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Sport
Ihre Rollen in der WM-Affäre bleiben auch dem Bekenntnis des Kataris unklar: Mohamed Bin Hammam (l.) und Franz Beckenbauer.
Ihre Rollen in der WM-Affäre bleiben auch dem Bekenntnis des Kataris unklar: Mohamed Bin Hammam (l.) und Franz Beckenbauer.(Foto: dpa)
Samstag, 13. Januar 2018

Bizarre Aussagen aus Katar: Bin Hammam verwirrt in WM-Affäre 2006

Zumindest der Empfänger der ominösen 6,7-Millionen-Euro-Zahlung im Zuge der WM-Affäre 2006 ist nun offiziell bekannt. Allerdings wirft das Bekenntnis von Mohamed Bin Hammam neue Fragen zur Rolle der deutschen Funktionäre auf.

Der ehemalige katarische Fußball-Funktionär Mohamed Bin Hammam, der als einer der Strippenzieher im Fifa-Korruptionsskandal gilt, hat den Erhalt von 6,7 Millionen Euro aus Deutschland im Zusammenhang mit der WM 2006 bestätigt. "Die 6,7 Millionen Euro sind auf mein Konto geflossen, ja. Aber ich würde gerne wissen, warum Deutschland mich hätte bestechen sollen, für etwas, was sie schon erhalten haben. Die Summe ist erst nach der WM-Vergabe auf meinem Konto eingegangen", sagte der 68-Jährige in einem Exklusiv-Interview mit der ZDF-Sportreportage, das am Sonntag ab 17.10 Uhr ausgestrahlt wird.

Die ominösen 6,7 Millionen Euro stehen im Zentrum der Sommermärchen-Affäre. Schon länger bekannt ist, dass sie im Jahr 2002 über ein kompliziertes Konstrukt, an dem der deutsche WM-OK-Chef Franz Beckenbauer offenbar maßgeblich beteiligt war, nach Katar auf ein Konto von Bin Hammams Firma Kemco geflossen waren. Warum, bleibt bis heute die zentrale Frage.

Die WM 2006 war im Jahr 2000 in Zürich vergeben worden. Auf die Frage, ob er denn wisse, wofür er das Geld aus Deutschland bekommen habe, antwortete Bin Hammam: "Ich weiß es nicht. Nein, natürlich weiß ich es. Aber entschuldigen Sie - das interessiert doch nur Sie, keine anderen." Der ehemalige Fifa-Präsidentschaftskandidat Bin Hammam war im Dezember 2012 lebenslang von der Ethikkommission des Verbandes gesperrt worden.

"Sind Anschuldigungen, bleiben Anschuldigungen"

Auch zu den Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit der Vergabe der WM 2022 an sein Heimatland gab Bin Hammam einen Kommentar ab: "Sie betreffen mich alle nicht. Das sind nur Anschuldigungen und bleiben Anschuldigungen." Der Deutsche Fußball-Bund hatte zuletzt vergeblich versucht, ein Treffen mit Bin Hammam im Emirat am Persischen Golf zu fixieren. DFB-Präsident Reinhard Grindel wollte den Katarer in einem persönlichen Gespräch befragen.

In dem Sportreportage-Beitrag "Katar und die Sportwelt" nahm Bin Hammam auch zur Fifa generell Stellung. "Alle Leute waren so lange in der Fifa und haben gedacht, die Fifa gehört ihnen, sie können machen, was sie wollen, was gut für sie persönlich ist - mich eingeschlossen." Er möchte nicht sagen, "dass ich eine Ausnahme war. Die Leute, die die größte Macht haben, denken immer, sie können tun und lassen, was sie wollen", so der Katerer.

Der DFB wird immer noch um den Skandal um die WM-2006-Vergabe belastet. "Mein Wunsch ist, dass wir möglichst schnell Rechtssicherheit haben", hatte Grindel erst kürzlich mit Blick auf die Ermittlungen bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt dem Sportinformationsdienst gesagt: "Der Umstand, dass das Verfahren läuft, ist eine Belastung für den DFB, wobei wir alles getan haben, um die notwendigen Schlüsse und strukturellen Konsequenzen zu ziehen."

Quelle: n-tv.de