Fußball

UEFA kämpft gegen Super League DFB würde Sperre für Kroos & Co hinnehmen

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ter Stegen, Rüdiger, Havertz, Gündoğan: Sie alle spielen bei Klubs, die sich zur Super League bekannt haben.

(Foto: imago images/Nico Herbertz)

Der europäische Fußball steht vor einer historischen Spaltung: Auf die Pläne zwölf internationaler Topklubs für eine Super League reagiert die UEFA überraschend deutlich. Zudem gibt es eine beispiellose Drohung, deren Umsetzung auch die deutsche Fußball-Nationalmannschaft schwächen würde.

Der größte Machtkampf in der Geschichte des europäischen Klub-Fußballs eskaliert und könnte sogar bereits bei der Europameisterschaft im Sommer einschneidende Konsequenzen für das deutsche Nationalteam haben. Die UEFA konterte die Super-League-Pläne der zwölf Abtrünnigen mit ihrer weitreichenden Reform der Champions League und sprach eine beispiellose Drohung aus.

"Meiner Meinung nach müssen die Teams und Spieler von all unseren Wettbewerben ausgeschlossen werden. Es wird ihnen auch nicht mehr erlaubt sein, für ihre Nationalmannschaften aufzulaufen", wetterte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin - und bekam sofort Rückendeckung vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball-Liga (DFL), die ihre Unterstützung für alle Gegenmaßnahmen zusagten. "Dass hiervon auch die Berufung deutscher, bei Super-League-Klubs unter Vertrag stehender Nationalspieler betroffen sein kann, ist uns bewusst", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.

Wann dies geschehen werde, ließ der Slowene allerdings noch offen. Es sei "zu früh", um über rechtliche Konsequenzen zu sprechen. Es solle aber "so früh wie möglich" geschehen. Deutsche Nationalspieler aus Vereinen, die sich bislang an der Super League beteiligen wollen, sind unter anderem Toni Kroos von Real Madrid, Marc-Andre ter Stegen vom FC Barcelona, die Chelsea-Profis Timo Werner, Antonio Rüdiger und Kai Havertz sowie İlkay Gündoğan von Manchester City. Mit einem Bann für alle Nationalspieler dieser Klubs würde die UEFA die EM als eines ihrer wichtigsten Produkte allerdings selbst stark beschädigen - mit Drohkulissen dieser Art von beiden Seiten ist auch in naher Zukunft zu rechnen.

"Wir stehen alle gemeinsam gegen dieses Nonsens-Projekt. Alle 55 Verbände sind gegen die zynischen Pläne", sagte Ceferin und griff die abtrünnigen Klubs scharf an. "Solidarität ist etwas, das für immer steht. Für manche ist Solidarität, Einheit etwas, was nicht existiert. Das einzige, was für sie zählt, ist ihre eigene Tasche." Er wolle die Vereine nicht "dreckiges Dutzend" nennen - und implizierte mit seinen anderen Worten doch genau das.

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Auch ein Ausschluss der beteiligten Vereine aus dem laufenden Europapokal werde geprüft, so Ceferin. Ob dazu eine Möglichkeit bestehe, sei unklar, werde derzeit aber rechtlich geklärt. Im Champions-League-Halbfinale (Paris St. Germain gegen Manchester City, Real Madrid gegen FC Chelsea) Ende April bzw. Anfang Mai ist PSG der einzige Klub, der nicht zu jenen Rebellen gehört, die eine UEFA-unabhängige Superliga gründen wollen.

In der Europa League stehen überdies Manchester United (gegen AS Rom) und der FC Arsenal (gegen den FC Villarreal) unter den letzten Vier. Beide wollen sich ebenfalls lossagen. Wie mit den Halbfinals verfahren würde, ist offen. Titelverteidiger Bayern München war im Champions-League-Viertelfinale an PSG gescheitert, Borussia Dortmund an ManCity.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa/sid

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