Fußball

Dresdens Elfmeterdrama in Berlin Brandt schießt und köpft den BVB ins Glück

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Zweifacher Torschütze: Julian Brandt, Borussia Dortmund.

(Foto: REUTERS)

Wie in der Liga, so im DFB-Pokal: Borussia Dortmund schlägt im zweiten Duell innerhalb von elf Tagen die Namenscousine aus Mönchengladbach und steht im Achtelfinale. Dort sind Eintracht Frankfurt, Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC mögliche Gegner. St. Pauli, Aue und - ganz unglücklich - Dresden sind raus.

Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach 2:1 (0:0)

Julian Brandt hat Borussia Dortmund vor einem Pokal-Knockout bewahrt und weitere Diskussionen um die berufliche Zukunft von Trainer Lucien Favre vorerst abgewendet. Der zuletzt umstrittene Zugang sorgte mit einem Doppelpack in der 77. und 80. Minute für den glücklichen 2:1 (0:0)-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach und den Einzug in das Achtelfinale. Vor 79.800 Zuschauern im Westfalenstadion hatte Marcus Thuram den Bundesliga-Tabellenführer in der 71. Minute in Führung geschossen. Doch der BVB bewies trotz der Ausfälle der Leitwölfe Marco Reus und Mats Hummels durchaus Willensstärke. In der hektischen Schlussphase sah Gladbachs Trainer Marco Rose noch die Rote Karte.

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Scheint ganz glücklich: Dortmunds Trainer Lucien Favre.

(Foto: dpa)

Die Partie begann mäßig, im Spielaufbau mangelte es beiden Teams an Präzision, Tempo und Ideen. Erst nach einer knappen halben Stunde war Torgefahr erkennbar. Zunächst traf BVB-Angreifer Thorgan Hazard (28.) mit einem Fernschuss die Latte. Zwei Minuten später verpasste Florian Neuhaus nach einem Fehler des Dortmunder Torhüters Marwin Hitz, der den kranken Roman Bürki vertrat, die Führung. Nun entwickelte sich die bis dato unterhaltsamste Phase der Partie. Gladbachs Angreifer Marcus Thuram scheiterte aus kurzer Distanz an Hitz (38.).

Insgesamt aber traten die ersatzgeschwächten Teams nicht wie Spitzenmannschaften der höchsten deutschen Spielklasse auf. Nach dem Wechsel änderte sich das zunächst nicht wesentlich. Julian Weigls Kopfball aus 14 Metern war zu harmlos (46.), auf der anderen Seite verpasste Thuram eine Hereingabe am Fünfmeterraum (60.). Dann aber machte es der Sohn von Frankreichs Weltmeister Lilian Thuram besser und köpfte eine Flanke des eingewechselten Oscar Wendt zur Führung ein. Die Dortmunder schienen nun auf das dritte torlose Spiel hintereinander zuzusteuern, auf Favre wären unangenehme Tage zugekommen. Doch ausgerechnet der zuletzt oft kritisierte Brandt drehte die Partie noch zugunsten des BVB.

FC St. Pauli - SG Eintracht Frankfurt 1:2 (1:2)

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Hier sehen Sie sein zweites Tor: Bas Dost, Eintracht Frankfurt.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Erst mit brachialer Wucht, dann mit großem Gefühl: Doppelpacker Bas Dost hat Eintracht Frankfurt mit brutaler Effizienz den Einzug ins Achtelfinale beschert. Der wenig souveräne Bundesligist setzte sich beim wacker kämpfenden Zweitligisten FC St. Pauli mit 2:1 (2:1) durch und verzeichneten ein Erfolgserlebnis vor Spiel gegen den FC Bayern München am Samstag (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de).

"Das war ein typisches Pokalspiel, es zählt nur das Weiterkommen. Im Endeffekt haben wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr viele Chancen zugelassen", sagte Sportdirektor Bruno Hübner: "Bas Dost war super, zwei Chancen, zwei Tore." Dost traf per Kopf und mit einem feinen Heber (4., 16.) vor 29.373 Zuschauern im ausverkauften Millerntorstadion und war damit entscheidend am Einzug des fünfmaligen Pokalsiegers in die Runde der letzten 16 beteiligt. St. Pauli witterte nach dem Anschlusstreffer per Handelfmeter von Waldemar Sobota (42.) seine Chance, doch Eintracht-Coach Adi Hütter konnte nach der 2:4-Niederlage im Liga-Duell bei Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach wieder einen Erfolg verzeichnen.

Hertha BSC - SG Dynamo Dresden 5:4 i. E.; 3:3 (2:2, 0:1) n. V.

Kraftakt vor dem Derby: Fußball-Bundesligist Hertha BSC darf nach einem Elfmeter-Krimi weiter vom Pokalfinale im Olympiastadion träumen, hat vor dem Stadtduell bei Union Berlin aber viel aufzuarbeiten. Lange Zeit abschlussschwache Hauptstädter bezwangen den abstiegsbedrohten Zweitligisten SG Dynamo Dresden nach zweimaligem Rückstand noch mit 5:4 im Elfmeterschießen. Nach 120 wilden Minuten hatte es 3:3 (2:2, 0:1) gestanden.

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Fans aus Dresden im Olympiastadion.

(Foto: imago images/Steffen Kuttner)

Im Elfmeterschießen parierte Hertha-Keeper Thomas Kraft gegen Jannik Müller und Kevin Ehlers. Der Treffer von Marko Grujic brachte dann vor 70.429 Zuschauern, alleine 30.000 davon aus Dresden, die Entscheidung zugunsten der Berliner, die nun am 4./5. Februar im Achtelfinale stehen. Der Hertha ist damit nicht nur die Generalprobe für das Derby bei Union am Samstag (ab 18.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) gerade so geglückt, sie schielt auch auf die Teilnahme am Endspiel am 23. Mai 2020. Das Finale wird seit 1985 in Berlin ausgetragen, bislang haben nur die Hertha-Amateure 1993 den Einzug geschafft.

Fortuna Düsseldorf - FC Erzgebirge Aue 2:1 (1:1)

Mit viel Mühe hat sich auch Fortuna Düsseldorf in die nächste Runde gekämpft. Der Tabellen-14. der Bundesliga bezwang den Zweitligisten FC Erzgebirge Aue mit 2:1 (1:1). Vor 20.000 Zuschauern erzielten Rouwen Hennings (45./Foulelfmeter) und Kasim Adams (75.) die Treffer für den zweimaligen Pokalsieger, der am Sonntag zum rheinischen Derby gegen den 1. FC Köln antritt. Der Zweitliga-Vierte Aue, für den Florian Krüger (10.) traf, muss sich am Samstag im Verfolger-Duell mit dem 1. FC Heidenheim auseinandersetzen.

Quelle: ntv.de, sgi/dpa