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Nicht nur Andre-Pierre Gignac ist nach dem verlorenen Finale am Boden zerstört - ganz Frankreich leidet.
Nicht nur Andre-Pierre Gignac ist nach dem verlorenen Finale am Boden zerstört - ganz Frankreich leidet.(Foto: dpa)
Montag, 11. Juli 2016

Pressestimmen zum EM-Finale: "Was für ein französischer Niedergang"

Portugal schwebt im Fußball-Himmel, Frankreich liegt darnieder. Der Gastgeber verpasst seinen dritten EM-Triumph - die französische Presse leidet. Andere Zeitungen reiben sich verwundert die Augen im "schlechtesten großen Wettbewerb aller Zeiten".

Portugal: A Bola: "Portugal Europameister! Ein Tor von Eder brachte den Sieg über die Gallier. Eder war der Held. Gemischte Gefühle bei Ronaldo. Erst die Trauer, dann die Freude über den Titel, der ihm noch fehlte."

Correio de Manha: "Der 10. Juli wird Portugals Feiertag. Die Tränen von Ronaldo. Nach Eders Tor konnte er seine Gefühle nicht zurückhalten. Das Ende der Fußball-EM hatte einen bitter-süßen Geschmack für Cristiano Ronaldo."

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Expresso: "Der Titel ist für den Rest unseres Lebens. Nach dem Foul von Payet schien schon alles vorbei zu sein. Aber Eder brachte die Erlösung."

Frankreich: L'Équipe: "Niedergeschlagen. Die Geschichte wird sich nicht wiederholen. 32 Jahre nach der Krönung von Michel Platini bei der Euro 1984, 18 Jahre nach der Galavorstellung von Zinedine Zidane gegen Brasilien im WM-Finale, sind die Jungs von Didier Deschamps gestern gefallen gegen Portugiesen ohne Genie (...). Diesen Morgen erwacht Frankreich notgedrungen mit dem Gefühl der Verschwendung."

Le Parisien: "Das war nicht unser Tag. So grausam. 'Les Bleus' haben alles versucht, aber es wurde eine Sache der Verlängerung, die das Moment der Portugiesen bei dieser Euro geblieben ist. 'Les Bleus' haben wieder etwas Licht gebracht, aber sie bleiben in der Nacht. Portugal träumt jetzt vier Jahre lang."

Sender BFMT: "Wenn das Szenario eines Spiels nicht geschrieben würde, würden wir doch seinen unabänderlichen Ausgang kennen. Auf dem Boden gibt es zwei Lager. Auf der einen Seite die Gewinner, voller ekstatischer Freude, so wie Cristiano Ronaldo (...) Und dann gibt es das Lager der Besiegten. An diesem Abend 'Les Bleus'."

Dänemark: Ekstrabladet: "So hat Portugal seine erste große Trophäe gewonnen, und Ronaldo konnte den Freudentränen freien Lauf lassen. Ob er wohl in dem Moment an Lionel Messi gedacht hat, der immer noch keine Trophäe mit Argentinien gewonnen hat, und an den entscheidenden Stich, den er im Streit mit dem ewigen Rivalen gemacht hat?"

Portugal wird gefeiert - trotz einer schwachen EM.
Portugal wird gefeiert - trotz einer schwachen EM.(Foto: imago/DeFodi)

Politiken: "War Didier Deschamps ein besserer Spieler, als er nun ein Trainer ist? Das lässt sich in nächster Zeit in Frankreich sicher gut diskutieren. Die meisten Franzosen werden wohl Ersterem zustimmen, nachdem die französischen Favoriten zuhause zusehen mussten, wie Portugal in einem spannenden Finale mit einem 1:0-Sieg Europameister wurde. (...) Was für ein französischer Niedergang."

Griechenland: Eleftheros Typos: "Portugal ist die Königin ... und [Trainer] Santos ist der König"

Ta Nea: "Die Seefahrer haben auch Europa entdeckt! ... Das Wunder des erfinderischen Fernando Santos hat sich verwirklicht. Irgendwo da oben im Paradies hat der große Eusebio eine Party gefeiert."

Kroatien: Jutarnji list: "Er (Eder) kam aus einem armen afrikanischen Kleinstaat und wurde zum Helden der Nation"

Portal index.hr: "Das Endspiel hat bewiesen: Das war der schlechteste große Wettbewerb aller Zeiten."

Norwegen: Verdens Gang: "Er hat die Champions League dreimal gewonnen. Jetzt sollte er endlich seine Nation sammeln. Portugal sollte seinen ersten Titel gewinnen, Ronaldo sollte etwas schaffen, das der große Eusebio und der ziemlich große Luis Figo nie geschafft haben. Er sollte der Größte sein."

 

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Polen: Fakt: "Das war das schwächste EM-Finale in mehr als zehn Jahren. Sehr wenige Torchancen, kaum Emotionen. (...) In der 109. Minute traf Eder aus der Distanz. Genau und effizient. Von diesem Schlag konnte Frankreich sich nicht mehr erholen."

Russland: Sport-Express: "Der König Europas! Im Finale der Euro-2016 ist das Unwahrscheinliche eingetreten. Portugal hatte schon in der ersten Halbzeit seinen Spielführer Cristiano Ronaldo verloren. Und dennoch hat die Mannschaft von Fernando Santos in der Nachspielzeit den Favoriten Frankreich besiegt und für sich und ihren Kapitän die Europameisterschaft gewonnen. (...) Dabei hatte die Mannschaft in der Vorrunde dreimal unentschieden gespielt und nur den dritten Gruppenplatz belegt. Daher sollen sie sich bei einem Franzosen bedanken - Michel Platini."

Rossijskaja Gaseta: "Es war die größte Europameisterschaft in der Geschichte. Die Portugiesen haben bei dieser Euro überwiegend die Zuschauer mit ihrem monotonen und allzu pragmatischen Spiel gequält."

Kommersant: "Die Europameisterschaft ist mit einer der unwahrscheinlichsten Fußball-Geschichten zu Ende gegangen. Obwohl sie als Außenseiter im Pariser Finale galten und ihren Anführer Cristiano Ronaldo in der ersten Hälfte verloren haben, hat das Schicksal die Portugiesen vor der Niederlage in die Verlängerung gerettet (...) und dem Team den ersten Titel eingebracht."

Schweden: Expressen: "Cristiano hatte das ganze Turnier für alle anderen gespielt, und jetzt spielten alle anderen für ihn."

Aftonbladet: "Vielleicht gewinnt man so Herzen. Er (Ronaldo) hat seit 2004 auf das hier gewartet, seit er als Supertalent im Teenageralter dabei war, als das EM-Finale in seiner eigenen Heimatstadt verloren ging. (...) Jetzt hat er endlich gewonnen."

Dagens Nyheter: "Die EM 2016 wird als Beweis für die Kraft des Kollektivs in die Geschichte eingehen. Als Portugals Superstar verschwand, stand die Mannschaft sensationell bei Fuß und gewann das erste Gold für das Land."

Serbien: TV B92: "Eder hat den Sieg gestohlen"

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Quelle: n-tv.de