Fußball

Zweifel am Alter bleiben BVB-Wunderkind frönt dem Torwahnsinn

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Youssoufa Moukoko trifft in der B-Junioren-Bundesliga nach Belieben: Mit 24 Toren steht er unangefochten an der Spitze der Torjäger.

(Foto: imago/DeFodi)

Er spielt die Gegner schwindelig und glänzt mit massenhaft Toren: Youssoufa Moukoko. Mit 24 Treffern verhilft er den B-Junioren des BVB zur Tabellenführung. Dabei feiert das Fußball-Supertalent - zumindest offiziell - heute erst seinen 13. Geburtstag.

Sonntag, 13 Uhr, Fohlenplatz am Borussia-Park in Mönchengladbach. Das B-Junioren-Bundesligaspiel zwischen Gladbach und Borussia Dortmund wird angepfiffen. Es dauert 40 Minuten, bis das BVB-Wunderkind Youssoufa Moukoko zuschlägt. Es ist sein 24. Saisontor - am 13. Spieltag. Immerhin, diesmal belässt er es bei einem einzigen Treffer. Andere Gegner mussten auch schon drei oder vier von ihm in einem Spiel einstecken.

Am Ende steht es 2:0 für den BVB, der damit die Tabellenführung ausbaut. 37 Punkte haben die Borussen auf dem Konto, liegen damit fünf Zähler vor dem Erzrivalen FC Schalke und zehn vor dem Dritten, Bayer 04 Leverkusen. 37 Punkte, die der BVB vor allem Moukoko zu verdanken hat - seine Treffer sind die Punktegarantie der Saison. Dabei feiert der Junge mit den kamerunischen Wurzeln offiziell heute erst seinen 13. Geburtstag - spielt aber in der B-Jugend mit 16-jährigen Mitspielern und Gegnern.

Selbst beim BVB gibt es Zweifel

Vermutlich werden auch am Fohlenplatz einige der 250 Zuschauer wieder über Moukoko gestaunt haben. Oder sich gewundert - über seine ausgefeilte Spielweise, seine Statue und Kraft, vor allem über sein Alter. Moukoko selbst will einfach nur Fußball spielen - doch genau das ist das Problem. Würde er nicht so ein herausragendes sportliches Talent besitzen, würde es die Diskussion um sein Alter vielleicht gar nicht geben. Feiert er heute wirklich erst seinen 13. Geburtstag? Das besagt zumindest die Nachbeurkundung seiner Geburt, bestätigte das Bezirksamt Hamburg Nord der "Welt".

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Vier Mal war er bereits für die deutsche U16 am Ball.

(Foto: imago/GEPA pictures)

Beim Standesamt Hamburg-Harburg sei demnach im Jahr 2016 die Beurkundung erfolgt, wonach Moukoko am 20. November 2004 in Kameruns Hauptstadt Jaunde geboren wurde. Moukokos Vater Joseph ist deutscher Staatsbürger. Zu Beginn der Diskussionen um seinen talentierten Sohn, betonte er, dass es eine deutsche Geburtsurkunde für Youssoufa gebe. Auch BVB-Pressesprecher Sascha Fligge sagte: Uns liegen die Geburtsurkunden vor. Sowohl aus Kamerun als auch aus Deutschland." Allerdings teilte das Auswärtige Amt der "Welt" mit: "Die Botschaft in Jaunde hat keine deutsche Geburtsurkunde für Youssoufa Moukoko ausgestellt."

Selbst beim BVB ist man sich nicht einig. Während Nachwuchskoordinator Lars Ricken den derzeitigen Fakten vertraut und "keinen Zweifel" am Alter Moukokos hat, ist U23-Teammanager Ingo Preuß zurückhaltender. "Ich könnte mir vorstellen, dass sein Alter lediglich geschätzt worden ist. Vielleicht ist er in Wirklichkeit ein, zwei Jahre älter", sagte er vor einigen Wochen. Ähnliches befürchtet auch Ex-Profi Otto Addo. Der heutige Gladbacher Co-Trainer erklärte dem NDR die Verhältnisse in Afrika: "Man muss für alles zahlen und dieses Geld haben viele eben nicht. Man kann nicht hundertprozentig davon ausgehen, dass jeder der geboren wird, auch gemeldet wird."

Altersanalyse würde Diskussion verstummen lassen

Aufschluss würde eine Analyse des Alters mittels einer Untersuchung etwa der Skelettentwicklung am Handwurzelknochen bringen. Doch diese lehnt Joseph Moukoko ab, der BVB verzichtete bislang darauf - genauso wie der DFB. Für den hat Moukoko vier Länderspiele in der U16-Nationalmannschaft bestritten und dabei drei Tore geschossen. Sollte Moukoko allerdings für die U17-WM in zwei Jahren nominiert werden, würde er den Fifa-Regeln folgend in jedem Fall einer Analyse unterzogen.

Auf diesem Weg wurde die gesamte nigerianische Nationalmannschaft von der U17-WM in diesem Jahr ausgeschlossen. 26 Spieler waren 2016 beim "Jüngerschummeln" erwischt worden - und Nigeria war immerhin Titelverteidiger.

Vor der Analyse der Fifa könnte Moukoko niemand schützen - und vielleicht wäre das gar nicht so schlecht für das BVB-Wunderkind. Sollte bestätigt werden, dass er wirklich im Jahr 2004 geboren wurde, würden die Diskussionen verstummen und sein Können stünde im Vordergrund. Sollte herauskommen, dass er schon etwas älter ist, wäre er immer noch ein Toptalent, auch mit vielleicht beispielsweise schon 16 Jahren. Schließlich würde er dann bei den B-Junioren zwar nicht mehr die älteren, aber immer noch die gleichaltrigen Gegner an die Wand spielen.

 

Quelle: n-tv.de

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