unfall Verstappens, der ihn auf Rang eins spülte. Aber auf dem Weg zum Sieg kämpfte Hamilton auch mit seinen Reifen und vor allem mit einem unmittelbar bevorstehenden Motorschaden. Der Brite musste seinen Antrieb schonen, blieb aber vorne und zeigte damit mal wieder: Keiner cruist so schnell wie Hamilton.

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Mercedes hat den Ferrari-Rekord im Visier: In Weltmeister-T-Shirts feierte die Mercedes-Crew im Fahrerlager ausgelassen den fünften Konstrukteurs-Titel nacheinander. "Das war der schwierigste Titel, deshalb ist die Erleichterung so groß", sagte ein überglücklicher Teamchef Toto Wolff. Dank des zehnten Saisonsieges von Hamilton krönten sich die Silberpfeile erneut zum besten Rennstall. 2019 könnte das Team den Rekord von Ferrari unter der Ägide von Michael Schumacher einstellen: Die Scuderia wurde von 1999 an sechsmal nacheinander Konstrukteurs-Weltmeister.

Verstappen und Ocon werden keine Freunde mehr: Ein leichtfertiges Manöver des hinterherfahrenden Ocon kostete den in Führung liegenden Verstappen den greifbaren Sieg. Der Force-India-Pilot krachte in Verstappens Red Bull, weshalb dieser nach einem Dreher hinter Lewis Hamilton zurückfiel. Der Brasilien-Zweite beschimpfte Ocon als Idioten und wurde in der Garage des Automobil-Weltverbandes auch noch handgreiflich. Die Stewards zitierten beide Piloten zu sich und entschieden, Verstappen zu bestrafen. Die Rennkommissare konnten den Ärger des 21-Jährigen zwar nachvollziehen. Dass er sich aber zu Handgreiflichkeiten hinreißen ließ, war zu viel. Verstappen muss an zwei Tagen Sozialstunden ableisten.

Freispruch für Vettel: Am Abend noch wurde Sebastian Vettel freigesprochen. Ferrari teilte mit, dass Sensorprobleme das Auto des Deutschen empfindlich eingebremst hatten, Vettel traf also nicht die Schuld am blassen Auftritt in São Paulo. Ob Mensch oder Maschine aber nun der Grund waren: Vettels sechster Platz passte sehr gut in die zweite Hälfte dieser Saison, in der fast immer irgendetwas schief lief. Das Jahr 2018 ist zwar schon vor dem Finale in Abu Dhabi Ferraris erfolgreichstes seit zehn Jahren, trotzdem wird es einen bitteren Geschmack hinterlassen. Weil mit diesem Auto so viel mehr möglich gewesen wäre.

Interlagos-Magie verfliegt für Hülkenberg: Nico Hülkenberg hatte in seinen sieben Brasilien-Rennen zuvor stets Punkte geholt. 2010 hatte sich der Deutsche seine bislang einzige Poleposition gesichert. Nun riss seine Serie, Hülkenberg musste seinen Renault vorzeitig abstellen. "Es war schade, dass ich ausgeschieden bin. Die schwierige Ansage anzuhalten, hatte aber mit einer überhöhten Motoren-Temperatur zu tun", sagte nach dem vorletzten Saisonrennen. "Diese ist nicht förderlich für die Power Unit, deshalb wollten wir kein Risiko eingehen."

Spruch des Wochenendes: "Da ist etwas lose zwischen meinen Beinen. Außer dem Naheliegenden. Irgendwas fliegt zwischen meinen Füßen rum. Wäre es das, woran ihr denkt, wäre ich stolz. Aber das ist es nicht." Vettel im Funk-Gespräch mit der Ferrari-Box.

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Quelle: n-tv.de