Fußball

Werner brilliert auch in Berlin Dreifacher Hennings schockt den FC Schalke

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Düsseldorf jubelt, Schalke liegt am Boden.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Timo Werner sammelt weiter fleißig Scorerpunkte, diesmal auf Hertha-Kosten. Der 1. FC Union schießt Mainz 05 in den Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga, während der SC Paderborn weiter in Richtung Liga zwei taumelt. Der dreifache Rouwen Hennings vereitelt Schalkes Sieg.

Hertha BSC - RB Leipzig 2:4 (1:2)

Fußball-Bundesligist RB Leipzig hat seinen guten Lauf auch bei Hertha BSC fortgesetzt. Die Mannschaft von Julian Nagelsmann siegte am 30. Jahrestag des Mauerfalls verdient mit 4:2 (2:1), feierte den vierten Pflichtspielsieg in Folge und festigte den Spitzenplatz in der Tabelle. Vor 48.532 Zuschauern erzielte Maxi Mittelstädt (32.) per Distanzschuss die Führung der Hausherren. Nationalstürmer Timo Werner (38., Handelfmeter/90.+1), Marcel Sabitzer (45.+1) und Kevin Kampl (87.) trafen für die Gäste, die im vierten Liga-Spiel bei der Hertha den vierten Sieg feierten. Davie Selke (90.+2) gelang der zweite Hertha-Treffer. Vor den Augen des neuen Aufsichtsratsmitglieds Jürgen Klinsmann zeigte Hertha erneut eine enttäuschende Leistung und kassierte die dritte Niederlage in Folge. Mit nur elf Punkten aus elf Spielen sind die Berliner nur unteres Mittelmaß, der Druck auf Trainer Ante Covic dürfte weiter zunehmen.

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Das Retro-Trikot brachte Hertha kein Glück.

(Foto: imago images/Contrast)

Wie aus dem Nichts fiel die Führung für die Gastgeber. Nach einem Konter legte sich der aufgerückte Mittelstädt den Ball auf den rechten Fuß und zog zum 1:0 ins kurze Eck ab. Leipzig antwortete mit wütenden Angriffen. Bei einem Zweikampf mit Nordi Mukiele sprang Karim Rekik der Ball an die Hand, Schiedsrichter Sören Storks entschied nach Videobeweis auf Strafstoß. Werner verwandelte sicher zum 1:1. Auch beim 1:2 kurz vor der Pause half Rekik unfreiwillig mit. Einen Schuss von Marcel Sabitzer fälschte der Niederländer unhaltbar für Jarstein ins eigene Tor ab. Nach der Pause blieb Hertha taktisch zunächst bei der Sicherheitsvariante, konnte die Gäste aber nie richtig vom eigenen Tor fernhalten. In der Folge entwickelte sich eine hitzige Partie, mit der Schiri Storks so seine liebe Müh' und Not hatte. Kampl und Werner machten in der Schlussphase alles klar.

FC Schalke 04 - Fortuna Düsseldorf 3:3 (1:0)

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Rouwen Hennings hat mit einem Dreierpack Fortuna Düsseldorf einen Punkt bei Schalke 04 gerettet. In der 85. Minute traf der Fortuna-Torjäger zum 3:3 (0:1)-Endstand und krönte damit seine starke Leistung. Schalke verliert seinerseits ein wenig den Schwung und musste trotz dreimaliger Führung Punkte liegen lassen. Die Königsblauen haben nur eines ihrer vergangenen fünf Ligaspiele gewonnen. Dennoch bleibt die Mannschaft von Trainer David Wagner in der erweiterten Spitzengruppe. Die Fortuna sammelte dank Hennings einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf. Daniel Caligiuri (33.) schoss Schalke nach Vorarbeit des früheren Düsseldorfers Benito Raman sehenswert in Führung. Die Gäste mühten sich in der zweiten Hälfte um mehr Offensive, Top-Stürmer Rouwen Hennings erzielte per Foulelfmeter nach Videobeweis (63.) den Ausgleich. Schalke konterte diesen durch Ozan Kabak (67.) umgehend - und nach Hennings' achtem Saisontor (73.) nochmals durch Suat Serdar (79.), ehe Hennings den Schlusspunkt setzte.

Schalke versuchte, kontrolliert aufzubauen, das Geschehen vom eigenen Tor fernzuhalten. Dies gelang bedingt, weil die Gäste gut standen und mit großer Wucht in die Zweikämpfe gingen. Die Düsseldorfer, die sich bis dahin auf Konter beschränkt hatten, waren durch Caligiuris Treffer in den Vorwärtsgang gezwungen. Dawid Kownacki (37.) und Kaan Ayhan (42.) kamen zum Abschluss. Wirklich geprüft aber wurde das Not-Innvenverteidiger Duo Ozan Kabak/ Weston McKennie noch nicht. Die Düsseldorfer, in der Vorwoche umjubelter Derbysieger gegen den 1. FC Köln, wagten zunächst recht ungelenk mehr, Schalke kam das sehr entgegen. Raman (47.) und Amine Harit (52.), der aus vollem Lauf die Querlatte erzittern ließ, drängten vergeblich auf eine Vorentscheidung. Dies wurde bestraft - durch Hennings nach Handspiel von McKennie. Danach war das Spiel offen, Hennings sicherte Fortuna dann noch einen Zähler.

FSV Mainz 05 - 1. FC Union Berlin 2:3 (0:2)

Der FSV Mainz 05 hat eine Woche nach seiner bislang höchsten Bundesliga-Pleite die nächste bittere Enttäuschung erlebt - der angezählte Trainer Sandro Schwarz wackelt bedenklich. Anstatt Wiedergutmachung für das 0:8 (0:5) bei RB Leipzig zu betreiben, stellten die Mainzer einen Negativrekord auf. Acht Niederlagen aus den ersten elf Partien gab es für den FSV noch nie. Ein Eigentor des Mainzer Kapitäns Daniel Brosinski (30.) brachte die Rheinhessen auf die Verliererstraße. Der Schwede Sebastian Andersson (45.+3 und 51.) traf zudem für Union. Karim Onisiwo (81.) und Brosinski (90.+4) trafen für Mainz.

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Die Mainzer Profis stellten sich nach Abpfiff ihren Fans.

(Foto: imago images/Thomas Frey)

Die von Schwarz geforderte "Reaktion" seiner Schützlinge blieb erst einmal aus, Union war die aktivere Mannschaft, die Mainzer waren vor allem auf Fehler-Vermeidung bedacht. Die Hauptstädter strotzten im Gegensatz zum FSV vor Selbstvertrauen. Der 1:0-Sieg im Stadtderby gegen Hertha BSC ließ die Schützlinge von Trainer Urs Fischer mit breiter Brust auftreten. Nach einer Hereingabe des Berliner Kapitäns Christopher Trimmel traf sein FSV-Pendant ins eigene Tor. Bei den vom Rückstand geschockten Gastgebern ging bis zur Pause nichts mehr. Nach einer Ecke von Trimmel war Andersson in der Nachspielzeit per Kopf zur Stelle. Die Mainzer mussten sich auf dem Weg in die Kabine den Unmut der eigenen Fans anhören. Nach dem Seitenwechsel wurde es aus Mainzer nicht besser - ganz im Gegenteil. Wieder traf Andersson per Kopf nach einer Trimmel-Ecke. Erst in der 64. Minute war wieder etwas vom FSV zu sehen. Der eingewechselte Onisiwo traf dann, ehe Brosinski noch einmal für Spannung sorgte.

SC Paderborn - FC Augsburg 0:1 (0:1)

Der FC Augsburg hat zum Auftakt richtungweisender Wochen seine Negativserie beendet und Trainer Martin Schmidt vorerst Luft verschafft. Die Fuggerstädter gewannen das Kellerduell beim SC Paderborn mit 1:0 (1:0) - nach zuletzt sechs Spielen ohne Sieg verlässt der FCA vorerst die Abstiegsränge. Abwehrspieler Philipp Max (41.) erzielte vor 13.758 Zuschauern mit einem direkt verwandelten Freistoß das Tor für Augsburg, das nach der Länderspielpause mit Hertha BSC, dem kriselnden 1. FC Köln und dem FSV Mainz 05 auf Teams aus der zweiten Tabellenhälfte trifft. Die Partie startete furios. Der SCP suchte sein Glück in er Offensive, Stürmer Streli Mamba konnte im Sechzehner durch Raphael Framberger nur durch ein Foul gestoppt werden. Den fälligen Strafstoß vergab Kapitän Klaus Gjasula mit einem harmlosen Schuss ins rechte untere Eck fahrlässig - FCA-Keeper Tomas Koubek parierte (5.). Die Gastgeber blieben im Duell der beiden zweikampfschwächsten Teams der Bundesliga zunächst die gefährlichere Mannschaft.

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Das spielerische Niveau der Partie zwischen dem Letzten und dem bisherigen Tabellen-16. war - wie erwartet - überschaubar. Und so resultierten viele Chancen aus Fehlern, die sich aufseiten der Gastgeber zunehmend häuften. Die Belohnung der mit zunehmender Spieldauer mutigeren Gäste folgte nach einem Standard. Max zielte aus zentraler Position rund 25 Meter vor dem Tor genau ins rechte Eck. Kurios: Der Ball sprang direkt wieder aus dem Tor, sodass der Augsburger Jubel zunächst gedämpft ausfiel. Paderborn fiel aus dem Spiel heraus nur noch wenig ein. Der ehemalige U21-Nationalspieler Abdelhamid Sabiri (68.) scheiterte mit einem Freistoß an FCA-Torhüter Koubek. Der Aufsteiger schöpfte nun wieder etwas Mut. Weil Augsburg seine Offensivaktionen zu harmlos ausspielte, blieb die Partie spannend.

Quelle: n-tv.de, tsi/sid

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