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Ach ja, die vielen Tore BVB sollte Aubameyang ziehen lassen

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War's das?

(Foto: imago/Kirchner-Media)

Will Pierre-Emerick Aubameyang seinen Abgang aus Dortmund erzwingen? Lächerliche Begebenheiten bestärken diesen Verdacht. Das wird selbst dem BVB zu viel. Für den Fußball-Bundesligisten geht es um seine Glaubwürdigkeit.

Das muss man erst mal schaffen. Seit Juni 2013 spielt Pierre-Emerick Aubameyang für die Dortmunder Borussia. In dieser Zeit hat der Fußballnationalspieler aus Gabun 98 Tore erzielt. Und er hat sich mit drei seiner vier Trainer angelegt. Thomas Tuchel hat ihn im November 2016 aus dem Kader gestrichen, ebenso Peter Bosz im November vergangenen Jahres. Und jetzt hat es Peter Stöger getan. Mal jettete Aubameyang vor einem Spiel in der Champions League mit Freunden zu einer Party nach Mailand. Wiederholt kam er zu spät zum Training, einmal drehte er unerlaubterweise auf dem BVB-Gelände einen Werbespot. Am Samstag schwänzte er dann die Besprechung vor dem Dortmunder Rückrundenauftakt gegen den VfL Wolfsburg und flog aus dem Kader.

Es kann also niemand in Dortmund behaupten, er wisse nicht, mit wem er es zu tun hat. Da verwundert es schon ein wenig, dass Manager Michael Zorc nun sagt: "Er war sonst immer professionell, so ein Verhalten habe ich von ihm noch nicht erlebt. Das ist nicht zu tolerieren." Ist es nicht vielmehr so, dass sie beim BVB die Eskapaden ihres Angreifers bisher ertragen haben, weil er so viele Tore schießt? Ganz einfach, weil der mit seinen 31 Treffern in der vergangenen Saison erfolgreichste Schütze der Liga sportlich schlichtweg nicht zu ersetzen ist?

Der Verdacht drängt sich auf. Für die Dortmunder aber wird der Fall Aubameyang allerspätestens jetzt zum Prüfstein für die eigene Glaubwürdigkeit. "Ich erkenne ihn nicht wieder. Ich weiß nicht, was in seinem Kopf abgeht", sagte Zorc. "Irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem man es nicht mehr tolerieren kann. Da sind wir heute angekommen." Was daraus folgt, sagte er nicht. Noch nicht. Die angekündigten Sanktionen für den 28 Jahre alten Aubameyang im "monetären Bereich" dürften nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Die Stimmung hat sich gedreht. Torhüter Roman Bürki formulierte es, ebenfalls im Gespräch mit dem Bezahlsender Sky, so: "Wir brauchen ihn, das hat man heute wieder gesehen. Es wäre schade, wenn er uns noch öfter wegen solchen dummen Aktionen fehlen würde. " Aber: "Es gibt Regeln, die für jeden Spieler gelten - egal, wie viel Tore er schießt."

"Dann gehört er wieder dazu"

Wahrscheinlich aber schießt Aubameyang, der einen Vertrag bis 2021 unterschrieben hat, sie schon sehr bald nicht mehr für den BVB. Die Transferfrist läuft bis Ende Januar. Und die stetigen Wechselgerüchte sind mittlerweile Legende. Neu ist, dass der Spieler seinen Abgang zu provozieren scheint. Dafür spricht das vergleichsweise lächerliche Theater um die verpasste Besprechung und Aubameyangs Aussage, er habe sie ganz einfach vergessen. Trainer Stöger kommentierte das so: "Ich glaube, wir wissen alle, dass das nicht der Fall ist." Übersetzt heißt das nichts anderes als: Aubameyang lügt.

Schließlich sei es eine relativ wichtige Sitzung gewesen, sagte Stöger weiter. "Und er ist ihr ferngeblieben. Das hat zur Folge, dass ich die Einschätzung habe, dass es ihm momentan nicht so wichtig ist, dass er nicht fokussiert war auf das wichtige erste Spiel." Stöger sagte aber auch: "Nächste Woche gibt es für ihn eine neue Chance zu zeigen, dass er bereit ist. Dann gehört er wieder dazu." Ob Aubameyang seinen Wechsel - wohin auch immer - erzwingen wolle, könne er nicht beurteilen. Dafür spricht allerdings ein ebenso lächerliches Detail.

Sein Vater hatte einem Journalisten Rassismus vorgeworfen, weil der die Verhältnisse in Dortmund als "Affenzirkus" bezeichnet hatte. In einem inzwischen gelöschten Beitrag bei Instagram hatte Pierre Francois Aubameyang geschrieben: "Ein beschissener Journalist, der meinen Sohn wie einen Affen behandelt. Ich habe den Eindruck, dass er uns in Hitlers Zeiten zurückbringen will. Ich glaube ganz einfach, dass der kleine Affe und seine Familie von hier verschwinden müssen, denn hier kann man nicht mehr leben."

Geht Aubameyang also noch in diesem Monat? Zorc sagte dazu am Sonntag: "Wir brauchen jetzt hier keine Spekulationen anzustellen. Aber klar ist natürlich auch: So kann es nicht weitergehen." Genau. Im Grunde gibt es nur eine Möglichkeit: Aubameyang darf nicht gehen. Aubameyang muss gehen. Der FC Arsenal soll 60 Millionen Euro für ihn bieten - das ist doch ein Wort.

Quelle: n-tv.de

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