Fußball

Ende einer 30-jährigen Ära Berlusconi verkauft AC Mailand an Chinesen

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Arrivederci Milano - Silvio Berlusconi verkauft seinen Anteile am AC an chinesische Investoren.

(Foto: imago/Buzzi)

Der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi trennt sich vom AC Mailand. Die Anteile an dem Traditionsverein aus der Serie A verkauft der 79-Jährige an ein chinesisches Konsortium. Das verpflichtet sich zu millionenschweren Investitionen.

Beim italienischen Fußball-Renommierklub AC Milan geht die 30-jährige Ära von Silvio Berlusconi zu Ende. Der ehemalige Ministerpräsident einigte sich mit einem chinesischen Konsortium auf den Verkauf seines kompletten Milan-Aktienpakets, teilte Berlusconis Fernsehholding Fininvest mit. Seit Jahren war Berlusconi auf der Suche nach Investoren für seinen Klub Milan, der zwar zu den erfolgreichsten Vereinen in Europa zählt, allerdings schon lange auf der Suche nach frischem Kapital war, um an alte Erfolge anknüpfen zu können. Mit den Geldern des neuen Klubeigners soll angeblich massiv in neue Spieler für die Milan-Mannschaft investiert werden.

Das Konsortium Sino-Europe Investment Management Changxing, an dem sich auch der chinesische Staatsfonds Haixia Capital beteiligt, bewertete Milan mit einem Wert von 740 Millionen Euro. Dabei wurden auch die Schulden in Höhe von 220 Millionen Euro berücksichtigt, die den lombardischen Traditionsklub belasten. Der 79 Jahre alte Berlusconi war seit 1986 Besitzer des Klubs, bis 2004 sogar Präsident. Dann zwang ihn ein Gesetz zur Regelung des Interessenkonflikts zum Rücktritt.

Das Konsortium unter der Führung des Managers Yonghong Li, der in den letzten Monaten die Verhandlungen mit Berlusconi geführt hatte, verpflichtete sich in den nächsten drei Jahren zu Investitionen in Höhe von 350 Millionen Euro in den Klub.

Mit dem Verkauf an chinesische Investoren wandelt Berlusconi auf den Spuren des Stadtrivalen Inter. Dieser war Anfang Juni vom chinesischen Konzern Suning übernommen worden. Im vergangenen Herbst war ein geplanter Deal mit dem thailändischen Investor Bee Taechaubol geplatzt. Berlusconi hatte zuletzt immer wieder zu verstehen gegeben, dass sich seine TV-Gruppe den Klub nicht mehr leisten könne, dass er aber als Aktionär weiterhin im Verein das Sagen haben wolle.

Nach einer schweren Herzoperation, der er sich im Juni unterzogen hatte, entschloss sich der 79-Jährige zur kompletten Trennung vom Verein. Dazu hatte ihn auch seine Tochter Barbara, 31 Jahre alte Ko-Geschäftsführerin des Klubs, gedrängt. Erst im Februar hatte Berlusconi den 30. Jahrestag als Eigentümer gefeiert. Durch seine Mittel avancierte Milan schon Ende der 80er Jahre zur Nummer eins in Europa. Mittlerweile jedoch ist der Klub auch im Zuge der allgemeinen Finanzprobleme im Mittelmaß versunken. Mailands letzter Meister-Titel datiert aus dem Jahr 2011, Milans siebter und bislang letzter Triumph in der Champions League liegt bereits neun Jahre zurück.

Quelle: n-tv.de, tno/sid

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