Fußball

Gladbach verspielt 2:0-Führung Dortmund siegt, weil Reus zum Flug abhebt

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Da war's passiert.

(Foto: dpa)

Der VfL Wolfsburg spielt in der nächsten Saison ganz sicher im Europapokal, das steht nach dem 30. Spieltag schon fest. Vieles deutet auf die Champions League hin - die für Gladbach nun unerreichbar ist. Borussia Dortmund jubelt dank nach einem fragwürdigen Elfmeter, den Haaland dann sogar vergibt.

VfB Stuttgart - VfL Wolfsburg 1:3 (0:2)

Der VfL Wolfsburg hat seine kleine Niederlagenserie in der Fußball-Bundesliga eindrucksvoll gestoppt und darf weiter von der Königsklasse träumen. Die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner setzte sich bei Aufsteiger VfB Stuttgart verdient mit 3:1 (2:0) durch und liegt vier Spiele vor Saisonende voll auf Champions-League-Kurs. Die Wölfe verteidigten dank Treffer von Xaver Schlager (13.), Torjäger Wout Weghorst (29.) und Yannick Gerhardt (65.) erfolgreich den dritten Tabellenplatz. Für die Stuttgarter verschoss Philipp Förster (26.) einen Handelfmeter, der Anschluss von Gonzalo Castro (90.+2) kam zu spät.

Wolfsburg-Trainer Glasner stellte seine Verteidigung nach zuletzt sieben Gegentoren gegen Bayern München (2:3) und Eintracht Frankfurt (3:4) - so viele wie in den 13 Spielen davor - auf drei Positionen um. VfB-Coach Matarazzo tauschte derweil fünf Spieler aus, mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren war es die jüngste Bundesliga-Startelf der Saison. Die "jungen Wilden" der Stuttgarter verzeichneten auch die erste Großchance.

Doch Torjäger Sasa Kalajdzic konnte die Orientierungslosigkeit der Wolfsburg-Abwehr nicht nutzen und scheiterte aus elf Metern völlig freistehend an Koen Casteels. Auf der Gegenseite zeichnete sich Gregor Kobel erst gegen Josip Brekalo aus (12.), kurz darauf war der VfB-Torhüter gegen den wuchtigen Schuss von Schlager aus 22 Metern aber chancenlos.

Mit der Führung im Rücken dominierte die Glasner-Elf das Geschehen, doch die Stuttgarter bekamen die große Möglichkeit zum Ausgleich. John Anthony Brooks berührte den Ball nach einer Flanke von Roberto Massimo im Strafraum mit der Hand, den diskussionswürdigen Elfmeter vergab Förster jedoch kläglich. Erst scheiterte der 26-Jährige am überragenden Casteels, den Nachschuss setzte er über das Tor. Im Gegenzug machte es Weghorst besser. Der Niederländer versenkte eine Maßflanke von Brekalo aus kurzer Distanz per Kopf zu seinem 20. Saisontor. Im zweiten Durchgang kontrollierten die Gäste das Spiel, ehe Gerhardt mit einem platzierten Schuss für die Entscheidung sorgte.

Werder Bremen - 1. FSV Mainz 05 0:1 (0:1)

Werder Bremen wackelt gewaltig: Die Hanseaten um Trainer Florian Kohfeldt haben im Kellerduell mit Mainz 05 einen frustrierenden Klub-Negativrekord aufgestellt und stecken immer tiefer im Abstiegssumpf. Die 0:1 (0:1)-Pleite gegen den Konkurrenten bedeutete die sechste Niederlage in Serie, noch nie verloren die Bremer so oft am Stück in der Liga. Mainz, sechs Spiele ungeschlagen, zog an Werder vorbei.

Die Gäste nutzten bei ihrem frühen Führungstreffer von Adam Szalai (16.) einen individuellen Patzer von Milos Veljkovic. Karim Onisiwo scheiterte nach dem Ausrutscher des Werder-Verteidigers noch an Keeper Jiri Pavlenka, doch sein Sturmpartner war zum Abstauber zur Stelle. Für Diskussionen sorgte der vermeintliche Ausgleich von Joshua Sargent (44.), den Schiedsrichter Marco Fritz nach Ansicht der Videobilder wegen eines vermeintlichen Fouls an Torhüter Robin Zentner zurücknahm.

Werders Coach hatte sein Team mit Niclas Füllkrug und Milot Rashica in der Spitze offensiv eingestellt und hoffte bereits nach vier Minuten auf einen Elfmeter. Doch Ludwig Augustinsson war für das Schiedsrichter-Gespann zu leicht zu Boden gegangen. Mainz überstand den ersten größeren Druck mit guter Aufteilung und Zweikampfstärke. Die Bremer waren durch den Rückstand empfindlich getroffen und kamen erst durch Füllkrug in der 31. Minute zu einer ersten echten Gelegenheit auf den Ausgleich, Zentner im 05-Tor reagierte stark. Auch Pavlenka musste sich weiter beweisen, unter anderem gegen Leandro Barreiro (35.).

Zu Beginn der zweiten Hälfte hatte Werder Riesenglück, Szalai traf aus der Drehung die Unterkante der Latte (48.). Dann ging es hin und her. Maximilian Eggestein (58.) besaß die Chance zum Ausgleich, aber auch Mainz hätte durch Onisiwo (60.) nachlegen können. So blieb es eng bis in die Schlussphase.

Borussia Dortmund - 1. FC Union Berlin 2:0 (1:0)

Viel Glück, ein Geschenk und neue Hoffnung: Borussia Dortmund hat Union Berlin niedergerungen und geht mit Rückenwind in das wegweisende Champions-League-Duell beim VfL Wolfsburg. Das 2:0 (1:0) nach einer Elfmeter-Fehlentscheidung lässt dem BVB eine realistische Chance, die fünf Zähler Rückstand am Samstag entscheidend zu verkürzen - und danach noch vorbeizuziehen. Vier Punkte sind es auf Eintracht Frankfurt. Marco Reus (27.) legte im Nachschuss nach einem Elfmeter, den er selbst sehr fragwürdig herausgeholt hatte, den Grundstein zum dritten Sieg in Serie. Raphael Guerreiro (88.) sorgte für die Entscheidung. Union muss sich hingegen mit dem Gedanken anfreunden, am Ende einer sehr starken Saison leer auszugehen.

Der BVB zitterte dabei zunächst, und das schon nach zwölf Sekunden. Emre Can verlor den Ball am eigenen Strafraum, und Marcus Ingvartsen schlenzte an die Unterkante der Querlatte. Von dort sprang der Ball klar vor die Linie.

Schiedsrichter Daniel Schlager half dem BVB mit einem Foulelfmeter, den es nicht hätte geben dürfen: Reus suchte arg den Kontakt zu Union-Torhüter Andreas Luthe, der minimale Kontakt war nicht ursächlich für den Fall. Der Kapitän schob den Ball nach Erling Haalands Fehlschuss über die Linie. Der Norweger war nun sichtlich wütend, vergab aber auch seine nächste große Chance (35.).

Dortmund drängte auf die Entscheidung - mit Jadon Sancho, der nach einer Stunde sein Comeback nach langwieriger Verletzung gab und gleich für Unruhe sorgte. Union blieb aufgrund der BVB-Fahrlässigkeiten im Spiel, ohne selbst großen Druck ausüben zu können. Es blieb die Hoffnung auf eine Einzelaktion oder einen Standard. Und der kam: Max Kruse hob den Ball über die Mauer an den Innenpfosten (66.). Für Dortmund begann das Zittern, das erst Guerreiro beendete.

TSG Hoffenheim - Borussia Mönchengladbach 3:2 (0:2)

Borussia Mönchengladbach hat nach einem seltsam lethargischen Auftritt den sicher geglaubten Sieg und wichtige Punkte im Rennen um einen Europacup-Platz verschenkt. Trotz einer Zwei-Tore-Führung verlor der diesjährige Champions-League-Teilnehmer 2:3 (2:0) bei der zuletzt schwächelnden TSG Hoffenheim. Gladbach liegt vier Zähler hinter einem Europa-League-Rang. Andrej Kramaric (48. und 65.) sowie Ihlas Bebou (60.) trafen für die Kraichgauer, die nach fünf Begegnungen ohne Sieg wieder einen Dreier einfahren konnten. Alassane Plea (25.) und Valentino Lazaro (45.+1) waren für die Borussia erfolgreich.

Christoph Baumgartner vergab schon in der dritten Minute per Kopf die Chance zur Führung für die stark ersatzgeschwächten Hoffenheimer. Von der Borussia kam viel zu wenig. Das Tor durch Plea fiel aus dem Nichts und regte die Hoffenheimer furchtbar auf, weil sie zuvor ein Foul an Kramaric gesehen haben wollten. Der kurz vor dem Anpfiff für die EM-Endrunde nominierte Schiedsrichter Daniel Siebert bewertete die Szene, bei der er sicher keine klare Fehlentscheidung getroffen hatte, aber anders.

Sechs Minuten nach dem Rückstand hatte Ihlas Bebou den Ausgleich für die TSG auf dem Fuß, der Angreifer traf aber nur den Pfosten. Auch Skov konnte eine weitere gute Möglichkeit nicht verwerten (39.). Besser machten es die Gladbacher, die ihre zweite Chance zum zweiten Treffer nutzten.

Gleich zu Beginn zweiten Durchgangs belohnte Kramaric die TSG für ihren Aufwand. Bebou und erneut Kramaric legten nach, die Gladbacher waren völlig von der Rolle. Erst in der Schlussphase wurden die Gäste wieder stärker. Patrick Herrmanns vermeintlicher Ausgleich in der Nachspielzeit wurde wegen einer deutlichen Abseitsstellung nicht gegeben.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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