Fußball

Showdown in 1., 2. und 3. LigaDer Dorfklub und Wolfsburg schrauben an der Sensation

08.05.2026, 17:33 Uhr
imageVon Tobias Nordmann, Anja Rau und Stephan Uersfeld
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Auch auf sie kommt es an: die Wolfsburg-Fans. (Foto: picture alliance / Fotostand)

Der Titel geht an Bayern München, doch dahinter stehen in der Fußball-Bundesliga noch zahlreiche Entscheidungen aus. Auch in der 2. und der 3. Liga kann sich an diesem Spieltag einiges (vor)entscheiden.

Bundesliga

Es geht um 20 Millionen Euro, wenn Bayer Leverkusen beim VfB Stuttgart antritt (Samstag, 15.30 Uhr/DAZN, Sky und im ntv.de-Liveticker). So groß ist der Unterschied zwischen der Qualifikation für die Champions League - oder eben nur die Europa League. Gemeinsam mit der TSG Hoffenheim gibt es noch den Dreikampf, wer in der kommenden Saison wo mitspielen darf, der vierte Platz in der Bundesliga ist heiß begehrt. Erst recht, nachdem seit Donnerstagabend klar ist, dass Deutschland die UEFA-Saisonwertung gegen Spanien verloren hat und keinen fünften Startplatz für die Champions League erhält. Nur für einen aus diesem Trio dürfte es am Ende also reichen.

Und an diesem Wochenende können sie sich gegenseitig die Punkte klauen. Schon wieder, nachdem am 32. Spieltag Hoffenheim die Stuttgarter zu Gast hatte - beim 3:3 blieben sie im Gleichschritt. Zwei Spieltage vor Schluss haben die Leverkusener nach dem Sieg gegen die drittplatzierten Leipziger (62 Punkte) einen winzigen Vorteil: Lediglich die Tordifferenz trennt Bayer (+23) vom VfB (+20) und der TSG (+16), mit 58 Zählern liegen alle gleichauf.

Davor ist es in der Tabelle etwas ruhiger: Der FC Bayern ist bekanntlich längst Meister, auch Borussia Dortmund (67 Punkte, +33 Tore) hat das Ticket für die Champions League sicher. Fünf Punkte dahinter rangiert RB Leipzig (62 Punkte, +21 Tore), denen ein Remis gegen den FC St. Pauli ebenfalls für die Königsklassen-Qualifikation reichen könnte. Nämlich dann, wenn die TSG Hoffenheim (58 Punkte, +16 Tore) nicht gegen Werder Bremen gewinnt. Eine Niederlage genügt, wenn Hoffenheim verliert und es im Duell VfB Stuttgart gegen Bayer Leverkusen einen Sieger gibt.

Auch im Abstiegskampf geht es an diesem Spieltag um alles: Auf dem Schleudersitz ist weiterhin der 1. FC Heidenheim (23 Punkte, -31 Tore) festgeschnallt. Das Team von Trainer Frank Schmidt steigt in mehr Fällen ab, als die Klasse zu halten: nämlich bei einer Niederlage beim 1. FC Köln (Sonntag, 17.30 Uhr/DAZN und im ntv.de-Liveticker). Auch wenn sie nur Remis spielen sollten und der VfL Wolfsburg (Samstag, 18.30 Uhr gegen den FC Bayern/Sky und im ntv.de-Liveticker) und der FC St. Pauli (Samstag, 15.30 Uhr bei RB Leipzig/DAZN, Sky und im ntv.de-Liveticker) jeweils mindestens einen Punkt holen, ist der Abstieg in die 2. Liga besiegelt. Gleiches gilt sogar bei einem Sieg in Köln, wenn entweder Wolfsburg oder St. Pauli gewinnen und der andere mindestens Remis spielt.

Für Werder Bremen (32 Punkte, -20 Tore) und den 1. FC Köln (32 Punkte, -8 Tore) geht es derweil darum, der Relegation zu entgehen. Beide brauchen dafür ein Remis aus den letzten beiden Spielen. Gerettet wären sie auch, wenn sie zwar verlieren, aber weder Wolfsburg noch St. Pauli gewinnen.

2. Liga

Der FC Schalke 04 hat es schon geschafft. Der Ruhrpottgigant feiert eine gigantische Aufstiegsparty von Gelsenkirchen bis Ibiza. Wer den Königsblauen folgt, ist noch völlig offen. Elversberg (59 Punkte), Hannover (58) und Paderborn (auch 58) rangeln sich um den zweiten Aufstiegs- und den Relegationsrang. Die Paderborner verspielten am vergangenen Wochenende ihre Top-Position, als sie mit 1:5 im Spitzenspiel in Elversberg absoffen. Nun legen die Ostwestfalen vor, spielen am Abend gegen den Karlsruher SC, für den es eigentlich um nichts mehr geht. Hannover muss am Samstag beim heimstarken VfL Bochum ran, Elversberg spielt bei der weiter akut abstiegsbedrohten Fortuna aus Düsseldorf, die aber zuletzt stark ansteigende Form bewies. Unter anderem bei der Schalker Aufstiegsparty, als sie durchaus ambitioniert auf den Ausgleich hinarbeiteten - vergeblich.

Mindestens so dramatisch wie im Aufstiegskampf geht's im Keller zu. Preußen Münster hat als Tabellenletzter (29) nur noch theoretische Chancen. Doch davor sind mindestens fünf Teams im Duell um direkten Abstieg, Relegation und Klassenerhalt involviert. Am besten steht Arminia Bielefeld da (13., 36 Punkte). Es ist aber eine trügerische Position, denn dahinter sieht es so aus: 1. FC Magdeburg (14., 36 Punkte), Eintracht Braunschweig (15., 34 Punkte), Fortuna Düsseldorf (16., 34 Punkte) und SpVgg Greuther Fürth (17., 34 Punkte). Was noch für Bielefeld spricht, das mit Abstand am besten Torverhältnis aller Abstiegskandidaten. Noch nicht sicher gerettet ist Dynamo Dresden, aber bei vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang sind die Gefahren wohl eher nur noch theoretisch. Und so geht's für die Abstiegsteams weiter:

Freitag:

1. FC Kaiserslautern - Arminia Bielefeld

Samstag:

Holstein Kiel - 1. FC Magdeburg

Eintracht Braunschweig - Dynamo Dresden

Sonntag:

Fortuna Düsseldorf - SV Elversberg 07

Preußen Münster - SV Darmstadt 98

Hertha BSC - SpVgg Greuther Fürth

3. Liga

Der VfL Osnabrück ist bereits durch und ab der kommenden Saison Zweitligist. Hinter den Niedersachsen tobt seit dem vergangenen Wochenende ein spektakulärer Zweikampf. Weil der MSV Duisburg den FC Energie Cottbus umwarf, kämpfen die beiden Rivalen nun punktgleich (jeweils 66) um den zweiten Platz.

Noch sind die knapp unterlegenen Brandenburger (1:2) im Vorteil, haben das leicht bessere Torverhältnis (+2) und insgesamt mehr Tore erzielt. Bedeutet für die galoppierenden Zebras von der Wedau: Wollen sie die Relegation umschiffen und per Durchmarsch aus der Regionalliga direkt aufsteigen, werden sie vermutlich nicht nur beide Spiele gewinnen, sondern auch sehr viele Tore schießen müssen. Nächste Station: der bereits abgestiegene FC Erzgebirge Aue (19 Uhr/MagentaSport und im ntv.de-Liveticker).

Hinter beiden Klubs kämpft der strauchelnde Riese Rot-Weiss Essen verzweifelt um seine letzte Chance, nach drei Niederlagen am Stück hat sich die Lage deutlich verschlechtert. Zwei Punkte beträgt der Rückstand, durch die derben Abreibungen in Cottbus (3:5) und gegen den VfB Stuttgart II (1:6) ist auch das Torverhältnis mittlerweile Schrott.

Restprogramm der Aufstiegskandidaten

Energie Cottbus (2. Platz, 66 Punkte): SV Wehen Wiesbaden (9., H), SSV Jahn Regensburg (11., A)

MSV Duisburg (3. Platz, 66 Punkte): Erzgebirge Aue (19., A), Viktoria Köln (10., H)

Rot-Weiss Essen (4. Platz, 64 Punkte): SC Verl (5., H), SSV Ulm (18., A)

SC Verl (5. Platz, 61 Punkte): Rot-Weiss Essen (4., A), TSV 1860 München (8., H)

Hansa Rostock (6. Platz, 61 Punkte): VfB Stuttgart II (13., H), 1. FC Saarbrücken (14., A)

Im Tabellenkeller ist derweil alles klar: Mit dem TSV Havelse, mit dem SSV Ulm, mit Erzgebirge Aue und dem 1. FC Schweinfurt stehen alle vier Absteiger fest.

Quelle: ntv.de

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