Fußball

Coach und Kapitän schlagen Alarm Absagenhagel erhöht Druck beim FC Bayern

bd5042f8045c802115095856475e8c1b.jpg

Niko Kovac ist gespannt, was Hasan Salihamidzic auf dem Transfermarkt noch leistet.

(Foto: dpa)

Zwei teure Weltmeister-Verteidiger, ein Sturmtalent - der FC Bayern hat sich für die neue Saison bereits verstärkt, dennoch fehlen laut Trainer Kovac noch vier Spieler. Allen voran: eine neue Spitzenkraft für die Offensive. Der Absagenhagel sorgt offenbar auch teamintern für Unruhe.

Kein Leroy Sané. Auch kein Ousmane Dembélé. Nicht einmal Callum Hudson-Odoi. Wenn Doublesieger FC Bayern am Montag in die Vorbereitung auf die neue Saison startet, stellt sich in Lucas Hernandez zwar der teuerste Spieler der Bundesliga-Geschichte vor. Auf den ersehnten Offensivstar warten die Fans aber vergebens. Und deshalb rumort es an der Basis - und intern. Nach Trainer Niko Kovac hat auch Kapitän Manuel Neuer Alarm geschlagen. Der Torhüter ließ seinen Berater Thomas Kroth via "Süddeutscher Zeitung" offen mit Abschied drohen, sollte es nicht endlich zu den dringend benötigten Top-Transfers kommen. "Die Vertragsverlängerung und ein Karriereende beim FC Bayern ist natürlich das naheliegende Modell", wird Kroth zitiert, "aber nicht das einzige."

Neuer sei erfolgsorientiert und wolle nach 2013 erneut die Champions League gewinnen. Aber, meinte Kroth: "Mein Eindruck ist, dass der Abstand zu den vier englischen Top-Teams schon gravierend ist und der Münchner Kader aktuell noch nicht entsprechend - also konkurrenzfähig - aufgestellt ist, um auch die Ziele von Manuel ernsthaft anzugehen." Laut "Bild am Sonntag" denken "viele" von Neuers Kollegen genauso. Das Blatt schreibt vom "Pulverfass Bayern". Zumal auch Kovac die vergeblichen Bemühungen von Sportdirektor Hasan Salihamidzic auf dem Transfermarkt mit zunehmender Nervosität verfolgt.

"Man muss im Leben auch warten können"

"Vier Spieler brauchen wir noch", forderte er im "Kicker". Nach dem Abgang der Top-Profis Arjen Robben, Franck Ribery, Mats Hummels, James und Rafinha genügt sein Kader den höchsten Ansprüchen nicht mehr - trotz Ausgaben in Höhe von fast 120 Millionen Euro für Hernández (Atletico Madrid/80 Millionen), Benjamin Pavard (VfB Stuttgart/35) und Jann-Fiete Arp (Hamburger SV/3). Dabei hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im Klubmagazin "51" angekündigt, dass die Bayern "den Fokus auf die Champions League wieder deutlich schärfen" wollen. Wie das klappen soll, kann der Bayern-Boss am Montag erklären - vor dem ersten öffentlichen Training (17 Uhr) mit einem Rumpfkader ohne Nationalspieler wohnt er der Vorstellung von Hernandez (14 Uhr) bei. Am Dienstag spricht Kovac, am Freitag Salihamidzic.

Der Sportdirektor hatte zuletzt angesichts der stockenden Bemühungen etwa um Sané wie Präsident Uli Hoeneß öffentlich um Geduld geworben. Und das ist auch richtig, meinte Matthias Sammer. "Der Markt ist überhitzt", sagte der Europameister von 1996: "Man muss im Leben auch warten können. Ich glaube, dass sie warten." Zumal Hoeneß zuletzt bezüglich der Kaderplanung betont hatte: "Bis Ende Juli musst du fertig sein." Am 3. August steht mit dem Supercup in Dortmund das erste Pflichtspiel der Saison an, am 12. August gastieren die Bayern in der ersten DFB-Pokalrunde bei Energie Cottbus, vier Tage später starten sie gegen Hertha BSC in die Liga. Dann soll auch der ein oder andere neue Offensivstar dabei sein.

Quelle: n-tv.de, tno/sid

Mehr zum Thema