Fußball

FCB-Neuzugang steht für Spektakel Coman tönt, Sammer ist aus dem Häuschen

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Bei Kingsley Coman besteht akute Explosionsgefahr - auf dem Feld selbstverständlich, nur das wir uns nicht falsch verstehen.

(Foto: imago/Insidefoto)

Bescheidenheit geht wohl anders: Kingsley Coman, kaum beim FC Bayern München angekommen, stellt seine sportlichen Vorzüge offensiv in den Vordergrund. Und die sind offenbar ganz schön üppig. Denn auch Sportvorstand Sammer schwärmt: "Er wird explodieren".

Franck Ribéry fehlt noch länger, und auch Arjen Robben ist mal wieder verletzt - eigentlich müsste Mario Götze bei Bayern München jetzt endlich gesetzt sein. Tatsächlich darf der WM-Held, der bei den Länderspielen gegen Polen und in Schottland stark spielte, am Samstag (15.30 Uhr im Liveticker bei ntv.de) gegen den FC Augsburg von Beginn an ran. Und trotzdem kann er auch nicht ruhiger schlafen als sonst: Denn prompt stellte der deutsche Fußball-Meister mit Kingsley Coman gleich seinen nächsten Konkurrenten vor.

Sportvorstand Matthias Sammer schwärmte von dem 19-Jährigen als einem "der großen Talente in Europa. Sein Potenzial ist außergewöhnlich". Und der französische U21-Nationalspieler bewies gleich bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit dem Wechsel von Juventus Turin nach München, dass er sich dort keinesfalls verstecken wird. Mit seinem goldbraunen Irokesen-Haarschnitt, schwarzem Kinnbärtchen und von bunten Ringen zusammengehaltenem Zöpfchen ist er eine auffällige Erscheinung; dazu kommt eine gute Portion Selbstvertrauen. "Ich bin ein Spieler, der den Unterschied macht, in jeder Minute des Spiels", sagte er leise, aber mit entschlossenem Blick.

Zwei Jahre um sich zu beweisen

Mit Comans Verpflichtung zunächst für zwei Jahre auf Leihbasis gegen eine Gebühr von kolportiert sieben Millionen Euro tragen die Bayern der Philosophie von Trainer Pep Guardiola Rechnung. Es sei "unsere ganz klare Denkweise, Außenspieler zu haben", sagte Sammer, "wir brauchen Alternativen." Zum 32 Jahre alten Ribéry und dem ein Jahr jüngeren Robben. Deshalb kam Douglas Costa für 30 Millionen Euro von Schachtjor Donezk, deshalb kam kurz vor Ende der Transferfrist Coman, der 2017, wenn die Verträge von "Robbéry" auslaufen, für 21 Millionen Euro fest verpflichtet werden kann.

Aber ist nicht auch Götze eine Alternative? "Ich vertraue ihm", sagte zuletzt nicht Guardiola, sondern Bundestrainer Joachim Löw nach dem Doppelpack gegen Polen. Götze meinte, es sei "immer schön, wenn man Vertrauen spürt. Und das spüre ich grundsätzlich immer, wenn ich bei der Nationalmannschaft bin". Und unter Guardiola? Nun ja. Sammer betonte, der hochtalentierte 23-Jährige sei "kein Außenspieler", werde aber "seinen Platz in der Mannschaft finden".

"Wenn der Trainer ihn aufstellt, dann wird er explodieren"

Guardiola bot ihn in den ersten drei Ligaspielen der Saison jedoch nur ein einziges Mal von Beginn an auf. Am Samstag darf er in der Startelf ran, Coman rückt nach nur zwei Trainingstagen sofort auf die Bank. "Wenn der Trainer ihn aufstellt, wird er explodieren", sagte Sammer über den jüngsten Debütanten in der Geschichte der französischen Ligue 1 - für Paris St. Germain mit 16 Jahren und acht Monaten. Der Sohn einer westafrikanischen Mutter aus Guinea-Bissau und eines Vaters von der Karibikinsel Guadeloupe überzeuge mit "Explosivität, Schnelligkeit und Dribbelstärke".

Mit dem Wechsel an die Isar sei für ihn "ein Traum in Erfüllung gegangen", sagte Coman, der die Nummer 29 erhielt. Experten vergleichen ihn mit Pierre-Emerick Aubameyang von Borussia Dortmund oder dem spanischen Weltmeister Pedro, der für den FC Chelsea kickt. "Er ist unheimlich schnell mit dem Ball und kann ein spektakulärer Spieler werden", sagte der frühere Münchner Willy Sagnol dem "Kicker", aber: "Kingsley muss mehr Tore machen." Vielleicht ja schon ab Samstag.

Quelle: ntv.de, Marco Mader, sid

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