Fußball

Kein VAR mehr in der Bundesliga? Corona sorgt für neue Regel-Optionen

imago0041707162h.jpg

Auswechslungen begeistern naturgemäß nicht immer alle Beteiligten. Künftig gibt es wohl mehr Potenzial für Ärger in jedem Spiel.

(Foto: imago images/ULMER Pressebildagentur)

Die Bundesliga kehrt als erste Topliga weltweit aus der Corona-Zwangspause zurück. Die Teams werden dann unter ganz neuen Rahmenbedingungen antreten - und dabei geht es nicht nur um die fehlenden Zuschauer. Die Fifa macht bereits den Weg für fünf statt drei Einwechslungen frei.

Mehrere Partien pro Woche, und das möglicherweise auch noch im Hochsommer - aufgrund der zu erwartenden hohen Belastungen für Spieler in der Coronakrise ist eine jahrzehntelange Grundregel des Fußballs vorübergehend gekippt worden. Wie die Regelhüter des International Football Association Board (Ifab) und der Weltverband Fifa am Freitag mitteilten, sind künftig fünf statt drei Auswechslungen pro Spiel erlaubt. Auch in der Bundesliga und der 2. Liga, die am 16. Mai den Spielbetrieb wieder aufnehmen, könnte die neue Regelung bald angewendet werden.

"Diese sofortige vorübergehende Änderung wurde eingeführt, da ein dicht gedrängter Kalender und Spiele bei mitunter großer Hitze drohen, was sich beides auf das Wohl der Spieler auswirken könnte", teilte die Fifa mit, die den Vorschlag beim Ifab eingereicht hatte. Zuvor hatten die Regelhüter grünes Licht erteilt.

Das neue Wechselkontingent kann ab sofort in allen Wettbewerben, die bis zum 31. Dezember 2020 abgeschlossen werden, angewendet werden. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die Regeländerung schon zuvor in Erwägung gezogen. "Falls diese Regel seitens der Fifa entschieden wird, werden die Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga kurzfristig über eine zeitlich befristete Übernahme dieser Regelung entscheiden", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Donnerstag.

Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter sah bei den zusätzlichen Wechseloptionen "eher positivere Signale als negativere" und erklärte: "Auf der einen Seite hast du mehr taktische Möglichkeiten, du kannst aber auch mehr Spielern eine Freude machen, wenn du sie einwechselst." Auch sein Kollege Julian Nagelsmann von RB Leipzig begrüßte die Aussicht auf mehr Wechselmöglichkeiten: "Vom Grundsatz her halte ich schon etwas davon, weil man mehr einwirken und die Belastung besser steuern kann."

Keine verbindliche Vorgabe

Eine verbindliche Vorgabe ist die Regeländerung aber nicht, wie die Fifa klarstellte. Es liege im Ermessen der Ligen und Verbände, ob sie diese umsetzen oder nicht. Erst zu einem späteren Zeitpunkt soll entschieden werden, ob die Reform noch auf das kommende Jahr ausgeweitet wird.

Mit Blick auf den Spielfluss sind die Gelegenheiten zum Auswechseln aber beschränkt. Jedem Team stehen während der regulären Spielzeit maximal drei Gelegenheiten für Auswechslungen zur Verfügung, so soll übermäßiges Zeitspiel verhindert werden. Dazu darf auch nach wie vor während der Halbzeitpause gewechselt werden. Nehmen beide Teams gleichzeitig eine Auswechslung vor, verlieren beide ein Wechselfenster.

Auch beim Einsatz der Video-Schiedsrichterassistenten (VAR) sind nun Änderungen erlaubt. So können Organisatoren von Wettbewerben, bei denen das VAR-System eingesetzt wurde, nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach freiem Ermessen auf dessen Einsatz verzichten. Geschieht dies jedoch nicht, gelten weiterhin alle bisherigen Bestimmungen.

Quelle: ntv.de, sid

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen