Fußball

Hintenraus wird's wackelig Der FC Bayern blamiert Köln in zwölf Minuten

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Thomas Müller (r.) war maßgeblich daran beteiligt, dass der FC Bayern den 1. FC Köln in den ersten zwölf Minuten brutal beherrschte.

(Foto: imago images/MIS)

Ja, der 1. FC Köln hatte sich im Bundesliga-Spiel gegen den FC Bayern etwas ausgerechnet. Aber innerhalb von zwölf Minuten werden alle Träume von furiosen Münchnern zerstört. Das Spiel über 90 Minuten zu kontrollieren, gelingt dem Team von Hansi Flick allerdings wieder nicht.

Dank einer stürmischen Anfangsphase hat der FC Bayern die passende Antwort auf die Siege der Verfolger gegeben und die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga nach einem Tag zurückerobert. Beim zuletzt so heimstarken Aufsteiger 1. FC Köln gewann das Team von Trainer Hansi Flick mit 4:1 (3:0) und hat auch nach dem 22. Spieltag einen Zähler Vorsprung auf RB Leipzig und vier auf Borussia Dortmund.

Bereits nach zwölf Minuten lag der Rekordmeister nach Treffern von Robert Lewandowski (3.), Kingsley Coman (5.), der für Leon Goretzka in die Startelf gerückt war, und Serge Gnabry (12.) mit 3:0 in Führung. Damit stellten die Bayern ihre Bestmarke aus dem Jahr 1973 ein, damals hatten sie beim 5:3 gegen Rot-Weiß Oberhausen genauso früh 3:0 vorne gelegen. "Wir haben die ersten Minuten komplett verschlafen, das darf uns so nicht passieren", gab Kölns Torwart Timo Horn bei Sky zu: "Die sind angerannt wie die Feuerwehr, wir haben keinen Zugriff bekommen."

Pfosten, Latte - Glück für Köln

1. FC Köln - FC Bayern 1:4 (0:3)

Tore: 0:1 Lewandowski (3.), 0:2 Coman (5.), 0:3 Gnabry (12.), 0:4 Gnabry (66.), 1:4 Uth (70.)
Köln:
Horn - Ehizibue, Bornauw, Czichos, Katterbach (28. Kainz) - Skhiri, Hector - Drexler, Uth, Jakobs (72. Schmitz) - Cordoba (81. Modeste); Trainer: Gisdol.
München: Neuer - Pavard, Boateng (46. Hernandez), Alaba, Davies - Kimmich (59. Tolisso), Thiago - Müller - Coman (79. Goretzka), Lewandowski, Gnabry; Trainer: Flick.
Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)
Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)

In der zweiten Hälfte leisteten sich die Münchner aber, wie zuletzt häufiger, einige Nachlässigkeiten, dennoch traf vor 50.000 Zuschauern erneut Gnabry (66.). Für den FC, der Tabellen-14. bleibt und vor dieser Niederlage viermal in Folge zu Hause gewonnen hatte, war Mark Uth (70.) erfolgreich. An der ersten Heimniederlage unter dem neuen Trainer Markus Gisdol änderte dies nichts mehr.

Die Münchner, die von Gisdol im Vorfeld als "schwerstmöglicher Gegner" bezeichnet worden waren, begannen wild entschlossen. Thomas Müller bediente Lewandowski, der ohne Mühe zu seinem 23. Saisontor verwandelte. Als dann kurz darauf noch Coman - wieder nach einem Pass von Müller - und Gnabry trafen, war das Spiel bereits entschieden. Die Bayern durften weiter nach Belieben kombinieren - Köln kam immer zu spät und hatte Glück, nicht noch deutlicher zurückzuliegen. Gnabry traf die Latte (29.), wenig später flog ein Distanzschuss von Joshua Kimmich an den Pfosten (37.). Die Gäste hatten da längst ein paar Gänge zurückgeschaltet, dennoch hielten sie den FC mühelos vom eigenen Tor fern.

Flick mahnt zu mehr Ernsthaftigkeit

Unmittelbar nach der Pause jubelte Köln über das vermeintliche 1:3 durch Stürmer Jhon Cordoba (46.), doch wegen einer Abseitsstellung gab Schiedsrichter Felix Zwayer nach Hinweis des Videoassistenten Tobias Reichel den Treffer nicht. Auch in der 55. Minute wurde ein Tor von Cordoba wegen Abseits nicht anerkannt. Der FC spielte nun aber mutig nach vorne und legte endlich den großen Respekt vor dem schier übermächtigen Gegner ab.

Allerdings ließen es die Bayern in dieser Phase auch sehr locker angehen, Hansi Flick ermahnte seine allzu lässigen Stars gestenreich wieder zu mehr Ernsthaftigkeit. Trotzdem musste Torhüter Manuel Neuer im direkten Duell gegen Uth (62.) retten. Köln witterte nun die Chance auf den Ehrentreffer, die Fans trieben den Aufsteiger nach vorne - stattdessen aber schlugen erneut die Gäste durch den starken Gnabry zu. In der Schlussphase stand nach Uths Treffer erneut Neuer gegen Cordoba (78.) im Mittelpunkt - das sorgte beim Münchner für ein wenig Unmut. "Mich ärgert, dass wir nicht so konstant weitergespielt haben, weil wir uns das Leben damit selber schwer gemacht haben", sagte Neuer.

Quelle: ntv.de, tno/sid