Formel1

Deal bedrängt Konkurrenz Verstappen verleiht Red Bull Flügel

1cfafb241f685475919fbefe04ce8a5e.jpg

Max Verstappen macht sich bei Red Bull mit seiner Vertragsverlängerung sehr beliebt.

(Foto: imago images/Motorsport Images)

Formel-1-Pilot Max Verstappen macht Red Bull extrem glücklich. Der 22-Jährige verlängert seinen Vertrag bei dem Rennstall, bei dem er seit 2016 fährt. Während Red Bull und Motorlieferant Honda jubeln, hat der Deal auch Konsequenzen für die Konkurrenz.

Die Formel 1 ist in der Winterpause, doch für Aufmerksamkeit sorgt die Meldung, dass Max Verstappen seinen Vertrag mit Red Bull Racing bis 2023 verlängert. Beflügelt von seiner Entscheidung richtete der 22-jährige WM-Dritte der vergangenen Saison eine Kampfansage an die Konkurrenz. "Das Beste kommt noch", sagte Verstappen. "Ich möchte mit Red Bull gewinnen und unser Ziel ist es natürlich, gemeinsam um eine Weltmeisterschaft zu kämpfen." Aussagen, die Mercedes und Ferrari ernst nehmen sollten, denn die Zukunft von Red Bull und Verstappen ist vielversprechend.

Red Bull darf langfristig planen. Für Teamchef Christian Horner ist das ein wichtiger Baustein. Nicht nur für die kommende Saison, sondern vor allem darüber hinaus. "Bei all den Regeländerungen, die uns 2021 erwarten, ist Kontinuität bei den Fahrern besonders wichtig", sagte der Brite. Wenn jemand Red Bull wieder zurück an die Spitze führen kann, dann ist es wohl Verstappen. Der ehemalige Heißsporn hatte sich zuletzt besser unter Kontrolle. Ausraster wie nach dem Brasilien-Rennen 2018, als er den damaligen Force-India-Piloten Esteban Ocon schubste, scheinen der Vergangenheit anzugehören. Statt Hurrastil fuhr Verstappen mehr mit Köpfchen und entwickelte sich zu einem kompletten Rennfahrer. Bei seinen Erfolgen beim Red-Bull-Heimrennen in Österreich sowie dem Chaos-Grand-Prix in Hockenheim nutzte er die Schwächen des Mercedes-Teams konsequent aus.

Weltmeister-Titel für Red Bull?

*Datenschutz

Die drei Grand-Prix-Siege - Verstappen fuhr auch in Brasilien auf Platz eins - in der vergangenen Saison lassen vermuten, wohin die Reise gehen könnte. Die Nummer eins in der Königsklasse zu werden, ist ja das erklärte Ziel des Youngsters, seit er 2015 als 17-Jähriger für Toro Rosso debütierte. Diese Möglichkeit hätten ihm wohl auch Ferrari oder Mercedes gern geboten - doch Verstappen entschied sich für Kontinuität und setzt auf Bewährtes.

Das Vertrauen, das Verstappen in die Zukunft mit Red Bull setzt, ist auch ein Signal für Motorlieferant Honda. Sollte die positive Entwicklung anhalten, werden die Japaner gerne die aktuell bis 2021 vereinbarte Zusammenarbeit ausweiten. "Honda hat die Nachricht positiv aufgenommen. Max hat für die Japaner einen hohen Stellenwert. Sie lieben seine aggressive Fahrweise und seine offene Art", sagte Motorsport-Chef Helmut Marko.

In der vergangenen Saison machte Honda einen Rückstand von mehr als 50 PS auf die Marktführer quasi wett. Und der 2020er Motor läuft bereits erfolgreich auf dem Prüfstand. "Wenn die anderen da noch besser sein wollen, müssten sie schon dramatisch zulegen", prophezeit Marko. "Max weiß, was bei Honda vorwärtsgeht, er hat das neue Auto schon gesehen, und er schätzt die Kontinuität im Team." Marko geht sogar davon aus, dass sein Team 2020 an Ferrari vorbeizieht und damit ärgster Konkurrent von Mercedes werden wird.

Mercedes gerät unter Druck

Nach Charles Leclerc (bis 2024 bei Ferrari) hat mit Verstappen der nächste Top-Pilot seine Zukunft geklärt. Mit Vettel und Hamilton stehen noch zwei weitere große Namen ohne Vertrag für 2021 da. Mercedes gerät nach der Entscheidung von Verstappen unter Druck. Mit Leclerc und dem Niederländer sind die möglichen Weltmeister der Zukunft erst einmal vom Markt.

Ob Hamilton über die kommende Saison hinaus weiter für die Silbernen fährt, ist nach wie vor fraglich. Zwischen dem Weltmeister und Ferrari soll es einen heißen Flirt geben. Eine Verlängerung bei Mercedes ist allerdings ebenso denkbar, um die erfolgreiche Partnerschaft fortzusetzen - zumal Hamilton 2020 gleich mehrere Rekorde von Michael Schumacher knacken könnte. Möglicherweise tauschen die Top-Teams aber ihre Top-Fahrer und Vettel steigt bei Mercedes ins Cockpit. Verstappen zumindest ist weder für Rot noch für Silber mehr eine Option. Weil er sich selbst vom Markt genommen hat.

Quelle: ntv.de