Fußball

Leipzig und Bayer in Europa Bratseth kritisiert Red-Bull-Konstrukt

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"Es ist für die zwei Vereine nicht gut, dass jemand denken könnte: Ah, die gehören zusammen, wie sollen die fair gegeneinander spielen?"

(Foto: imago/Sven Simon)

RB Leipzig ist beim norwegischen Rekordmeister Rosenborg Trondheim ein wenig unter Druck. Nach der Heimniederlage gegen Red Bull Salzburg sollte die Mannschaft von Ralf Rangnick also an diesem Donnerstag (ab 18.55 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) in der Gruppe B der Europaliga mal schön gewinnen. Apropos Druck - den haben auch Trainer Heiko Herrlich und Bayer 04 Leverkusen. Zur gleichen Zeit spielen sie gegen AEK Larnaka.

Rosenborg Ballklub - Rasenballsport Leipzig, 18.55 Uhr

Rune Bratseth, Vorstandsmitglied des Rosenborg Ballklubs aus Trondheim, hat seine Kritik an der Konstellation in der Europaligagruppe B erneuert. Er glaube zwar nicht an Absprachen zwischen Leipzig und Bruderklub Red Bull Salzburg, aber es sei schlecht für den Fußball, "wenn man überhaupt über so ein Konstrukt sprechen muss", sagte der frühere Profi des SV Werder Bremen der "Mitteldeutschen Zeitung". "Es ist für die zwei Vereine nicht gut, dass jemand denken könnte: 'Ah, die gehören zusammen, wie sollen die fair gegeneinander spielen?' Und es ist auch nicht gut für die Uefa."

Trondheim - Leipzig, 18.55 Uhr

Rosenborg Ballklub: Hansen - Eggen Hedenstad, Hovland, Reginiussen, Gersbach - Denic, Jensen, Konradsen - de Lanlay, Söderlund, Jebaili. - Trainer: Coolen.
Rasenballsport Leipzig: Mvogo - Laimer, Konate, Upamecano, Mukiele (Sarachhi) - Demme, Ilsanker - Sabitzer, Cunha - Werner, Augustin - Trainer: Rangnick.
Schiedsrichter: Marco Guida (Italien)

Schon nach der Auslosung hatte der Norweger im WDR die von Leipziger und Salzburger Seite betonte Entflechtung so kommentiert: "Auch wenn sie juristisch Recht haben, heißt es nicht, dass es moralisch und vom Gefühl her richtig ist." Doch Bratseth erkennt an, dass Leipzig mit dem Geld des österreichischen Getränkekonzerns "gute Arbeit" mache. "Leipzig kauft keine Stars, sondern - siehe Naby Keita, Emil Forsberg oder Timo Werner - sie machen Stars. Das gefällt mir." Leipzigs Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick hat da ganz andere Sorgen. Er muss kurzfristig auf Mittelfeldspieler Kevin Kampl und Spielmacher Emil Forsberg verzichten. "Kevin ist erkältet, da hätte es keinen Sinn gemacht. Gottseidank hat er kein Fieber. Emil hat noch leichte Adduktorenprobleme, dürfte zum nächsten Spiel aber wieder fit sein."

Rangnick will sich beim 25-fachen norwegischen Meister nicht überraschen lassen. "Wir haben Trondheim intensiv beobachtet, es ist eine Mannschaft, die stark vom spielerischen Ansatz kommt. Sie versuchen immer über das Fußballerische zu kommen, für hiesige Verhältnisse ist es eine spielstarke Mannschaft", betonte Rangnick, der vor allem in der Defensive sicher stehen will und dann auf das schnelle RB-Umschaltspiel setzt. Laut Yussuf Poulsen ist die Marschroute klar: "Wir wissen, dass wir das erste Gruppenspiel verloren haben, aber wir kommen mit viel Selbstbewusstsein nach Trondheim und wollen den Sieg."

Bayer 04 Leverkusen - AEK Larnaka, 18.55 Uhr

Leverkusen - Larnaka, 18.55 Uhr

Bayer 04 Leverkusen: Hradecky - Weiser, Tah, S. Bender, Wendell - L. Bender, Kohr - Bellarabi, Havertz, Brandt - Alario. - Trainer: Herrrlich
AEK Larnaka: Ramirez - Silva, Mojsov, Gonzalez, Ioannou - Larena - Acorán, Hevel, Trickovski, Tete - Giannou. - Trainer: Iraola
Schiedsrichter: Jewgeni Aranowski (Ukraine)

In Leverkusen kommen sie nicht zur Ruhe. In der Liga steht Tabellenplatz 14 zu Buche, gemessen an den eigenen Ansprüchen ist das zu wenig. In der Europaliga allerdings gelang Bayer zum Auftakt ein 3:2 bei Ludogorez Rasgrad in Bulgarien. Und nun? "Wir wollen nach dem Spiel sechs Punkte haben", kündigte Trainer Heiko Herrlich vor der Partie gegen Zyperns Pokalsieger an. "Für den Kopf wäre es wichtig, zu gewinnen", sagte Torwart Lukas Hradecky. Das 2:4 gegen Borussia Dortmund nach 2:0-Führung hat Spuren hinterlassen: "Das hat uns weh getan." Denn die Ambitionen sind hoch, die in der Vorsaison knapp verpasste Champions League soll es 2019 sein. Geschäftsführer Rudi Völler glaubt, dass Bayer von einigen Experten zu hoch eingeschätzt wurde. Das sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Aber: "Wir haben die Wucht und die Qualität, in die Spur zurückzukommen." Nur wann und wie? Am besten schnell - und am allerbesten mit überzeugenden Siegen. Gegen Larnaka bietet sich die erste Chance, der am Sonntag (ab 13.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) in der Bundesliga beim SC Freiburg die zweite folgt. Zur Kritik an seiner Arbeit sagte Herrlich: "Mit solchen Fragen befassen nur Sie sich." Der Blick zurück wirft Fragen auf. Warum kann sein Team die Fähigkeiten nicht komplett abrufen?

"Wir arbeiten daran, dass wir über neunzig Minuten hundertprozentig konzentriert sein wollen", hatte der Trainer vor der Partie gegen den BVB gesagt. Indes: Es ging wieder schief. Charles Aránguiz, Julian Baumgartlinger, Panagiotis Retsos und Joel Pohjanpalo sind Langzeitausfälle. Rotieren ohne Qualitätsverlust kann Herrlich da kaum, ihm fehlen die Alternativen. Gegen Larnaka plant Herrlich mit Karim Bellarabi in der Startelf. In der Liga ist der 28 Jahre alte Rechtsaußen für Freiburg noch gesperrt.

Quelle: n-tv.de, sgi/dpa

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