Fußball

HSV verhindert Blamage ganz spät Drittligist schockt Leverkusen mit Torfestival

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Königsdörffer traf erst zur Verlängerung und dann zur Entscheidung.

(Foto: dpa)

Als klarer Favorit reist Bayer Leverkusen in der 1. DFB-Pokalrunde nach Elversberg. Der Drittliga-Aufsteiger aber zeigt eine großartige Leistung und überrascht vor allem offensiv. Hansa Rostock fliegt beim Viertligisten raus, der Hamburger SV wendet die nächste Pokalblamage ab.

SpVgg Bayreuth - Hamburger SV 1:3 (1:1, 1:0)

Zweitligist Hamburger SV hat nach seinem mäßigen Saisonstart ein frühes Aus im DFB-Pokal nur knapp verhindert. Der Halbfinalist der vergangenen Saison gewann seine Erstrundenpartie beim Drittliga-Aufsteiger SpVgg Bayreuth erst nach Verlängerung 3:1 (1:1, 0:1). Der neu verpflichtete Joker Ransdorf-Yeboah Königsdörffer mit einem Doppelpack (83./111.) und Kapitän Sebastian Schonlau (97.) drehten die Partie zugunsten des Teams von Trainer Tim Walter. Luke Hemmerich (16.) hatte den Außenseiter in Führung gebracht. In der Liga hatte der HSV nach seinem Auftaktsieg bei Eintracht Braunschweig zuletzt gegen Hansa Rostock verloren.

Die Hanseaten, die in der vergangenen Saison knapp an ihrem ersten Finaleinzug seit 35 Jahren vorbeigeschrammt waren, begannen dominant, das erste Tor erzielte jedoch Bayreuth: Einen Freistoß von Hemmerich aus 20 Metern fälschte HSV-Zugang Filip Bilbija unhaltbar ins eigene Tor ab.

Die Gäste reagierten verunsichert und blieben offensiv harmlos, Bayreuth gewährte vor dem eigenen Tor kaum eine Lücke. Nach dem Seitenwechsel vergaben erst Königsdörffer und kurz darauf Torjäger Robert Glatzel Großchancen auf den Ausgleich. Königsdörffer rettete die Hamburger in die Verlängerung, in der der Favorit immer besser wurde. Schonlau und erneut Königsdörffer ließen alle Bayreuther Hoffnungen platzen, deren Mittelfeldspieler Alexander Groiß sah noch Gelb-Rot (113.).

SV Elversberg - Bayer Leverkusen 4:3 (3:2)

Defensiv desolat, offensiv verschwenderisch: Bayer Leverkusen muss seine Pokalträume bereits nach der ersten Runde begraben. Das Team von Trainer Gerardo Seoane verlor das Torspektakel beim aufmüpfigen Drittliga-Aufsteiger SV Elversberg mit 3:4 (2:3) und scheiterte erstmals seit elf Jahren an der Auftakthürde. Das Warten auf den zweiten Triumph im DFB-Pokal geht also auch nach 30 Jahren weiter.

Jannik Rochelt (2.), Kevin Koffi (17., Foulelfmeter), Luca Schnellbacher (37.) und Kevin Conrad (74.) besiegelten den achten Erstrunden-Knockout der Werkself. Die Treffer von Adam Hlozek (5.), Charles Aranguiz (30.) und Patrik Schick (89.) waren zu wenig, zum Ligaauftakt gegen Borussia Dortmund ist am Samstag eine enorme Steigerung nötig. Die Saarländer zogen ihrerseits zum fünften Mal in die zweite Runde ein.

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Elversbergs Rochelt bekamen die Leverkusenner kaum zu packen.

(Foto: IMAGO/Eibner)

Top-Neuzugang Hlozek traf direkt mit seiner ersten Aktion, einem Flatterball aus 20 Metern, Torhüter Nicolas Kristof half beim Ausgleich gewaltig mit. Zuvor hatte Rochelt nach nur 118 Sekunden einen Alleingang perfekt ins lange Eck vollendet. Es entwickelte sich eine muntere Partie mit Chancen auf beiden Seiten, denn der Saarlandpokalsieger agierte äußerst mutig.

Vor allem Rochelt bereitete Bayer Probleme, Aranguiz konnte ihn im Strafraum nur per Foul stoppen. Koffi verlud Lukas Hradecky eiskalt. In der Defensive war die SVE mit dem Tempo der Leverkusener etwas überfordert, nach gleich drei vergebenen Chancen von Patrik Schick (11./19./23.) traf Aranguiz aus fünf Metern. Doch Schnellbacher antwortete nach perfektem Querpass von Koffi.

Wirklich stabiler präsentierte sich Leverkusen vor 7414 Zuschauern auch nach einem Doppelwechsel zur Pause nicht, es blieb ein offener Schlagabtausch. Dabei wirkten die Saarländer gar gefährlicher. Schnellbacher (49.) und Robin Fellhauer (51.) ließen Großchancen liegen, ehe Conrad nach einer Ecke traf. Schicks Anschlusstor war zu wenig.

SSV Jahn Regensburg - 1. FC Köln 4:3 i.E. (2:2, 2:1)

Ernüchterung beim 1. FC Köln: Der Europacup-Starter ist überraschend bereits in der ersten Runde gescheitert, Trainer Steffen Baumgart muss schon nach dem ersten Spiel seinen Traum vom Finale in Berlin begraben. Beim Zweitliga-Tabellenführer Jahn Regensburg verloren die Rheinländer mit 3:4 im Elfmeterschießen, nach Verlängerung hatte es 2:2 (2:2, 1:2) gestanden.

Andreas Albers (18.) und Prince Osei Owusu (27.) brachten ihre Mannschaft vor 13.236 Fans im Regensburger Jahnstadion in Führung. Mark Uth (28.) und Dejan Ljubicic (63.) erzielten die Treffer zum Ausgleich. Benedikt Gimber sicherte den Erfolg des SSV Jahn im Elfmeterschießen. Regensburg war für Köln der erwartet starke Gegner, nutzte die Fehler des Bundesligisten konsequent und war im Elfmeterschießen nervenstärker.

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Hart umkämpft.

(Foto: dpa)

In den ersten Minuten störten viele kleinere Fouls den Spielfluss, große Torchancen blieben somit selten. In der 15. Minute kam Regensburg dann erstmals gefährlich vor das Tor von Timo Horn, und wie. Nach einem Querpass von Owusu schob Mees den Ball zum Erstaunen der Fans aus wenigen Metern am leeren Tor vorbei. Der Jahn ließ sich davon jedoch nicht aufhalten. Nur wenige Minuten später köpfte Albers völlig ungedeckt per Aufsetzer ins Tor.

Köln zeigte sich nach dem Treffer sichtlich verunsichert, Regensburg wusste dies zu nutzen. Nach einem Ballverlust von Skhiri vollendete Owusu den daraus resultierenden Konter aus halbrechter Position zum 2:0. Diesmal hatten die Kölner jedoch eine schnelle Antwort parat: Uth kam 20 Meter vor dem Tor an den Ball, fackelte nicht lange, und schoss den Ball unhaltbar für Jahn-Torwart Stojanovic in den Winkel.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs war Köln wie auch schon gegen Ende der ersten Halbzeit um den Ausgleich bemüht. Immer wieder gelang es dem FC Nadelstiche zu setzen, ein Tor blieb dem Baumgart-Team jedoch (zunächst) verwehrt. Mitte der zweiten Halbzeit belohnte dann Ljubicic die Kölner Bemühungen und schob zum Ausgleich ein. Kölns Anthony Modeste (90.+2) traf noch die Latte des Jahn-Tores. Am Ende jubelten aber die Hausherren.

VfB Lübeck - Hansa Rostock 1:0 (0:0)

Zweitligist Hansa Rostock ist im Nordduell beim Regionalligisten VfB Lübeck aus allen Pokalträumen gerissen worden. Die Mecklenburger unterlagen beim Viertligisten mit 0:1 (0:0), Tarik Gözüsirin (78.) erzielte das entscheidende Tor. Schon in der vierten Minute besaß der FC Hansa vor 10.351 Zuschauern im ausverkauften Lübecker Stadion die große Chance zum Führungstreffer. Nils Fröling scheiterte aber an VfB-Keeper Florian Kirschke. In der 36. Minute hatte Rostocks John Verhoek eine Kopfballchance, doch ging sein Aufsetzer knapp am linken Pfosten vorbei. Neun Minuten später traf Verhoek per Kopf die Latte des Lübecker Tores.

In der 62. Minute machte Rostocks Nils-Jonathan Körber eine gute Chance der Hausherren zunichte, er lenkte einen Schuss von Felix Drinkuth über die Latte. Von einem Zwei-Klassen-Unterschied war nichts zu sehen. Der VfB agierte mit viel Laufbereitschaft sehr geschickt und störte immer wieder empfindlich die Offensivbemühungen der Rostocker.

Eintracht Wernigerode - SC Paderborn 0:10 (0:3)

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Wernigerode war bemüht, aber chancenlos.

(Foto: IMAGO/Jan Huebner)

Der torhungrige Zweitligist SC Paderborn hat im Schongang die zweite Runde erreicht. Die Ostwestfalen feierten beim überforderten Oberligisten FC Einheit Wernigerode einen 10:0 (3:0)-Kantersieg. Julian Justvan (7./47.), Robert Leipertz (11./58.), Marvin Pieringer (40./50./53./90.), Dennis Srbeny (49.) und Richmond Tachie (67.) erzielten die Treffer der Gäste.

Paderborn begann konzentriert und stellte die Weichen durch Justvan und Leipertz schnell auf Sieg. Kurz vor der Pause legte der erst am Donnerstag vom Bundesligisten Schalke 04 ausgeliehene Pieringer nach. Auch nach dem Wechsel hatte Paderborn das Geschehen fest im Griff und schraubte das Ergebnis schnell in die Höhe. Der Außenseiter kam nur sporadisch zu Angriffen.

FV Illertissen - 1. FC Heidenheim 0:2 (0:0)

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Der 1. FC Heidenheim hat nach dem perfekten Start in die 2. Bundesliga auch im Pokal seine weiße Weste gewahrt. Im lange umkämpften Nachbarschaftsduell beim Regionalligisten FV Illertissen aus Neu-Ulm setzte sich die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt 2:0 (0:0) durch. Für die Heidenheimer, die mit zwei Siegen in die Liga gestartet waren, erzielten Kapitän Patrick Mainka (57.) und der eingewechselte Adrian Beck (81.) die Treffer. Zuletzt hatten die Baden-Württemberger 2019 die zweite Runde erreicht.

In einer munteren Anfangsphase hielt der mit zwei Niederlagen gestartete Viertligist ordentlich mit, ein 25-Meter-Schuss von Außenverteidiger Philipp Boyer stellte Heidenheims Ersatztorwart Vitus Eicher erstmals vor Probleme. Den Gästen gelang es trotz leichter spielerischer Vorteile nicht, die Kontrolle an sich zu reißen. Kevin Sessa scheiterte per Flachschuss noch an Illertissens Keeper Michael Wagner (53.), dann erlöste Mainka Heidenheim nach einer Ecke per Kopf. Die eingewechselten Tim Bergmiller (66.) und Hannes Pöschl (80.) vergaben gute Gelegenheiten zum Ausgleich, ehe Beck wenige Sekunden später alles klar machte.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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