Fußball

Bayern-Block umgarnt City-Star DFB-Kollegen nehmen Sané in die Zange

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"Würde den kaufen": Kimmich (l.) wirbt heftig darum, Sané künftig als Vereinskollegen im Arm zu halten.

(Foto: imago images / Eibner)

Im EM-Qualifikationsspiel des aufgefrischten DFB-Teams blitzt die Klasse Leroy Sanés immer wieder durch die weißrussische Bewachung. Das intensivere Gezerre um den Jungstar von ManCity scheint aber in der Kabine stattzufinden. Dort werben Bayern-Stars und ein (Noch-)Kollege eifrig um den Flügelstürmer.

Als Leroy Sané das Stadion in Borissow nach Mitternacht verließ, kreischten die Fans. Der Jungstar der deutschen Fußball-Nationalmannschaft umdribbelte sie aber ebenso geschickt wie zuvor seine Gegenspieler sowie die auf Antworten hoffenden Journalisten - und stieg mit einer Getränkeflasche in der rechten und seinem Kulturbeutel in der linken Hand in den Mannschaftsbus. Trotz seines Führungstreffers beim 2:0 (1:0)-Erfolg der DFB-Auswahl in der EM-Qualifikation in Weißrussland wollte der 23-Jährige nicht reden.

Denn Sané wusste genau: Die Fragen hätten sich weniger um sein viertes Tor im 20. Länderspiel gedreht, sondern um seine berufliche Zukunft. "Es wird manchmal schwer und nervig, wenn man die 50. Frage gestellt bekommt und immer wieder sagen muss: dazu sage ich nichts", sagte DFB-Manager Oliver Bierhoff. Daher twitterte der vom FC Bayern umworbene Sané nur und schrieb zu einem Foto, das ihn beim Torjubel mit Vorlagengeber Joshua Kimmich zeigt: "Weiterer Schritt in die richtige Richtung."

Aber was ist die richtige Richtung für den Offensivspieler? Erfüllt er seinen bis Juni 2021 laufenden Vertrag beim englischen Meister Manchester City trotz zuletzt wenig Einsatzzeit unter Teammanager Pep Guardiola? Oder kehrt er in die Bundesliga zurück? Für Kimmich ist die Antwort klar. Sané sei ein junger, deutscher Spieler mit einem super Potenzial, stellte Kimmich fest. Seine Schlussfolgerung: "Ich an Bayerns Stelle würde den kaufen."

Kimmich: "Kann ich nicht nachvollziehen"

Sanés Zukunft bleibt vor dem nächsten EM-Qualifikationsspiel am Dienstag (20.45 Uhr bei RTL und im Liveticker bei n-tv.de) in Mainz gegen Estland innerhalb des Teams ein großes Thema. Die "Bild" schrieb schon von einem "Kabinen-Kampf" um den schnellen Stürmer. Die sechs Münchner im Kader wollen Sané von einem Wechsel an die Isar überzeugen, Ilkay Gündogan hält dagegen. "Ich weiß nicht viel, aber ich weiß ein bisschen. Ich gehe momentan davon aus, dass Leroy bleibt", sagte Sanés Klubkollege.

Weißrussland - Deutschland 0:2 (0:1)

Tore: 0:1 Sané (12. Minute), 0:2 Reus (62.)
Weißrussland: Gutor - Schitow, Naumow, Martynowitsch, Poljakow - Gromyko (ab 57. Korsun), Dragun - Kowalew (ab 69. Gordeitschuk), Majewski, Wolodko - Laptew (ab 62. Skawysch). - Trainer: Kriuschenko
Deutschland: Neuer - Tah, Ginter, Süle - Klostermann, Kimmich, Gündogan (ab 81. Goretzka), Schulz - Gnabry, Reus (ab 76. Brandt), Sané (ab 71. Draxler). - Trainer: Sorg
Schiedsrichter: Srdjan Jovanovic (Serbien)
Zuschauer: 10.000 in Borissow

Ersatz-Bundestrainer Marcus Sorg bleibt gelassen. Für ihn zählt nur Sanés Leistung. Diese stimmte in Weißrussland, auch wenn Sané etwas die Räume fehlten, um zu glänzen und er Pech mit einem Kopfball an den Pfosten hatte. "Er hat im Spiel immer wieder aufblitzen lassen, was in ihm steckt", sagte Sorg. Dass Sané durch die Diskussionen um ihn herum abgelenkt sein könnte, glaubt der 53-Jährige nicht. "Er hat sich ganz normal verhalten mit den Jungs. Er war auch im Training in keiner Weise belastet", sagte Sorg.

Doch nach dem Spiel gegen Estland wird sich Sané irgendwann zu seiner Zukunft äußern müssen. Er selber soll noch unentschlossen sein. Die Bayern wollen den Spieler überzeugen und dann in die Verhandlungen mit City einsteigen. "Er durfte bei City - gerade in den wichtigen Partien - nicht immer spielen, was ich persönlich nicht nachvollziehen kann", betrieb Kimmich weiter fleißig Werbung. Julian Draxler verfolgt die Entwicklungen als Unbeteiligter mit Humor. "Ich habe ihn die letzten Tage nur mit 'Mia san mia' angesprochen", scherzte der Nationalspieler von Paris St. Germain.

Quelle: n-tv.de

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