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So nervt die Bundesliga Der FC Bayern und die Blödheit der anderen

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Uiuiui...

(Foto: dpa)

Der FC Bayern ist Herbstmeister der Fußball-Bundesliga. So langweilig diese Nachricht klingt, so überraschend ist sie durchaus. Denn so angreifbar wie in den ersten 16 Saisonspielen waren die Münchner selten. Gut für sie: Die Konkurrenz patzt noch schlimmer.

Es hätte tatsächlich nicht zu diesem 16. Spieltag der Fußball-Bundesliga gepasst, wenn Nils Petersen am Sonntagnachmittag, in der Nachspielzeit der Begegnung seines SC Freiburg gegen den FC Bayern noch ein zweites Tor geschossen hätte. Denn hätte der Stürmer, der einst in München unter Vertrag stand, den Ball nicht an die Latte genagelt, sondern an Manuel Neuer vorbei ins Tor, dann wäre die Liga tatsächlich ja spannend geblieben. Dann hätte der FC Bayern nicht wieder von der Blödheit der Anderen profitiert.

So aber ist es nun eben: Der Rekordmeister ist Tabellenführer. Und weil die Konkurrenz am Wochenende, mit Ausnahme von, Obacht, Union Berlin gepatzt hat, sind die Münchner auch Herbstmeister. Man kann das ziemlich ätzend und nervig finden. Man kann damit hadern, dass es Borussia Dortmund einfach nicht gelingt, das aberwitzige Potenzial seines Kaders nicht gewinnbringend zu heben und endlich mal konstant auf die Jagd des FC Bayern zu gehen. Und ist tatsächlich einfach unerklärlich, dass der BVB erst so furios über RB Leipzig hinwegpollert, um sich dann über ein klägliches Remis gegen Mainz ärgern zu müssen.

Auch Leipzig muss sich ärgern. Allerdings in ganz anderen Dimensionen als die Dortmunder. Denn bei RB sind es meist nicht bizarre Leistungsschwankungen, die über Sieg oder Punktverlust entscheiden, sondern eine bisweilen hanebüchene Abschlussschwäche. Die übrigens nicht damit erklärt werden kann, dass Timo Werner nicht mehr für die Sachsen spielt. Zwar war der Nationalspieler der überragende Vollstrecker der Mannschaft von Julian Nagelsmann, aber die Qualität im Zentrum ist auch ohne den kriselnden Stürmer des FC Chelsea enorm hoch, eigentlich! Aber weder die Neuzugänge Justin Kluivert und Alexander Sörloth noch der ewige Yussuf Poulsen bekommen Stabilität in ihre Abschlussklasse.

Bayer? Kein Vorwurf!

Was will man derweil aber Bayer Leverkusen vorwerfen? Dass es ihnen wieder nicht gelingt, dauerhaft den Druck auf den FC Bayern hochzuhalten? Fair wäre das nicht. Denn obwohl die Mannschaft von Peter Bosz bisweilen fantastischen Fußball gespielt hat, hat sie immer noch die Abgänge von Deutschlands größtem Talent, Kai Havertz, und Stürmer Kevin Volland zu verkraften. Dass die Kompensation bis vor Weihnachten so überragend gelungen war, eine tolle Geschichte. Aber eine, die so nicht zu erwarten war. Und dass sich Bayer dabei an einem 17-Jährigen, an Florian Wirtz, berauschen durfte, ebenfalls toll. Aber ein 17-Jähriger bleibt eben ein 17-Jähriger, auf den es aufzupassen gilt.

Bleibt noch Borussia Mönchengladbach. Die haben in der Champions League sensationelle Abende erlebt, dafür aber in der Liga den Kräfteverschleiß zu spüren bekommen. Mit bisweilen hart erkämpften aber eben auch bitter verspielten Unentschieden, sieben Stück bereits, reicht es derzeit nur zu Rang acht. Noch hinter Eintracht Frankfurt und dem VfL Wolfsburg, die sich munter um Europa bewerben, aber eben keine Teams sind, die im Kampf um die Meisterschaft eine Rolle spielen. Wollen sie nicht (gemessen an einer realistischen Selbsteinschätzung), müssen sie nicht. Ebenso wenig wie Union Berlin, die nichts weiter sind als die Sensation der Saison. Mit und ohne Max Kruse frustrieren die Eisernen ein Top-Team nach dem nächsten: erst Gladbach (1:1), dann die Bayern (1:1) und schließlich den BVB und Bayer (2:1 und 1:1).

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Den Münchnern ist die unerklärliche Kollektiv-Schwäche der anderen übrigens völlig wurscht. Sagen sie zumindest. "Mich interessiert die Konkurrenz aktuell nicht", sagt Trainer Hansi Flick. "Aber es ist schon gut, vier Punkte Vorsprung zu haben." Wie genau dies seiner überspielten und ermatteten Mannschaft gelungen ist, mit all den überraschenden Patzern in Ergebnis und Spielweise (vor allem in der Abwehr), das weiß wohl auch er nicht so genau. Die 21 Tore von Robert Lewandowski, die sieben Treffer und zehn Vorlagen von Thomas Müller und die zigfachen Paraden von Manuel Neuer sind lediglich der enorm hart erarbeitete Katastrophenschutz.

Aber so ist es eben. Im Sinne der Liga ist das allerdings eine ganz schön frustrierende Erkenntnis!

Quelle: ntv.de